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Regional Filmfest Dresden – Was das Publikum dieses Jahr erwarten kann
Nachrichten Kultur Regional Filmfest Dresden – Was das Publikum dieses Jahr erwarten kann
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16:22 14.02.2020
Das 32. Filmfest Dresden wird wieder eine Überfülle an kurzen Streifen aus aller Welt bieten. Auch „The Raft“ steht im Wettbewerb. (Szene aus „The Raft“ von Sylvain Cruiziat) Quelle: PR/Verleih
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Dresden

Lange im voraus wird das Filmfest geplant. Zumindest die Daten stehen zwei bis drei Jahre vor dem Ereignis fest. Der Grund: vor allem die Fachbesucher – allen voran natürlich die Regisseure – wollen und sollen bei allen ähnlich ausgerichteten Festivals ebenfalls zu Gast sein. Für Dresden drohen hier vor allem Überschneidungen mit den Oberhausener Kurzfilmtagen, die traditionell Ende April stattfinden. Mit den Tagen eine Woche nach der Osterwoche hofft man nun, eine gute Zeitspanne gewählt zu haben.

33 Streifen im nationalen Wettbewerb

Mehr als 2900 Filme wurden für die beiden Wettbewerbe dieses Jahres eingereicht, daraus wählten die Sichtungskommissionen dann 33 Streifen für den Nationalen und 37 für den Internationalen Wettbewerb. In fünf respektive sechs Programmen werden sie dem Publikum präsentiert. Wann wird nun eigentlich ein Film dem Nationalen und wann dem Internationalen Wettbewerb zugeordnet? Die Antwort ist einfacher als vermutet: Ausschlaggebend ist das Produktionsland. Viele der jungen Regisseure sind Absolventen einer der deutschen Filmhochschulen und -akademien, andere finden eine deutsche Produktionsfirma. So erklären sich die vielen nicht-deutschen Namen in diesem Programmbereich. „Der nationale Wettbewerb ist international“, bringt Sylke Gottlebe es auf den Punkt. Entsprechend breit aufgestellt sieht das Programm auch inhaltlich aus.

Festivalleiterin Sylke Gottlebe spricht mit den DNN über das Programm des 32. Filmfestes. Quelle: Dada Lin

Da geht es um das „Me too“-Thema, um die Klima- und Umweltproblematik sowie um Migration. Die zweite Generation von Vertragsarbeitern und Gastarbeitern wird zu Protagonisten, und starke Frauen bekommen die ihnen zustehende Aufmerksamkeit. Gottlebe erwähnt hier besonders „Deine schöne Gestalt“, eine „zarte Geschichte über die Begegnung zweier Frauen“ von Bernadette Kolonko von der Filmuniversität Babelsberg. „Aber es gibt auch krasse Gesellschaftskritik“. „The Raft“ beschäftige sich mit der Arroganz der westlichen Welt im Kunstkontext. „Der Film ist schwer zu vergessen, der bleibt einem im Kopf“, so Gottlebe.

Politikgeschichten aus dem Kongo und der Ukraine

Im Internationalen Wettbewerb darf man sich in diesem Jahr unter anderem auf Streifen aus dem Kongo und der Ukraine freuen, die sich auch aktuellen politischen Themen widmen. So beschäftigt sich der ukrainische Regisseur Lyskov Mykyta mit einer „bunt-verrückten Animation ’Deep Love’“ mit der verfahrenen Situation in seinem Heimatland. Auch hier zählt die Klimakrise zu den Hauptthemen.

Im Rahmenprogramm darf vor allem wieder auf die Retrospektiven-Reihe aufmerksam gemacht werden, die in diesem Jahr unter dem schönen Titel „Poetisch. Politisch. Renitent“ Regisseurinnen der DEFA sowie der freien Szene und des Untergrunds der DDR gewidmet ist. „Es ist toll, was die sich da getraut haben“, ist die Festivalleiterin begeistert.

Unter dem Obertitel „Trauma“ werden vier Programme angeboten, eines davon mit Streifen von Omar Fast, dessen mystische Filme das Festivalteam auch auf die Idee zu dem Schwerpunkt brachten. „Da geht es um unsagbare Sachen“, verkündet Gottlebe und meint: „Der Kurzfilm hat ja die stilistischen Mittel für schwierige Situationen.“ Dabei kämen sowohl persönliche depressive Situationen als auch kollektive Traumata vor. Aber keine Angst: „Was schwer klingt, ist es im Film dann nicht.“ Im Gegenteil, da würde mit Stilmitteln des Surrealismus gearbeitet und so könnte man auch schweren Themen Leichtigkeit verleihen. „Auch Migration kann man ja so und so darstellen.“

Platz für Demokratie, Toleranz und Völkerverständigung

Solche Themen gehörten ja immer schon zum Filmfest. Im Jahr 2020 geht es mehr denn je um „Demokratie und Toleranz, auch um Völkerverständigung.“ Nicht umsonst ist das Filmfest auch bei „Weltoffenes Dresden“ (WOD) mit im Boot. Versucht wird auch stets im Nachgang des Dresdner Festivals, mit einer Tour durch das ländliche Sachsen die Themen des Filmfests hinauszutragen aus der urbanen Welt der Dresdner Neustadt.

Wie sieht es eigentlich stilistisch aus bei jungen Filmemachern im Zeitalter von Netflix und Co? Kommen die Streifen da eher technisch perfekt und inhaltlich leicht verdaulich daher? Entschiedene Verneinung. Im Gegenteil: „Eine Verflachung gibt es definitiv nicht. Zum Beispiel beim Kinder-Animationsfilm haben wir eine sehr hohe Qualität inhaltlich und von der Machart her. Ohne das vergleichen zu wollen mit anderen Formaten, aber: Da ist keine Unterforderung bei dem, was wir hier anbieten.“ Was die Umsetzung angehe, so gebe es „fast eine Gegenbewegung“ hin zu traditionellen Techniken und Formaten – würden die Filme also tatsächlich wieder mit der Kamera gedreht.

Von Beate Baum

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