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Regional Ein Jahresrückblick mit Klaus Stuttmanns „Politischen Karikaturen 2019“
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13:56 31.12.2019
Klaus Stuttmann Karikatur aus dem August, noch einmal zu finden in den „Politische Karikaturen 2019“. Quelle: Abb. (3): Klaus Stuttmann / Schaltzeit Verlag
Dresden

Im Januar hat das Wetter „total verrückt“ gespielt: Es lag Schnee. „Im Winter?!?“ Für den Karikaturisten Klaus Stuttmann Anlass für eine Zeichnung, die erst auf den zweiten Blick politisch wird. Auf den ersten Blick sind Menschen zu sehen, die auf verschneite Häuser starren. Der Klimawandel – in ihrer Welt ist er noch Theorie. Ein Thema ist er oft in Stuttmanns 200 „Politischen Karikaturen 2919“, die Tag für Tag in über 20 Zeitungen gedruckt wurden und nun unter dem Titel „Irre!!“ zum Jahresrückblick noch einmal gebündelt erschienen sind.

Dem Cartoonisten geht es nicht anders als dem Kabarett. Satire darf alles, doch kann und will sie noch? Darum nimmt Stuttmann ernst, was andere der Lächerlichkeit preisgeben, und karikiert, was Putin, Trump und Erdogan allen Ernstes sagen oder tun. Als dankbarer Anstoß erweist sich der Brexit. „Ich kann das Wort Brexit nicht mehr hören!“, sieht man den Mann im Hörgeräte-Laden sagen. „Brexit 1 Stunde früher!!“ titelt eine Zeitung, denn: „Seit gestern gilt Sommerzeit!“

Und dann war da noch die SPD ...

Was große Entwicklungen im Alltag anrichten, erlebt der kleine Mann, als sein selbstfahrendes Auto von Künstlicher Intelligenz gegen den Baum gesteuert wird: „Scheiß Funklöcher!!“ eben im „ländlichen Raum“. Wohnungspolitik wird zum Lacher, wenn der Mietendeckel einen Hausbesitzer „in Elend und Obdachlosigkeit stürzt“ oder „Wohnungsneubau“ als Zeltstadt entsteht – unter der Brücke. Nur der Europa-Wahl begegnet auch der Karikaturist mit Ratlosigkeit.

Und dann war da ja noch die SPD. Deren Personaldecke: ein Flickenteppich mit ungestopften Löchern. Es gibt ein Wiedersehen mit Andrea Nahles, deren letzte Gemeinsamkeit mit der GroKo das lädierte Antlitz ist. Angela Merkel plant die Karriere ihrer Nachfolgerin AKK und macht sie zur Verteidigungsministerin, weil Scheitern in diesem Amt für Höheres empfiehlt. Das war im Juli.

Die Kapitel sind nach Monaten gegliedert und mit Kurztexten Walther Fekls kompetent umrissen. Den Sommer sieht Klaus Stuttmann überwiegend düster. Festung Europa, Panzer in Hongkong, die AfD trägt Braun, der Wald ist tot, und CO2-Ausstoß stimmt auch nicht farbenfroh. Als das Klimapaket im Herbst zum Päckchen geschrumpft ist, erzählt ein Kneipengast am Tresen, er sei aus der Firma geflogen. Sein Sitznachbar belehrt ihn: „Geflogen? Hättest ja auch die Bahn nehmen können!!“. Irre.

Von Janina Fleischer

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