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Regional Funkensprühend – Das Moritzburg Festival Orchesters im Kulturpalast
Nachrichten Kultur Regional Funkensprühend – Das Moritzburg Festival Orchesters im Kulturpalast
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11:01 12.08.2019
Das Moritzburg Festival Orchester unter Dirigent Josep Caballé-Domenech im Kulturpalast Dresden. Quelle: Oliver Killig
Dresden

Es ist immer wieder eine Freude zu beobachten, ja zu genießen, mit welcher ungekünstelten Begeisterung, gepaart mit großem Können, junge Orchester Konzerte spielen – im allerbesten Sinne des Wortes unroutiniert. Das ist beim Moritzburg Festival Orchester nicht anders und machte die besondere Aura des Konzertes am Sonnabend im Kulturpalast aus.

Zudem merkte man sehr deutlich, dass sich der Umzug hierhin gelohnt hat. Das betrifft zum einen den großen Publikumszuspruch, aber ganz besonders den Umstand, dass unter diesen akustischen Bedingungen die musikalischen Feinheiten der gewählten Literatur wie die sich darin widerspiegelnden Ergebnisse einer ambitionierten Probenarbeit sehr viel besser zur Geltung kommen.

Italienische Leichtigkeit

Man hatte den Eindruck, dass sich das Ensemble unter seinem Chef Josep Caballé-Domenech im Verlauf des Abends immer lockerer spielte und mit sich stetig steigernder musikantischer Lust bei der Sache war. Zum Schluss bei der quirligen Rossini-Ouvertüre zur „Italienerin in Algier“ blitzten und blinkten die Farben nur so, sprühten die Funken. Die gar nicht so einfach zu offerierende italienische Leichtigkeit durfte sich in reicher Fülle über die Hörer ergießen und zauberte nicht nur bei diesen, sondern auch bei den Musikern ein Lächeln aufs Gesicht.

Die Wiedergabe von Mozarts gewichtiger Don Giovanni-Ouvertüre, die dieser erst im allerletzten Moment, nämlich am Tage der Generalprobe aufschrieb, lebte von der klug ausgekosteten dramaturgischen Zuspitzung und schönem Differenzierungsvermögen.

Der Umgang von Josep Caballé-Domenech mit dem Orchester zeichnete sich durch sehr viel Feingefühl und Verständnis aus. Seine Art, die jungen Leute zu fordern und ein Höchstmaß an instrumentaler Qualität hervorzuholen, aber auch im rechten Moment – sozusagen – die Zügel anzuziehen, bildete das Fundament für wirklich wunderbare Interpretationen eines zuweilen auch unorthodoxen Programms, z.B. Astor Piazzollas „Las Cuatro Estaciones Porteñas“.

Dichte und technische Bravour

In diesen Tangos gibt Piazzolla die Atmosphäre der vier Jahreszeiten in seiner Heimat Buenos Aires wieder. Eine gleichsam lateinamerikanische Entsprechung zu Vivaldis „Vier Jahreszeiten“, den er darin auch gelegentlich zitiert, ist entstanden.

Vier sehr unterschiedliche Violinisten hatten Gelegenheit, sich gemeinsam mit dem Orchester in die bizarre, temperamentvolle Welt zu vertiefen – voller Schmelz Nathan Meltzer in den Herbst (Otoño), rhythmisch prägnant Kevin Zhu in den Winter (Invierno), Kai Vogler mit kantabler Klangschönheit den Frühling (Primavera) beschwörend und schließlich mit Mira Wang in die überschäumende Vitalität des Sommers (Verano) mündend. Das hatte Dichte und technische Bravour auf allen Seiten.

Eine höchst lebendige Konversation entspann sich dann zwischen Jan Vogler sowie Hayoung Choi (Vc) und den Streichern in Vivaldis berühmtem Doppelkonzert g-Moll RV 531 – ein Triumph der Klangfreude und Farbigkeit, bei dem nur die Frage übrig blieb, ob eine Verstärkung des Basso Continuo der noch eindrucksvolleren Expressivität der Wiedergabe nicht gut getan hätte.

Rosen für alle

Bei Beethovens Sinfonie Nr. 4 B-Dur, die leider immer im Schatten der sie umrahmenden Giganten Eroica und c-Moll-Sinfonie steht, hatte sich Josep Caballé-Domenech für eine kleine Besetzung entschieden. Dies erwies sich schnell als Vorteil, konnte man doch so bestens nachvollziehen, wie fein und präzise, wie detailreich hier musiziert wurde, welche Tiefenschärfe entstand, wie treffsicher die einzelnen Sätze charakterisiert wurden – ein ebenso edle wie markante Auseinandersetzung, die Raum für den speziellen Beethovenschen Humor hatte (Finale), aber auch herzhaft zupackte.

Am Ende gab es Rosen für alle – die samt und sonders hervorragenden Streicher, aber auch für die exzellenten Bläser, die das Klangbild des Orchesters krönten. Beispielhaft seien der innige Klarinettengesang Franz-Joseph Labmayrs im Adagio der Beethoven-Sinfonie und der virtuose Zauber der Oboistin Elisabeth Beckert bei Rossini genannt.

Von Mareile Hanns

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