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Regional Dresdner Musikfestspiele locken mit „Visionen“ à la Bauhaus
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12:47 12.05.2019
Gäste im Kulturpalast Dresden während eines Konzerts. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa
Dresden

In ihrer 42. Ausgabe huldigen die Dresdner Musikfestspiele einem Klassiker: dem Bauhaus. „Unser Programm spannt einen Bogen von den visionären Vordenkern früherer Jahrhunderte zu Werken und Konzepten, die durch die Bauhaus-Bewegung inspiriert wurden“, schreibt Intendant Jan Vogler im Programmheft für das Festival. Unter dem Titel „Visionen“ sind vom 16. Mai bis zum 10. Juni 56 Veranstaltungen geplant. Stars sowie Sternchen mit einer hoffnungsvollen Zukunft – nicht nur aus der Klassikszene – sind dann in Dresden vertreten. Das Abschlusskonzert spielt Eric Clapton.

Vogler, der die Festspiele vor zehn Jahren übernommen hat und damals selbst mit einer Fülle von Visionen angetreten war, will auch in diesem Jahr über den musikalischen Tellerrand schauen und gesellschaftliche Themen aufgreifen. „Eine neue Bauhaus-Bewegung würde uns gut bekommen; eine zentrale Rolle der Kultur in unserer demokratischen Gesellschaft könnte unserem Zusammenleben mehr Sinn und Lebensqualität geben“, sagt der Musiker, der mit seinem Cello bei den Festspielen auch als Solist zu hören ist: „Gemeinsamkeiten stärken und Konflikte verhindern. Die Bauhausgründer träumten von einer gerechteren Welt, in der jeder Mensch Zugang zu Kunst, Ästhetik und Kultur hat.“

Gemeinsam mit Künstlern und Musikerkollegen aus aller Welt möchte Vogler im Sinne der Bauhaus-Philosophie Genregrenzen sprengen und Traditionen neu beleben – von Klassik bis Rock. Zum Auftakt spielt das Dresdner Festspielorchester, das Vogler 2012 aus der Taufe hob, um die reichen Musiktraditionen der Elbestadt zu pflegen. Das Ensemble unter Leitung von Ivor Bolton setzt sich aus Musikern führender Ensembles für Alte Musik in Europa zusammen und hat sich der historischen Aufführungspraxis verschrieben. Unlängst gastierte es beim Festival Internacional de Música Clásica in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá.

Zu den Höhepunkten gehört die Uraufführung eines Vogler gewidmeten Cello-Konzerts von drei Komponisten. Neben dem Dresdner Sven Helbig, haben der US-Amerikaner Nico Muhly und der Chinese Zhou Long für Vogler zur Feder gegriffen: „So wie dieses Cellokonzert könnte unsere heutige Welt sein: farbig und kontrastreich, in glücklicher kultureller Koexistenz“, sagte der Intendant kürzlich in einem Interview gesagt. Zudem gibt es eine choreografische Neufassung des Tanzexperimentes „Das Triadische Ballett“ von Oskar Schlemmer und Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ mit dem russischen Pianisten Nikolai Tokarev und einer Videoinstallation zur legendären Inszenierung von Wassily Kandinsky 1928 in Dessau.

Die Liste namhafter Orchester und Interpreten ist lang: Die Berliner Staatskapelle kommt mit Daniel Barenboim, die Wiener Philharmoniker mit Dirigent Tugan Sokhiev und dem Pianisten Yefim Bronfman. Die litauische Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla gibt beim Auftritt mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra ihr Debüt an der Elbe. Auch Cellist Yo-Yo Ma, Geigerin Anne-Sophie Mutter, ihr Kollege Joshua Bell und die Pianistin Hélène Grimaud sind alte Bekannte in Dresden. Jordi Savall ist mit einer musikalischen Hommage an Syrien vertreten.

Ein Gastspiel geben die Dresdner Musikfestspiele zudem im Berliner Konzerthaus: Valery Gergiev dirigiert dort am 3. Juni sein Orchester des Sankt Petersburger Mariinsky-Theaters.

dpa

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