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Regional Hommage à Dresden – Trompeter Florian Brandl nennt sein zweites Album nach der Stadt
Nachrichten Kultur Regional Hommage à Dresden – Trompeter Florian Brandl nennt sein zweites Album nach der Stadt
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11:52 25.09.2019
Trompeter Florian Brandl hat offenbar gute Erinnerungen an Dresden und benennt sein zweites Album nach der Stadt. Quelle: Label
Dresden

Es sei einmal dahingestellt, ob Musik gescheit sein kann, diese hier ist es auf jeden Fall. Flirrende Melodien, vorhersehbare Linien, überraschendes Abschweifen, blitzsauberes Spiel, bestechende Soli und adäquate Begleitung, eifriges Vorpreschen und verträumte Zurückhaltung, klug arrangiert und gekonnt vorgetragen – all diese Vielfalt kann tatsächlich in einen einzigen Satz gestellt werden. Doch die CD „Dresden“ von Florian Brandl ist noch ein gutes Stück mehr, eine klingende Reverenz an klassischen Jazz, selbstbewusst aufgeführt und in den Dresdner respektive Johannstädter Ballroom Studios blitzgescheit abgemischt.

Dort ist bereits die erste CD des 1979 in München geborenen Musikers entstanden. Sie trug den Titel „Rejuvenation“, was so viel wie Verjüngung bedeutet und der gerade mal 40-Jährige ja noch gar nicht nötig hat. Doch gemeint ist wahrscheinlich eine Verjüngung der Musik, auch der Musikgeschichte, und da hat Brandl bereits viel zu erzählen.

Einziges Manko: Die Laufzeit

So auch auf der neuen CD, die mit nur acht Titeln gleichsam einen Streifzug durch die Jazzgeschichte unternimmt, ohne dadurch auch nur einen Hauch von beliebig zu wirken. Im Gegenteil, die Eigenkompositionen wirken stringent, beziehen sich auf schicken Bebop, kultivieren Blues-Historie, betreiben Klangmalerei, die durchaus auch mal einlullend wirken kann. Der Fünf-Minüter „Äoli“ etwa nimmt gefangen, reißt beim Hören mit in eine verlangsamte Welt, die mit großem Respekt betrachtet gehört. Die (viel zu kurze) Gegenläufigkeit in „Andy Kaufman“ ist eine faszinierende Huldigung an den bizarren Performance-Künstler aus den USA.

Von Billy Strayhorn wurde das verinnerlicht sentimentale Stück „A flower is a lovesome thing“ schier sehnsuchtsvoll adaptiert, den Ausklang bildet „Terrestris“ von Tom Harrell in einem ... Gewand. Alle anderen Kompositionen stammen von Florian Brandl selbst, der sich mit seinem silbrigen Trompetenton nie über seine Mitspieler Sam Hylton (Klavier), Rene Haderer (Bass) und Matthias Gmelin (Drums) erhebt. In „Costa Sarazena“ etwa perlt das Piano, rollen die Trompetentöne im Mix mit dezentem Schlagwerk und leicht grummelndem Bass.

Wäre noch zu fragen, warum diese so stimmig daherkommende CD den Titel „Dresden“ trägt? Hier hat Florian Brandl ein zweijähriges Masterstudium absolviert - und bei Malte Burba, Sebastian Studnitzky und Tobias Willner offenbar viel gelernt, ohne seine her klassische Herkunft leugnen zu müssen. Einziges Manko: Das Hörvergnügen währt nur 39 Minuten. Aber vielleicht ist ja auch diese knappe Dosierung geradezu gescheit.

Florian Brandl:, „Dresden“, Timezone TZ 176

Von Aldo Lindhorst

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