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Regional Historisch belebte Oboenkonzerte mit Céline Moinet
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11:08 11.12.2019
Céline Moinet (Oboe / Oboe d’amore), l’arte del mondo (Leitung: Werner Eberhardt): „Bach Oboe Concertos“, Berlin Classics. Quelle: Cover
Dresden

Vor zwei Jahren hatte sich Céline Moinet in ihrer letzten Einspielung der Kammermusik von Robert und Clara Schumann zugewandt. Nun stehen Barocke Oboenkonzerte auf ihrem Programm, es ist gleichzeitig die erste Aufnahme mit Orchester. Für das Projekt hat sich die Solooboistin der Sächsischen Staatskapelle Dresden die Spezialisten von l’arte del mondo als Partner ausgewählt.

Céline Moinet spielt Bach, oder vielmehr singt Bach auf ihrem Instrument. Ihr Ton ist verblüffend gesanglich, farbenreich und fein phrasiert. Dabei gelingt es der Oboistin, ihr atemvoll romantisches Spiel mit der historisch informierten – historisch kultivierten, möchte man sagen – Aufführungspraxis von l‘arte del mondo zu verbinden. Die musikalische Abstimmung des Programmes, das Céline Moinet mit dem Leiter Werner Eberhardt erarbeitet hat, ist einfach ausgewogen. Inhaltlich hätte man zum Beispiel als Ergänzung auch die Aria einer Bachkantate erwarten können, doch Moinet und Eberhardt sind konsequent: Konzerten für Oboe und Orchester fügen sie die Sinfonie aus den Kantaten BWV 12 „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ und BWV 21 „Ich hatte viel Bekümmernis“ hinzu.

Eine „Visitenkarte“ für jeden Oboisten

Darüber hinaus ist auf der CD das Konzert d-Moll von Alessandro Marcello (S.Z 799) enthalten. Johann Sebastian Bach kannte das Werk nicht nur, er hat sogar eine Bearbeitung für Cembalo verfasst. Es gilt heute als erstes „richtige“ (oder zumindest eines der ersten) Oboenkonzerte der Geschichte und ist gleichzeitig eine „Visitenkarte“ für jeden Oboisten.

Bei Bach werde die Oboe zur Erzählerin, meint Céline Moinet, und dass das nicht nur so empfunden oder gesagt ist, hört man ihr auch an – neben der Sanglichkeit ist vor allem eine perfekte Artikulation bestimmend, selbst dann, wenn die Werke technisch so atemberaubend sind wie das rekonstruierte d-Moll-Konzert BWV 1059. Doch bei aller Brillanz kann Céline Moinet einen Ton auch weich gestalten, ihn „abrunden“. Das fällt noch mehr auf, wenn sie zur Oboe d’amore greift, wie beim A-Dur-Konzert BWV 1055.

Wie schön, dass die Solistin nicht vordergründig herausgestellt wird. Die Musiker von l’arte del mondo umfassen sie sozusagen und sorgen für klangliche und rhythmische Balance. Dabei verfügen sie ebenso über einen tragenden Bass, wie sie den Stücken auch Akzente hinzufügen können. Der Orchesterklang kann reich sein in den Ecksätzen der Konzerte, während die langsamen den Gesang betonen – die Sinfonia nimmt den Gesang der in der Kantate folgenden Arie bereits voraus. Die Streicher können dabei begleitend singen, während das Cembalo taktvoll die Struktur unterstreicht.

Besonders perlend (und venezianisch) klingt natürlich das Marcello-Konzert – es ist eine kunstvoll gemalte und geprägte Visitenkarte! Der einziger Nachteil: Im Moment sind keine Konzerte von Céline Moinet und l’arte del Mondo mit diesem Programm geplant.

Céline Moinet (Oboe / Oboe d’amore), l’arte del mondo (Leitung: Werner Eberhardt): „Bach Oboe Concertos“, Berlin Classics

Von Wolfram Quellmalz

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