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Regional Dresdner Jungschauspieler auf großer Kinoleinwand
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09:03 20.06.2019
Bei der Dresdner Kinopremiere in der Schauburg: Anton Petzold und Emilie Neumeister. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

„Gut gespielt, Emilie!“, tönt es von der Seite, als wir uns mit Emilie Neumeister und Anton Petzold in der Schauburg treffen. Gerade haben sie den Film „Orangentage“ mit Freunden und Familie auf der großen Kinoleinwand gesehen. Und das war in der Tat etwas Besonderes, denn beide spielen in dem Streifen mit – Emilie sogar in einer Hauptrolle. „Lustig und aufregend“ war die kleine Dresden-Premiere, da sind sich beide einig.

„Genauso bist du zu Hause!“

Orangentage“ handelt vom Erwachsenwerden. Hauptfigur ist der heranwachsende Darek, der mit seinem Vater und seiner jüngeren Schwester in einem Dorf im tschechisch-deutsch-polnischen Grenzgebiet lebt. Durch den Tod seiner Mutter änderte sich plötzlich alles. Sein Vater ist ihm keine große Hilfe im Leben ohne Mama, er ertränkt seinen Kummer in Alkohol. Kurz bevor die Familie auseinander zu brechen droht, kommt ein Freund der Familie ins Spiel. Er gibt Darek und seinem Vater eine neue Perspektive und die beiden helfen ihm, sich um kranke und für ihre Besitzer nutzlos gewordene Pferde zu kümmern. Als dann auch noch Hanna (gespielt von Emilie Neumeister) in sein Leben tritt, nimmt die Geschichte Fahrt auf.

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„Genauso bist du zu Hause!“, stellte Antons Mutter während des Films fest. Er mimt Jonas, Hannas Bruder. Emilie und Anton haben die Szenen nicht zum ersten Mal gesehen: „Wir haben beide schon ein bisschen was gesehen, da wir uns komplett nachsynchronisieren mussten. Das war nötig, da es so viele tschechische Darsteller gibt und die ja auch komplett synchronisiert werden“, berichtet die 19-Jährige.

Die Schule muss zurückstecken

Die unterschiedlichen Muttersprachen der Schauspieler waren für Emilie und Anton eine besondere Herausforderung. „Wenn ich mit Tomas Dalecky gedreht habe, hat er tschechisch gesprochen und ich deutsch. Dabei muss man sich dann ganz viel über Mimik und Gestik verständigen“, erinnert sich Emilie. Auch Anton hat sich eine bestimmte Strategie überlegt, um mit den Umständen zurecht zu kommen: „Für mich war es eine große Hilfe, mir das Schlusswort des anderen zu merken, damit ich weiß, wann ich einsetzen muss“, erzählt er.

Die Dreharbeiten sind inzwischen schon über ein halbes Jahr her. Hauptsächlich wurde im letzten Sommer gedreht, was vor allem Anton zu gute kam. Denn der 15-Jährige geht noch zur Schule. „Ich gehe zur Christlichen Schule Dresden und die kennen mich da schon und sind sehr kulant“, sagt er. Bedeutet: Wenn Dreharbeiten außerhalb der Ferienzeit stattfinden, kann er auch mal aussetzen und holt das Verpasste nach. Das wird auch in diesem Jahr wieder so sein, denn für eine ZDF-Produktion hat Anton die Hauptrolle übernommen: „Die Dreharbeiten dafür fangen nach den Sommerferien an“, erzählt er mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Bevor es aber wieder an die Arbeit geht, genießen die beiden erstmal das Ergebnis ihres letzten Schauspiels.Und das will im Anschluss an die heimische Premiere auch gefeiert werden. Kaum sind wir mit unserem Gespräch fertig, brüllt es „Anton!“ quer über die Königsbrücker Straße – die Belohnungsburger werden kalt.

Von Lisa-Marie Leuteritz