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Regional Element of Crime verzaubern den Alten Schlachthof mit neuem Album
Nachrichten Kultur Regional Element of Crime verzaubern den Alten Schlachthof mit neuem Album
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17:02 08.05.2019
Frontmann und Autor Sven Regener präsentierte das neue Album im Schlachthof. Quelle: E-Mail-LVD
Dresden

Im vergangenen Sommer hatte Element of Crime bereits in der Jungen Garde angeteasert, was die Fans der Band um Frontmann und Autor Sven Regener auf dem neuen Album „Schafe, Monster und Mäuse“ erwartet – das lang erwartete und inzwischen zehnte deutschsprachige Studioalbum der Bremer Rocker kam Anfang Oktober in die Läden und schreit natürlich nach einer Tour. Und die Fans sind in Scharen erschienen, das altersmäßig beeindruckend gut durchmischte Publikum schiebt sich am Dienstagabend euphorisch in den ausverkauften Alten Schlachthof und harrt der musikalischen Offenbarung, die über es hereinbrechen soll.

Deborah Müller“ statt Frank Lehmann

Mit dem dieser Band eigenen leichten Anflug von Ironie startet das Konzert nach gelungenem Warm-up von „Isolation Berlin“ dann auch mit „Am ersten Sonntag nach dem Weltuntergang“, gefolgt vom titelgebenden „Schafe, Monster und Mäuse“. Schon nach zwei Songs ist klar, dass einer der besten Livebands des Landes auch der Schlachthof mit seiner mitunter tückischen Akustik nicht das Wasser abgraben kann. Das Publikum zeigt sich trotz der verhältnismäßig neuen Songs ausgesprochen textsicher, auch bei „Ein Brot und eine Tüte“ wird begeistert mitgesungen.

Element of Crime im Alten Schlachthof

„Neue Lieder, ja gut“, wirft Regener im Bremer Schnack gut gelaunt ein, „aber wo ist die alte Hitmaschine, wann macht er die denn jetzt?“ und man meint, seine Romanfigur Frank Lehmann aus ihm sprechen zu hören. Statt Frank Lehmann gibt’s aber jetzt „Deborah Müller“ und die Menge fällt begeistert ein. Auf „Liebe ist kälter als der Tod“ folgt eine geflüsterte Neuauflage von „Nur so“, eine Reihe von Gänsehautmomenten und das erste von mehreren Saxofon-Soli Regeners an diesem Abend.

Im Anschluss gibt es endlich eine der für Regener typischen Anekdoten, schnodderig und äußerst unterhaltsam kündigt er einen Song an, „den wir seit ‚96 kaum gespielt haben, weil wir es irgendwie einfach nicht drauf hatten. Also toll ist der natürlich trotzdem, aber Journalisten wollten immer wissen: ‚Worum geht’s da eigentlich?’ Tatsächlich geht’s da um Depressionen, da hieß es dann immer nur ‚aha’. Will keiner hören. Und jetzt hat Gisbert zu Knyphausen das gecovert, wie peinlich ist das denn? Der Knyphausen kriegt das besser hin als wir! Jetzt haben wir quasi den Song von Knyphausen gecovert, aber so, dass er mehr wie Element of Crime klingt!“ - die ersten Klänge von „Wie ich wirklich bin“ gehen in kollektivem Gelächter unter.

„Wo bleibt denn da der Rock?!“

Mit „Immer noch Liebe in mir“, dem melancholischen (und dem ein oder anderen Gast das erste Tränchen entlockenden) „Gewitter“ und „Stein, Schere, Papier“ zeigt die Band drei weitere Songs der neuen Platte, die auch insgesamt irgendwie noch reifer, textlich ausgefeilter und musikalisch durchkomponierter daher kommt, als ihre Vorgänger – sofern das bei einer Band wie Element of Crime überhaupt geht. Obwohl bislang vor allem neue Songs über die Bühne gingen, fühlt man sich mittendrin in dieser wunderschönen EoC-Wolke und hat so gar nicht das Gefühl, lieber Altbekanntes hören zu wollen. Warum auch, wenn das Neue ebenso zu berühren vermag. Findet auch Regener: „Ich dachte gerade, das ist ein guter Moment, um mal wieder was zu sagen“. Sagt’s, um sich dann in Schweigen zu hüllen und „Bevor ich dich traf“ als Antwort hinterher zu schieben.

„Im Prinzenbad allein“, ebenfalls von der neuen Platte (und ebenfalls an Herrn Lehmann erinnert, der dort schließlich auch alles tat, außer schwimmen), herrscht dann aber doch zu viel romantische Verklärtheit für Regener: „Ihr denkt jetzt sicher auch, Romantik, schön und gut, easy listening – warum nicht! Aber wo bleibt denn da der Rock?!“ konstatiert er und zack! - ballert die Band mal so richtig los mit „Immer da wo du bist, bin ich nie“. Weiter geht’s mit dem von Element of Crime für den Film „Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“, der überraschenderweise „Robert Zimmermann“ heißt, bevor es zur „Party am Schlesischen Tor“ geht, bei der möglicherweise auch eine Dame namens „Karin, Karin“ anwesend gewesen sein könnte.

Bei „Am Ende denk ich immer an nur an dich“ und einem zauberhaften Bühnenbild kochen dann entgültig die Herzen über, bevor sich EoC mit „Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin“ von der in nachtblaues Licht getauchten Bühne verabschiedet. Die drei Zugaben liefern alles nach, ohne das ein Element-of-Crime-Konzert einfach nicht dasselbe wäre: Die Liebeskummerhymne „Weißes Papier“, „Delmenhorst“, „Schwere See“, „Geh doch hin“ und „Warte auf mich“. Mit „Mehr als sie erlaubt“ endet schließlich um kurz vor elf ein grandioser Konzertabend einer grandiosen Band, die mit einem musikalischen Ausnahmetalent und einer Spielfreude, die den alten Herren hoffentlich noch lange erhalten bleibt, einfach alle begeistert: Menschen. Aber eben auch Schafe, Monster und Mäuse.

Von Kaddi Cutz

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