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Regional Erfinder des Nach-Pop: Hartmut Bonk gestorben
Nachrichten Kultur Regional Erfinder des Nach-Pop: Hartmut Bonk gestorben
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13:52 12.09.2019
Hartmut Bonk Quelle: Circa1492, Wikimedia Commons, Lizenz: CC-BY-SA 4.0, https://bit.ly/1upaQv7
Dresden/Berlin

Der visionäre Bildhauer Hartmut Bonk ist nach DNN-Informationen am 6. September gestorben. Das bestätigte sein Berliner Galerist Norbert Hümbs. Bonk wäre am 11. September 80 Jahre alt geworden. Er war auch der Vater des ebenfalls jüngst verstorbenen Künstlers Eberhard Havekost.

In Pulsnitz geboren, zog es Bonk nach Dresden, wo er an der Hochschule für Bildende Künste bei Gerd Jäger, Hans Steger und Walter Arnold das Rüstzeug eines Bildhauers erlernte (1961-67). Nach dem Studium setzte er sich mit dem Werk von Arp, Brancusi, Giacometti, Laurens, Lippchitz, Marini, Moore, Wotruba und Zadkin auseinander. Er selbst nannte es „Nachschule“ und trieb seine „Erprobungen bis zur Ungegenständlichkeit“.

Im September 2009 war Hartmut Bonks Skulpturengruppe „Society apokalyptisch“ (1979/80) in der Ausstellung „Ohne uns“ in der Prager Spitze in Dresden zu sehen. Quelle: Dietrich Flechtner

Sensibel reagierte er auf Zivilisationsthemen

Bonk lebte im Künstlerhaus Loschwitz und war fasziniert vom Werk des Altmeisters des Konstruktivismus Hermann Glöckner. Anfangs beschäftigte er sich mit Kalk- und Sandstein, nahm an Bildhauersymposien teil. Experimentierfreudig eingestellt, gelangte er schnell von der Einzelfigur zur in sich bewegten Figurengruppe. Das Modellieren mit Ton erlaubte ein schnelleres Arbeiten und mehr Dynamik. Er entdeckte für sich die Möglichkeit des Abgusses in Polyester und wurde somit unabhängig vom Steinbruch und vom Bronzeguss.

Sensibel reagierte er auf Zivilisationsthemen, gesellschaftliche Verwerfungen, auf krisenhafte Verläufe, die bedrohliche Ausmaße anzunehmen vermögen Er beobachtete die zur Katastrophe tendierenden Zukunftslinien. In der Pop-Art wurden erstmals zum plastischen Arbeiten Kunststoffe verwendet. Somit bezeichnete der Künstler schlicht seine Stilrichtung als Nach-Pop.

Erste Ausstellung im Dresdner Leonhardi Museum

Bonk, der 1974 seine erste Ausstellung im Dresdner Leonhardi Museum hatte (und am selben Ort 1991 auch die erste im Osten nach der Wende) fand zu einer irritierenden, signifikanten Formensprache. Das stille Drama der „weiße(n) Gruppe“, bestehend aus geisterhaft wirkenden, überlebensgroßen, überschlanken weibliche Figuren mit entindividualisiertem Äußeren, zu sehen auf der VIII. Kunstausstellung der DDR in Dresden, schockierte die Besucher. 1976 schrieb Bonk in einem Faltblatt der Winckelmann-Gesellschaft Stendal: „Die Welt ist voller Bilder, voller Übermittlung dessen, was geschehen ist. Annahme und Ablehnung legen die Struktur frei und führen das Geschehene fort. Die Zukunft liegt im Ungeformten.“

Zum Teil integrierte der Künstler in seine plastischen Ensembles auch Zivilisationsmüll. Drei monumentale silberne Figuren wurden 1979/80 in der Dresdner Ausstellung „Junge Bildhauerkunst der DDR“ gezeigt. Diese Gruppe gelangte 1981 in den Sammlungsbestand der Staatlichen Galerie Moritzburg-Halle. Es folgten weitere Figurengruppen wie „Society apokalyptisch“.

Professor an der Universität der Künste in Berlin

Den Osten hatte Bonk kennengelernt. Es zog ihn in den Westen. 1982 siedelte er nach Berlin West/Neukölln über. Es war die Zeit seiner Reisen in den mediterranen Raum, die verbunden war mit einer ganz persönlichen Antikenrezeption. Der Mythos des Herakles beschäftigte ihn zeitlebens. 1983 bezog er ein Atelier im Künstlerhaus Bethanien. Dort entdeckte er für sich das Material Pappmaché, mit dem er monumentale, farbig gefasste plastische Arbeiten entwickelte, die sich mit dem Gottmenschen Herakles auseinandersetzten. Eine Ausstellung im Dresdner Schloss 1994, ausgerichtet vom Neuen Sächsischen Kunstverein e.V., gab Einblick in diese Schaffensphase.

Schon 1985 wurde im Rahmen eines Arbeitsstipendiums der Stadt und des Landes Berlin eine Arbeit aus der Gruppe „Psychic Roboters“ von der Berlinischen Galerie angekauft. 1986 gewann Bonk den Wettbewerb für einen Brunnen in Neukölln: „Imaginäres Theater: Leda mit Schwan, Zyklopen und Zentauren“, eine archaisch wirkende bronzene Figurengruppe. Spätere hyperrealistisch aufgefasste Figurengruppen zum Thema „Pandora“ waren stark farbig gefasst.

Von 1988 bis 2004 war Bonk als Professor an der Universität der Künste in Berlin tätig. Zu seinem Werk zählen auch Landschaftsbilder und Siebdrucke.

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