Harry Jeske (82) ist tot - Trauer um Puhdys-Bassist
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Harry Jeske (82) ist tot - Trauer um Puhdys-Bassist

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10:50 21.08.2020
Im Alter von 82 Jahren ist Puhdys-Mitgründer und Gitarrist Harry Jeske in Wismar gestorben.
Im Alter von 82 Jahren ist Puhdys-Mitgründer und Gitarrist Harry Jeske in Wismar gestorben. Quelle: Werner Geske/Archiv
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Potsdam/Wismar

Puhdys-Fans trauern um Harry Jeske. Der Mitgründer und Bassist der DDR-Kultband ist tot. Er starb am Donnerstag Vormittag im Alter von 82 Jahren in Wismar. Das berichtete zuerst der „Berliner Kurier“ unter Berufung auf den früheren Puhdys-Manager Rolf Henning. Harry Jeske war schon seit längerer Zeit schwer krank. In der Öffentlichkeit zu sehen war er zuletzt bei der Feier zum 50. Geburtstag der Puhdys im November 2019 in der Stadthalle Rostock. Da saß er in einem Rollstuhl am Bühnenrand und wurde mit viel Applaus und Standing Ovations gefeiert. Die Puhdys zählten zu den bekanntesten Rockbands der DDR.

Harry Jeske (l.) im Rollstuhl und Keyboarder Peter Meyer, beide Puhdys-Urgesteine, am 19. November 2019 bei der Feier zum 50. Gründungstag der Puhdys in der Rostocker Stadthalle Quelle: Bernd Wüstneck/dpa

Das H der PUHDYS

Harry Jeske, Markenzeichen Lockenkopf, geboren 1937 in Oranienburg, gehörte 1969 zu den Gründungsmitgliedern der Puhdys. Das H im Bandnamen, ist sein Initial. Aus seiner Feder stammt unter anderem das „Lied für Generationen“. In der Band spielte er nicht nur als Bassist, sondern auch als Organisator eine wichtige Rolle.

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Musikerkrankheit zwang zum Rückzug

Zu seinem 70. Geburtstag im Jahr 2007 gab er bekannt, dass er unter der Menière-Krankheit (Morbus-Menière) leide und sich deswegen zurückgezogen habe. Menière ist eine Musiker-Krankheit des Innenohrs, das wegen der dauernden Beschallung geschädigt wird. Damals hatte Jeske bei Auftritten unter Schwindel, Gleichgewichtsproblemen und Kopfschmerzen gelitten. Mit den Puhdys habe er abgeschlossen, hatte Jeske zuletzt im Jahr 2016 gesagt.

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Bild aus DDR-Zeiten: Die Puhdys spielen bei den X. Weltfestspielen der Jugend und Studenten auf dem Berliner Alexanderplatz – Dieter Hertrampf, Peter Meyer, Dieter Birr, Gunther Wosylus und Harry Jeske (v.l.n.r.). Quelle: Günter Gueffroy/dpa

Zu Hause in Wismar

Harry Jeske hatte seit einigen Jahren zurückgezogen in einer Wohnung in Wismar gelebt. Er litt auch an Diabetes, war auf einen Rollator angewiesen und wurde von der Tagespflege der Volkssolidarität betreut. Den Winter hatte über Jahre noch regelmäßig in seiner Wahlheimat auf den Philippinen verbracht, dem Heimatland seiner Ehefrau Erma Jeske.

Von Jan-Peter Schröder/RND