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Regional John van Deusen stellt im Soci sein drittes Solo-Album vor
Nachrichten Kultur Regional John van Deusen stellt im Soci sein drittes Solo-Album vor
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12:21 24.09.2019
John van Deusen . Quelle: Tim Ziegenthaler
Dresden

Klar, man kann natürlich auch seine Vorurteile pflegen und bis in alle Ewigkeit glauben wollen, dass religiöse Musik ohne Wenn und Aber nach „Kumbaya, My Lord“-Gospel klingt, aber wer ein bisschen über den Tellerrand schaut, stößt etwa auf P.O.D., eine Band, deren Mitglieder „vom „Wort des Lebens“, vom „höchsten Herrn“ oder auch „der Stadt Zion“ singen und ausschauen wie jene krachmachenden Rüpel, vor denen christliche Eltern ihren Nachwuchs in der Regel beschützen wollen. Ganz besonders vielfältig ist religiöse Musik in den USA, eine Sängerin wie Lauren Daigle zieht ein Massenpublikum.

Die Zustimmung überwog

Auch John van Deusen verblüffte seine Fans, als der ehemalige Sänger der Band The Lonely Forest 2018 mit „Origami Pt. 2 – Every Power Wide Awake“ ein nahezu meditatives Album herausbrachte, das mit 14 überwiegend religiösen Song-Motiven aufwartete und eine nahezu komplette Abkehr von den von van Deusens bisher gekannten Liedern war, in denen es um gescheiterte Beziehungen und die immer für einen Song gute Ich-Findung geht.

Die Reaktionen auf Zeilen wie „I will praise your name, Jahwe“ waren vielleicht nicht durchweg enthusiastisch, aber die Zustimmung überwog klar. Van Deusen stand zu seinen Songs, in einem Interview erklärte der Musiker, der am 24. September in der „Dienstagskonzert“-Reihe des Societaetstheaters zu erleben ist: „In einer Zeit, in der Religion derart politisiert wird, darf man diese Themen nicht nur nationalistischen Republikanern überlassen.“

Die Grenzen verschwimmen mit jedem Song

Nun ist Mitte Juli sein drittes Solo-Album erschienen, mit dem der Amerikaner wieder eine neue Richtung einschlägt: zu melancholischem Power-Pop. Der schwelgerische Gitarrensound kommt, da ist einschlägigen Ankündigungen zustimmen, „eingängig und bisweilen sogar leicht“ daher – und das, obwohl sich die Songs um durchaus heikle Themen wie Angst, Verzweiflung und Depression drehen. „It’s okay to not be okay“ ist van Deusens „irgendwie ja auch aufbauendes Motto“.

Der „Eingängigkeit ein paar Schrullen unterzujubeln“, diesen Ansatz verfolgt van Deusen, der vom Seattle Weekly mal zum „best male vocalist“ gekürt wurde, nach wie vor hier und da. „Fly away to hell“ ist lange langsam und getragen, um dann unerwartet mit verzerrten Tönen zu enden. „Nothing/Nothing must end“ entzückt mit schönen Folkpassagen und Chorgesängen, denen dann von einem Schlagzeug-Feuerwerk der Garaus gemacht wird.

Der letzte Song auf dem Album, „Numb“, kommt mit Klavierbegleitung sphärisch-psychodelisch daher. „You don’t know what you’re asking“ erweist sich als Mischung aus Garagen-Rock und großer Hymne. 90er-Power-Pop oder Indie-Rock? Die Grenzen verschwimmen mit jedem Song, und doch landet der Musiker trotz häufig düsterer Texte und gelegentlicher Aufschreie dann meistens bei einer umarmenden Melodie.

Dienstag, 20 Uhr, Tickets: 12 Euro

Von Christian Ruf

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