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Regional Erklärter „Baulöwe“ beim kulturvollen Kaffeeklatsch in Meißen
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18:19 29.01.2020
Komödianten-Kosmos Theater Meißen: Martin Quilitz (r.) im Gespräch mit Gast Tom Pauls (m.). Dirk Zieger kredenzt dazu süße Köstlichkeiten von der Meißner Traditionskonditorei Zieger. Quelle: Lydia Weber-Scholz
Meißen

Es gibt viele Attribute, mit denen der Schauspieler und Kabarettist Tom Pauls schon bedacht wurde. Im Theater Meißen nun bezeichnete er sich zur Verblüffung der versammelten Fangemeinde, die verfolgte, wie er Martin Quilitz zum Auftakt der neuen Reihe „Komödianten-Kosmos“ Rede und Antwort stand, u.a. selbst als „Baulöwe“.

Kritische Kommentare zur Zeit

Der Mime hat im Lauf seines Lebens so einiges erbaut, mehr als „nur“ sein eigenes (Tom-Pauls-)Theater in Pirna. Insofern habe er durchaus einen Blick für die Qualität von Bauten – und deswegen fällt Pauls’ Blick auf den Dresdner Neumarkt auch eher nicht so euphorisch aus. Er kann den Rekonstruktionen an sich durchaus viel abgewinnen, ärgert sich aber, wie billig das alles hochgezogen wurde.

Ähnlich irritiert Pauls, „wie schlecht in Meißen vom Potenzial der Stadt Gebrauch gemacht wird“, da habe „Pirna Meißen den Rang abgelaufen“. Jedes Mal, wenn er in Meißen ist, schmerzt es ihn, wie etwa der an sich grandiose Renaissance-Bau von 1561 hinter dem Theater neben dem Kino vor sich hin verrottet. Überhaupt, der Leerstand vieler Gebäude, da sei in Pirna viel mehr Leben, erklärte Pauls, der auch mal Tacheles redete und es nicht beim Small Talk beließ.

Die Zuschauer kamen entsprechend nicht nur in den Genuss von Schnurren, die Pauls aus Kinder- und Jugendtagen von sich gab (inklusive einer, für die er sich heute schämt), sondern auch von kritischen Kommentaren zur Zeit, etwa was die Qualität des Fernsehprogramms des MDR mittlerweile angeht.

Gesunder Menschenverstand gewünscht

Nun ist die „Komödianten-Kosmos“-Reihe im Meißner Theater nicht zuletzt als „kulturvoller Kaffeeklatsch“ konzipiert, insofern wurde sich dann schon mal darüber ausgelassen, was eine gute Eierschecke ausmacht, oder auch daran erinnert, dass „wir in der DDR die einzigen waren, die angolanischen Kaffee tranken“.

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Zur Sozialisation gehörte, dass Tom Pauls in einer Art Spagat aufwuchs, was die eigene Familie anging. Da war etwa der Großvater, der von USPD über KPD bis hin zur SED zeitlebens kommunistischen Ideen anhing, zum anderen die Familie mütterlicherseits: aus Ostpreußen vertrieben, im Westen lebend, bürgerlich durch und durch. Da war immer viel „Stimmung“, wenn man etwa zu Messezeiten in Leipzig aufeinander traf.

In der zweiten Hälfte des Kaffeeklatsches, zu dem das aus Christian Schöbel (p) und Mario Meusel (dr) bestehende Duo 2Hot hier und da übrigens vortreffliche Musiknummern beisteuerte, wurde auf Fragen aus dem Publikum eingegangen. So wurde Pauls gefragt, was er sich denn so wünschen würde, wenn er „Jeannie der Flaschengeist“ wäre. Dass in Deutschland endlich wieder „gesunder Menschenverstand einzieht“ sowie dass „alle bessere Laune haben“, antwortete Pauls.

nächster „Komödianten-Kosmos“-Termin: 26. April, 16 Uhr, Theater MeißenGast ist dann Gunther Emmerlich

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