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Regional Einstimmiger Sieger: Moritz Kienemann
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19:28 18.06.2018
Erich-Ponto-Preisträger Moritz Kienemann (M.) Staatsschauspiel-Intendant Joachim Klement (l.) und Jens Heinrich Zander, Präsident des Fördervereins. Quelle: Sebastian Hoppe
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Dresden

Einen Luftsprung habe die Oma gemacht – trotz Hüfte. Danach gab es Kuchen. So schildert Moritz Kienemann die Reaktion nach der heimatlichen Bekanntgabe seines ersten Preises in der noch recht frischen Karriere als Bühnenmime. Der Grund der Freude war nicht das Preisgeld, sondern vor allem die Bezeichnung nach Erich Ponto. Denn der war just der Lieblingsschauspieler vom jüngst verstorbenen Opa, mit dem sie beide gemeinsam auch oft die „Feuerzangenbowle“ schauten.

Nun wird Kienemann am Freitag – nach der Vorstellung von „Erniedrigte und Beleidigte“ – nicht nur einen Scheck über 5000 Euro vom Förderverein des Staatsschauspiels bekommen, sondern als Ponto-Preisträger 2018 erstmals auch eine Art Minibüste, gedruckt mit 3-D-Drucker und gestaltend überformt von der Dresdner Künstlerin Nadine Wölk. Fördervereinschef Jens Heinrich Zander betonte, dass die Entscheidung einstimmig gefallen sei.

Damit wird das Jahr für den Münchner des Jahrgangs 1990, der von 2011 bis 2015 in Berlin („Ernst Busch“) Schauspiel studierte und nach zwei Spielzeiten am Münchener Volkstheater im Sommer 2017 den Ruf von Joachim Klement ins neue Dresdner Ensemble erhörte und ihm folgte, zu einem besonderen. Denn er hat in seinem Debütjahr nicht nur fünf Inszenierungen, sondern mit Volker Lösch („Der Weg ins Leben“), Ulrich Rasche („Das große Heft“) und nun mit Sebastian Hartmann und dessen arteigener Dostojewski-Bearbeitung drei wirklich sehr prägnante und bekannte Regisseure als Erlebnis. Und überzeugte zudem als konfuser, aber schlauer linker Anwalt in Christoph Heins „In seiner frühen Kindheit ein Garten“ in Regie von Friederike Heller. Aber die liebste Arbeit ist ihm – der in München schon in „Schuld und Sühne“ mitspielte – bislang dieser Dostojewski.

Eine Wette – angesichts der bisherigen Siegerkladde im Rangfoyer – hätte man verloren. Denn es gab Zeiten, da diente der Preis nicht „in erster Linie der Nachwuchsförderung“ und es gewannen verdienstvolle Mimen, die dem Haus treu bleiben. Der erste war Philipp Otto 1999, von 2003 bis 2006 gewannen nacheinander Philipp Lux, Ahmad Mesgarha und Christine Hoppe. Christian Friedel siegte als erster Senkrechtstarter anno 2010 – Kienemann wird nun der zwölfte Träger des Preises, der in der Regel aller zwei Jahre vergeben wird.

Zur Präsentation kam er als frischer Elfter bei den Deutschen Meisterschaften im Theaterfußball – und hatte vom Wochenende immerhin einen Sieg gegen die Oper Köln und einen im Elfmeterschießen gegen Essen in petto. Kienemann spielte da im defensiven Mittelfeld, mehr als Abräumer, wie er zugibt. Musste aber auch als Außenverteidiger ran. Ansonsten klettert er, wandert – nun vor allem in der Sächsischen Schweiz – schwimmt und radelt gern auch ausdauernd. So 90 bis 120 Kilometer schafft er am Tag – und das auch mal an vier Tagen hintereinander.

Dresden als Stadt findet Kienemann spannend – in seiner ganzen Zerrissenheit. Ein Ziel wäre, nach seiner Odyssee, wieder in der Heimat zu spielen. Aber das hat Zeit.

Von Andreas Herrmann

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