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Regional Dresdens neuer HfM-Rektor Axel Köhler stellt ein klingendes Jahresprogramm vor
Nachrichten Kultur Regional Dresdens neuer HfM-Rektor Axel Köhler stellt ein klingendes Jahresprogramm vor
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09:47 28.09.2019
Axel Köhler, neuer Rektor der Dresdner Musikhochschule Quelle: Lutz Edelhoff
Dresden

Großer Bahnhof am Wettiner Platz: Am Freitag gab es an Dresdens Musikhochschule Carl Maria von Weber die feierliche Semestereröffnung nebst Immatrikulation der neuen Studentinnen und Studenten, zudem stand ein Konzert der Jazzsängerin und Gesangsprofessorin Céline Rudolph auf dem Programm, obendrein präsentierte Axel Köhler als neuer Rektor noch gemeinsam mit dem aktuellen Leitungsgremium des Hauses die Konzertvorschau für die Saison 2019/2020.

Sichtlich stolz verwies der frischgebackene Hochschulchef auf die enorme Quantität von mehr als 300 Programmpunkten. „Unsere Hochschule kann sich da durchaus mit den größten Veranstaltern der Stadt messen“, fasste er vorab schon zusammen, was seine Kolleginnen und Kollegen anschließend für ihre Fachbereiche detailliert aufgelistet haben. Es gebe großartige Möglichkeiten für die Studierenden, sich mit dem Erlernten zu präsentieren, so Köhler, „aber das muss mehr an die Öffentlichkeit. Dresden soll wissen, was hier alles stattfindet.“

Rektor bislang als namhafter Sänger, Regisseur und Intendant tätig

Mit einem Augenzwinkern erläuterte er das Johann Wolfgang von Goethe entlehnte Motto dieses Programms: „Auf dem West-Östlichen Divan“. Die Ideale des Klassikers stünden auch 200 Jahre nach der ersten Veröffentlichung dieser Gedichtsammlung für eine geistige Offenheit. Auf die Hochschule gemünzt, stehe dieser Titel für Europa und weit darüber hinaus. Folglich sind auch die Kooperationspartner von Dresdens Partnerstädten Wrocław und Salzburg über München sogar bis zum Manhattan School of Music international aufgestellt.

Vorrangig werde man sich natürlich, wie bereits in der Vergangenheit praktiziert, mit den vor Ort präsenten Kultureinrichtungen vernetzen. Da sehen Köhler und sein Kollegium durchaus noch Steigerungspotenzial. Dem engsten Leitungsgremium um den neuen Rektor, der bislang als namhafter Sänger, Regisseur und Intendant tätig gewesen ist, gehören nunmehr mit Kanzlerin Eileen Mühlbach die Prorektorinnen Claudia Schmidt-Krahmer (zuständig für Künstlerische Praxis) und Andrea Schnelte (für Lehre und Studium) an. Als Dekan der Fakultät I ist Frank Brochhagen, Leiter der Opernklasse, bereits seit März im Amt, ebenso wie Ralf Beutler als Dekan der Fakultät II.

Mehr als 300 Projekte

Aus dem umfangreichen Veranstaltungsreigen hoben die Damen und Herren entsprechend ihrer Zuständigkeiten, Vorlieben und Besonderheiten hervor. So eine Würdigung des Offenbach-Jahres durch Lehramts-Studiosi, die der Vorbereitung dieses Projekts ihren Sommer geopfert hatten und am 11. Oktober die Operette „La Périchole“ präsentieren werden. Der Titel findet sich allerdings nicht im Hochschulprogramm, vielmehr heißt es dort geheimnisvoll überraschend „AllesPrimaInLima“.

Dass all diese über 300 Projekte Teil der Studienaufgaben sind und den aus aller Welt kommenden jungen Menschen, die in Dresden studieren, praxisnahe Möglichkeiten des Ausprobierens und Reifens vermitteln, sei ebenso hervorzuheben wie die insgesamt positive Zukunftsorientierung des zuletzt durch unliebsame Schlagzeilen in erhebliche Schieflage geratenen Hauses. Doch auch in der Vergangenheit konnte wiederholt der Sächsische Lehrpreis errungen werden, einmal im Bereich Neue Musik, einmal im Fach Gitarre.

Tschechischer Violinprofessor Ivan Ženatý kehrt nach Dresden zurück

Ende November soll eine neue Konzertreihe mit der Sinfonietta Dresden starten und sich mit Ludwig van Beethovens Klavierkonzerten schon dem Jubilar des kommenden Jahres widmen. In sämtlichen Fachbereichen sei eine stärkere Vernetzung angesagt, sowohl innerhalb der Einrichtung als auch extern mit Institutionen und Ensembles aus Dresden, dem Umland sowie weit darüber hinaus. Die Elbland Philharmonie und Ekkehard Klemm, aber auch die Berliner Lautten Compagney unter Wolfgang Katschner werden da mitwirken, im Fachbereich Gesang wird die einst so verdienstvolle Reihe „Das Lied in Dresden“ durch Kammersänger Olaf Bär am Leben gehalten, diesmal mit einem Gedenken an den 250. Todestag von Friedrich Hölderlin.

Glücklich sei man darüber, dass der tschechische Violinprofessor Ivan Ženatý nach seiner Zeit am Curtis Institute of Music wieder nach Dresden zurückkehren und hier am 9. Dezember in der Reihe Professoren im Konzert einen Soloabend geben wird. Die Opernklasse bereitet für April kommenden Jahres Georg Friedrich Händels Oper „Alcina“ vor, wozu es für die Ausstattung eine Kooperation mit der Kunsthochschule Burg Giebichenstein geben soll.

Deutlich verstärkt wird Zusammenarbeit mit MDR Sinfonieorchester

Eine Dresdner Besonderheit liegt in der Förderung Neuer Musik, die Jörn Peter Hiekel zufolge „zum Leitbild unserer Hochschule“ zähle und viele Kooperationen nach innen und außen pflege. Im Zusammenhang mit der Semperoper soll es da ein Symposion zu György Ligeti sowie ein Porträtkonzert geben. Deutlich verstärkt werde die Zusammenarbeit mit dem MDR Sinfonieorchester, die künftig pro Jahr drei bis vier Uraufführungen komponierender Studenten beinhalten soll.

Gemeinsam mit dem Mozarteum Salzburg und der Musikhochschule Bern werde in Zukunft ein Aufbaustudiengang „Neue Musik für Interpretierende“ angeboten, während Erprobtes wie die „Briefmarkenopern“ und gemeinsame Ringvorlesungen mit der TU Dresden fortgeführt würden.

Froh sei Axel Köhler über das „stabile finanzielle Gerüst“ der Hochschule, was einen „Aufbruch in neue Zeiten“ ermögliche. Ein Ausruhen auf dem sprichwörtlichen Diwan scheint also nicht angesagt zu sein.

www.hfmdd.de

Von Michael Ernst

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