Eckart von Hirschhausen präsentierte in Dresden sein neues Programm „Endlich“
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Regional Eckart von Hirschhausen präsentierte in Dresden sein neues Programm „Endlich“
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12:40 21.11.2019
Eckart von Hirschhausen im Dresdner Kulturpalast. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Wie man sein Leben verlängert? Nun, indem man konsequent alles weglässt, was es verkürzt. Das ist kurz und bündig der Ratschlag, den der studierte Mediziner und Kabarettist Eckart von Hirschhausen im ausverkauften Kulturpalast seinem Publikum gab. Nicht neu als Erkenntnis, aber halt treffend. Ach ja, und rauchen sollte man nicht, sich dafür bewegen, viel Gemüse essen („Obst wird überschätzt“).

Wer im Parkett saß, verfiel unweigerlich der Spielfreude

Auch schadet es nicht, erwachsen zu werden. Und fünftens soll man Kind bleiben, was sich schon mal dadurch erreichen lässt, indem man „regelmäßig die Punkte eins bis vier ignoriert“, wie Hirschhausen meint und damit offenbart, dass er nicht zur Spezies der moralinsauren Gesundheitsapostel und Moralprediger gehört, die mit makrobiotischer Strenge Ernährungsverbote und Bewegungsgebote predigen, sondern auch mal Fünfe gerade sein lassen kann.

Um das Kind im Publikum freizusetzen, wo er zu seiner Freude viele Mitarbeiter des Gesundheitswesen ausmachte, dem die Automobilindustrie ein wichtiger Zulieferer sei, regnete es dann übergroße Gummibälle von der Decke. Diese durften auf jede erdenkliche Weise weitergestupst werden. Wer im Parkett saß, verfiel unweigerlich der Spielfreude, derweil es sich der Doktor der Nation im Sessel bequem machte und mit stiller Freude versonnen das Treiben beobachtete.

Nach Glück, Liebe und Wundern widmet sich von Hirschhausen in seinem neuen Programm „Endlich“ der Zeit! Was macht die Zeit, „über die wir uns zu wenig wundern“, mit uns, was machen wir mit unserer Zeit, zumal in Zeiten, in denen vielen Zeitgenossen eine „kognitive Dissonanz“ zu bescheinigen ist, was heißt, dass sie zwar „schlau denken, aber blöd handeln“. Warum tickt die berühmte biologische Uhr und wie zieht man sie wieder auf, gern mit dem Ziel, „jung alt zu werden“.

Zwischen „Haha“- und „Aha“-Momenten

Eckhart von Hirschhausen, Jahrgang 1967, ist mittlerweile selbst in einem Alter, in dem man sich freut, wenn es morgens ein bisschen zwickt, schließlich sei das ein Beleg dafür, „dass das Organ noch nicht abgestorben ist“. Einfach mal loslassen im Alltag, „denn wer loslässt, hat zwei Hände frei“, wobei der Satz aus der Freeclimber-Szene komme, wie Hirschhausen wissen lässt.

Die Mischung macht’s bekanntlich, im Fall eines Bühnenprogramms von Hirschhausen ist es eine aus Aufklärung und Unterhaltung. In gewohnt kurzweiliger Weise bürstet er die Erfolgsversprechen unserer Zeit humorvoll gegen den Strich. Er fordert die geneigte Zuhörerschaft – ohne sie aber zu überfordern oder gar zu vergällen, was jetzt aber nicht heißt, dass er nicht mitunter klipp und klar Position bezieht. SUVs kann er ebenso wenig abgewinnen wie der AfD. Und als werdende Mutter Alkohol zu trinken, geht aber auch so was von gar nicht, dafür hat er zu viele Kinder gesehen, die mit einem fetalen Alkoholsyndrom zur Welt kamen und schon deshalb einen ganz schlechten Start ins Leben hatten.

Einmal zaubert er einfach auch nur mit einem Seil, „einem ganz normalen Seil, wie Sie es aus dem Schlafzimmer kennen“. Ja, mit Zaubern hat es von Hirschhausen noch immer, im Kulturpalast nahm er 1996 mal an einem Wettbewerb des Magischen Zirkels Dresden teil, wie er sich mit einem Hauch von Wehmut in der Stimme erinnert. Immer wieder räumt er nonchalant eigene Schwächen ein, etwa wenn er darauf beharrt, typisch Mann, kein Messie zu sein, sondern „ein Sammler ohne festgelegtes Themengebiet“.

Der Zuschauer, viele davon in einem Alter, in dem man weiß, dass „ein Bachelor mal ein akademischer Grad und nicht nur der Titel einer Fernsehsendung war“, bewegt sich zwischen „Haha“- und „Aha“-Momenten und lässt sich nur zu gern von einem Idealisten mitnehmen, der hier und da sogar singt, auf dem Klavier begleitet von Christoph Reuter.

Von Christian Ruf

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