Frauenkirche Dresden: Daniel Hope verlängert Vertrag
Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Regional Daniel Hope verlängert mit der Frauenkirche – Über 100 Konzerte in 2021 geplant
Nachrichten Kultur Regional

Frauenkirche Dresden: Daniel Hope verlängert Vertrag

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:28 18.09.2020
Geiger Daniel Hope hat seinen Vertrag in Dresden um drei Jahre verlängert.
Geiger Daniel Hope hat seinen Vertrag in Dresden um drei Jahre verlängert. Quelle: dpa/Oliver Berg
Anzeige
Dresden

„Musik st lebensrelevant.“ Mehr braucht es nicht als diese drei Worte von Daniel Hope, um nachzuvollziehen, dass an Dresdens Frauenkirche auch in diesen so seltsamen Zeiten voller Freude und Hoffnung auf ein neues Musikjahr geblickt wird.

Bei der Vorstellung des Programms für 2021 wurde an die bisherigen Grundpfosten Glaube, Hoffnung, Liebe angeknüpft, von denen der Künstlerische Leiter ja schon das mittlere Drittel in seinem Namen führt. Kein schlechtes Omen, um seinen Vertrag mit der Stiftung Frauenkirche um drei weitere Jahre zu verlängern.

Programmplanung mit Zuversicht

„Verbindung“ sei das Motto für das Musikjahr 2021. Und meint damit eine über die Verbindung von Musikern und Publikum weit hinausgehende Form, die innig ist und nicht zuletzt mit dem besonderen Raum und seiner Geschichte zu tun hat. „Die Frauenkirche ist kein Konzertsaal,“ so Hope – und dennoch sei sie ohne Musik undenkbar.

Aufgrund der längst aber nicht mehr wegzudenkenden Corona-Pandemie müsse das Programm mit einer besonderen Zuversicht geplant werden. Maria Noth, Geschäftsführerin der Frauenkirche, spricht von „schwierigen Zeiten“, in denen kreativ und flexibel mit musikalischen Formaten und Längen umgegangen werden muss.

Wer nun aber ein abgespecktes Musikjahr befürchtet, darf aufatmen. „Verbindungen“ seien auch mit sozialem Abstand möglich, denn „Musik gibt Halt“ (Hope) und bedeute keine emotionale Distanz. Frauenkirchenkantor Matthias Grünert plädiert für „Mut zu mehr Aufführungspraxis“ und freut sich darauf, die Musik des im kommenden Februar vor 400 Jahren verstorbenen Michael Praetorius zu feiern. Auch des Todestags von Jan Pieterszoon Sweelinck, der ebenfalls bis 1621 gelebt hat, solle gedacht werden, auf dessen Orgelwerk sich Frauenkirchenorganist Samuel Kummer natürlich besonders freut.

Künstlerische Prominenz aus aller Welt

Neben diversen Konzerten, die Hope selbst gestalten wird, kommt auch wieder jede Menge künstlerische Prominenz aus aller Welt nach Dresden. Gemeinsam mit der Philharmonia aus Prag bestreitet die Geigerin Midori ihr erstes Konzert in der Frauenkirche, die gefeierte Sängerin Regula Mühlemann gastiert mit dem Kammerorchester Basel, der Dirigent Christoph Eschenbach mit dem Zürcher Kammerorchester.

Die Geigerin Midori wird zum ersten Mal in der Frauenkirche spielen. Quelle: Liu Xiao

Hopes „Verbindungen“ gehen eine enorme Vielfalt ein, neben den „alten Meistern“ Praetorius, Sweelinck sowie Claudio Monteverdi kommt selbstredend der „Boss“ Bach zu Gehör (dessen Weihnachtsoratorium wegen der Dauer zwangsläufig in zwei Konzerte geteilt werden muss), werden ausgiebig Haydn, Mozart und Beethoven gepflegt, gibt es wiederholt Dvorák, aber auch George Enescu, Arnold Schönberg, Pavel Haas und nicht zuletzt Astor Piazzolla sowie eine Uraufführung des als legendär bezeichneten Tan Dun.

Fortgesetzt werden die Kooperationen mit den Dresdner Musikfestspielen sowie dem Heinrich Schütz Musikfest. Wie große Chorwerke - Monteverdis Marienvesper, Bachs h-Moll-Messe, Mozarts Requiem und einige andere - unter den gegebenen Bedingungen umgesetzt werden können, bleibt abzuwarten.

Momentan dürfe das Haus von bis zu 300 Menschen besucht werden, für die Zukunft hofft man auf Konzerte mit etwa 500 Gästen.

www.frauenkirche-dresden.de/musikjahr-2021

Von Michael Ernst