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Regional Friend n Fellow am Freitag live in der Schauburg Dresden
Nachrichten Kultur Regional Friend n Fellow am Freitag live in der Schauburg Dresden
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19:17 19.12.2019
Constanze Friend von Friend n Fellow. Quelle: Ulrike Moennig
Dresden

Friend n Fellow sind wieder da und haben mit „Characters“ ein neues Album im Gepäck. Das Duo aus Weimar hat sich darauf mit der vielfältigen Komplexität des menschlichen Charakters beschäftigt. Nun kommen Sängerin Constanze Friend und Gitarrist Thomas Fellow damit auch nach Dresden und gastieren am Freitag in der Schauburg. Zuvor stand Constanze Friend für ein Interview zur Verfügung.

Frage: Ihr neues Album trägt den Titel „Characters“. Welche Geschichte verbirgt sich hinter dem Titel?

Constanze Friend: Als uns bewusst wurde, dass es sich auf unserem neuen Album um zwölf Figuren handelt, haben wir nach einem passenden Titel gesucht. Da die Figuren charakterlich nicht unterschiedlicher sein könnten, fanden wir „Characters“ sehr passend.

Ist „Characters“ also ein Konzeptalbum?

Es ist letztendlich zu einem Konzeptalbum geworden, war aber vorab nicht so geplant. Als ersten Song für dieses Album habe ich „Sister“ geschrieben. Darauf folgte dann der Song „Child“, in dem es um Kindheitserinnerungen und das Erwachsenwerden geht. Das Kind sieht da in den Spiegel und erblickt eine Frau. Erst in diesem Moment kam mir die Idee, dass diese Frau auch die Schwester aus dem Song „Sister“ sein könnte.

Jeder Charakter taucht im Song eines anderen wieder auf

Und wie ging es dann weiter?

Aus den beiden ersten Songs hat sich der Gedanke entwickelt, mit diesem Experiment fortzufahren, etwas Gemeinsames zwischen den Songs zu kreieren und alle folgenden Charaktere miteinander zu verbinden, indem jeder Charakter im Song eines anderen wieder auftaucht und dadurch Teil von dessen Geschichte wird.

Welche Erfahrung haben Sie in der künstlerischen Auseinandersetzung mit solch einem komplexen Thema wie dem menschlichen Charakter gemacht?

Ich glaube nicht, dass man den menschlichen Charakter genau durchleuchten kann bzw. je erkennt. Das meinen wir zwar oft, aber im Grunde bleibt doch Vieles im Verborgenen oder ein Geheimnis. Wir beurteilen Menschen rein äußerlich, obwohl wir kein einziges Wort mit ihnen gewechselt haben. Um so verblüffender ist es manchmal, dass man seine festgefahrene Meinung über jemanden revidieren muss oder völlig überrascht bemerkt, dass man doch viel mehr verbindende Ansichten hat, als vorher gedacht.

Warum wird das Album gerade mit dem Song „Fighter“ eröffnet?

Weil der Song ist kraftvoll ist und Haltung zeigt. In „Fighter“ geht es um verloren gegangene Stärke und Empathie. Diese wiederzufinden und glücklich darüber zu sein, schien uns als Aussage wichtig genug, um das Album mit diesem Song zu eröffnen.

Darauf folgt direkt der Song „Dreamer“ – quasi als Antipode zum „Fighter“?

Nein, als Thomas (Fellow) mir diesen Song auf der Gitarre vorspielte, hatte ich eher zwei Welten vor Augen: Der „Dreamer“ springt von der einen einfach in die andere Welt, wobei er sich nicht immer sicher ist, welche nun die reale ist und welche die, die er sich nur wünscht und in die er ab und zu gerne abtaucht.

Steht der „Stranger“ auch synonym für die zahlreichen Flüchtlinge, die in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommen sind?

Ja, auf jeden Fall auch! Der Fremde, der seine Heimat verlassen und ein neues Zuhause finden muss und auf Hilfe und Verständnis hofft. Es geht in dem Song aber primär um das Fremdsein an sich. Denn letztendlich kann sich ja jeder auf irgendeine Art und Weise fremd fühlen, egal, ob er in ein fremdes Land geht oder aber vom eigenen Fremdsein im Inneren immer wieder überrascht wird.

30 Jahre andere Länder, andere Städte, unzählige Hotels und Bühnen

Was glauben Sie, warum herrscht in der Gesellschaft so viel Angst vor und Ablehnung gegenüber dem Fremden oder dem Fremdsein?

Ich glaube, dass das, was man nicht kennt oder einem fremd erscheint, immer erst einmal Ängste in einem hervorruft. Je persönlicher die Begegnungen dann werden, desto einfacher ist es, diese Ängste abzubauen. Es ist unwahrscheinlich zu glauben, dass man durch Mauern die Möglichkeit hat, sich abzugrenzen von einer Entwicklung in der Welt, wie sie momentan vonstatten geht. Ich gehöre selbst zu einer Minderheit in diesem Land und weiß deshalb um Diskriminierung und Ablehnung. Deshalb bin ich von Natur aus solidarisch und empathisch gegenüber dem oder der Fremden. Ich überlege immer, wie schwer es sein muss, sein Land zu verlassen, Familie und Freunde hinter sich zu lassen und dann ohne Sprachkenntnisse und ohne das vertraute Zuhause irgendwo neu anzufangen. Ich glaube, die meisten von uns würden daran scheitern!

Ist der „Traveller“ dagegen Ausdruck Ihres eigenen Fernwehs?

Wir sind seit fast 30 Jahren gemeinsam auf der Bühne. Das heißt 30 Jahre andere Länder, andere Städte, unzählige Hotels und Bühnen. Und immer dabei ein großer Koffer, den man ab und zu dann als Zuhause wahrnimmt, in welchem man seine Klamotten, aber auch seine Seele verstaut. Dieses einzigartige Gefühl von Fern-, aber auch Heimweh kann vielleicht nur jemand nachvollziehen, der auch ständig von Ort zu Ort reist.

Quelle: Doctor Heart Music

Jetzt sind Sie mit dem neuen Album wieder auf Tournee. Was darf man von Ihnen auf der Bühne erwarten?

Wir werden einen Teil unserer neuen Songs vom „Characters“-Album spielen sowie auch den ein oder anderen neuen Coversong. Wir werden viel improvisieren, Geschichten erzählen und uns freuen, wenn das Publikum uns zuhört und vielleicht nach dem Konzert beseelt nach Hause geht.

Friend n Fellowam Freitag, 20 Uhr live in der Schauburg

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