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Regional Gelder aus Dresdens Bettensteuer für Ostrale
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11:09 27.02.2019
Ostrale: Die letzte fand 2017 statt. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Die Dresdner CDU-Stadtratsfraktion hat Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) aufgefordert, den Organisatoren der Ostrale 150 000 Euro zusätzlich zur Absicherung der Ostrale 2019 zur Verfügung zu stellen. Die Mittel sollen über Mehreinnahmen aus der Beherbergungssteuer gedeckt werden. Die Tourismusabgabe hat im vergangenen Jahr mehr als 10 Millionen Euro in die Stadtkasse gespült.

Die Ostrale kann in diesem Jahr nicht die ehemaligen Futterställe auf dem Gelände des Schlachthofs als Ausstellungsort nutzen. Das Gebäudeensemble ist baufällig, als Ausweichstandort steht die Messe zur Verfügung. Die Veranstalter der bedeutenden Ausstellung für zeitgenössische Kunst hätten alle Kosten reduziert, erklärte jüngst Franz Leyser, Vorsitzender des Ostrale.freunde e.V., vor dem Stadtrat. Aber es würden Mehrkosten in Höhe von 173 000 Euro im Vergleich zu den Futterställen anfallen.

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Flirt mit Chemnitz ist noch nicht verziehen

Der Kulturausschuss des Stadtrats hatte der Ostrale zunächst einen Zuschuss von 82 000 Euro bewilligt. „Im Interesse der Absicherung dieser für die Stadt wichtigen Ausstellung für zeitgenössische Kunst ist die im Antrag genannte zusätzliche Zuwendung unumgänglich“, erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Jan Dohnauser die Vorlage, die nach zwei Runden im Kulturausschuss am 11. April vom Stadtrat beschlossen werden soll.

Die Idee der Christdemokraten entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie, denn ausgerechnet die CDU hat in den vergangenen Jahren mehrfach die Beherbergungssteuer in Frage gestellt. „Dass ausgerechnet diejenigen, die die Beherbergungssteuer abschaffen wollen, sie jetzt gnadenlos verfrühstücken, ist schon ein starkes Stück“, erklärte ein durchaus kulturaffiner prominenter Sozialdemokrat.

Es ist nicht das einzige Argument gegen den Rettungsplan. Einige Stadträte haben den Ostrale-Machern nicht verziehen, dass sie im vergangenen Jahr offen mit Chemnitz geflirtet und einen Umzug in die „Stadt der Moderne“ ins Auge gefasst hatten. Die Chemnitzer hoben im Herbst 2018 die Hände – zu teuer und aufwendig sei der Umzug. So dass die Ostrale-Macher wieder im Dresdner Rathaus vorstellig werden mussten.

Von Thomas Baumann-Hartwig