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19:45 23.12.2019
DFranz „François“ Schubert, ab 1861 Erster Konzertmeister der Dresdner Hofkapelle. Quelle: Archiv Sächsische Staatstheater
Dresden

Franz Schubert aus Dresden? Gleich vier aufeinanderfolgende Namensvettern des berühmten Wiener Komponisten umfasst die Dresdner Musikerfamilie Franz Schubert: vier Generationen, die in hochrangigen Positionen das kulturelle Leben Dresdens vom 18. bis ins 20. Jahrhundert prägten. Franz Anton Schubert wurde 1808 Musikdirektor des italienischen Operndepartments an der Dresdner Hofoper, sein Sohn Franz „François“ und sein Enkel Friedrich Franz Louis Schubert wirkten beide als Konzertmeister der Hofkapelle. Der Urenkel Franz Georg Curt Schubert ist als interimistischer Leiter des Dresdner Kupferstichkabinetts vor 1944 belegt.

Tagebücher, Kostümskizzen, Briefe und mehr

Rund 2.000 Einzeldokumente enthält der Nachlass dieser Künstlerfamilie im Historischen Archiv der Sächsischen Staatstheater, der seit Mai 2018 im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts wissenschaftlich erschlossen wurde. Bereits 2016 konnten die Sächsischen Staatstheater die wertvollen Archivalien als Modellprojekt der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) aufwendig restaurieren lassen.

Nun sind die Dokumente dieser bedeutenden Musikerdynastie im Online-Portal für Nachlässe und Autographen „Kalliope“ der wissenschaftlichen Öffentlichkeit weltweit zugänglich: Rund 1.200 handschriftliche Korrespondenzstücke und Manuskripte sowie 800 teils zusammenfassend erschlossene Drucksachen zeichnen ein lebendiges Bild der Künstlerfamilie, in der die beiden Hofopernsängerinnen Maschinka und Georgine Schubert (Ehefrau und Tochter von François Schubert) eine besondere Rolle einnahmen: als europaweit gastierende Solistinnen, die von Zeitgenossen wie Hector Berlioz, Charles Gounod und Gioacchino Rossini persönlich gewürdigt wurden.

Selbstporträt der Dresdner Hofopernsängerin Maschinka Schubert (um 1837) Quelle: Archiv Sächsische Staatstheater

Neben Programmzetteln, Zeitungsrezensionen, Verträgen, einer Notensammlung sowie Autographen von komponierenden Mitgliedern der Familie Schubert umfassen die vielfältigen Nachlassdokumente u. a. ein viersprachiges Tagebuch von Maschinka Schubert und ein Album von ihr gezeichneter Kostümskizzen zu ihren Rollen sowie ein Prachtfotoalbum der Königlich Musikalischen Kapelle von 1889.

Ausstellung im Vestibül der Semperoper

Über 800 Briefe bilden das inhaltliche Herzstück des Nachlasses im Archiv der Staatstheater: Korrespondenzen der Familie Schubert mit rund 150 bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten in Dresden und anderen europäischen Musikmetropolen wie Berlin, Leipzig, Hamburg, Paris, London, Wien und Florenz. Darunter finden sich wertvolle Quellen für die Geschichte der Dresdner Hofoper unter den Dirigenten Carl Maria von Weber, Richard Wagner und Ernst von Schuch.

Brief des Dresdner Intendanten Wolf August von Lüttichau an Franz „François“ Schubert während seines Studienaufenthaltes in Paris (1833) Quelle: Gerd Lohse

Im Zentrum der erhaltenen Dokumente im Archiv der Staatstheater steht Franz „François“ Schubert, ab 1861 Erster Konzertmeister der Dresdner Hofkapelle, der für seine Solo-Konzerte im In- und Ausland auch eine Reihe von Virtuosenstücken komponierte. François, der seine geigerische Ausbildung auf Kosten des Dresdner Hofes in Paris komplettierte, erwarb dort 1833 eine Stradivari für die Hofkapelle, die noch heute in Konzerten und Opernvorstellungen an der Semperoper erklingt. Neben einem der ersten Dresdner Streichquartette begründete er mit der berühmten Pianistin Clara Schumann eine mehrjährige Soirée-Reihe: eine der ersten Initiativen einer bürgerlichen Konzertkultur im Umfeld der Dresdner Hofoper.

Die enge Verbindung der Künstlerfamilie Schubert zu Clara und Robert Schumann während ihrer Dresdner Zeit bildete auch den Schwerpunkt der bis Januar 2019 im Vestibül der Semperoper zu besichtigenden Ausstellung des Historischen Archivs im Rahmen des Schumann-Zyklus’ der Staatskapelle: „Gestatten: Franz Schubert aus Dresden“.

Nach dem Abschluss des DFG-Projekts sind die Dokumente des Nachlasses nun online recherchierbar (kalliope.staatsbibliothek-berlin.de) und im Historischen Archiv der Sächsischen Staatstheater für die wissenschaftliche Öffentlichkeit zugänglich.

Von Eva Katharina Klein

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