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Regional Die St. Pauli-Ruine in der Neustadt geht in ihre 20. Saison
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10:25 09.04.2019
Auf geht’s – mit einladender Geste auf der Bühne der St. Pauli-Ruine: Schauspielerin Kirsti Schüller und Künstlerischer Leiter Jörg Berger. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Er hatte seinen Reiz, der Export-Sommer des vergangenen Jahres. Für Sonnenanbeter und Vitamin-D-Aufsauger hätte er endlos so weitergehen können. Andere aber stöhnten, wieder andere mussten satte Einbußen verzeichnen. Womit an dieser Stelle nicht die Getreidebauern gemeint sind.

Drei Premieren und 150 Veranstaltungen

Auch unter dem gläsernen Dach der St. Pauli-Ruine in der Dresdner Neustadt herrschte 2018 ein gewisse drückende Hitze – die den Betreibern des halbjährlichen Theater- und Konzertprogramms die Petersilie verhagelten, um im Wettermodus zu bleiben. Rund ein Drittel weniger Besucher habe der Veranstaltungsort 2018 im Vergleich zum Vorjahr gezählt, als noch rund 20.000 Gäste den Weg dorthin gefunden hatten. Das erzählte Jörg Berger, Vereinsvorsitzender und Künstlerischer Leiter des St. Pauli e.V., am Montag recht freimütig. Der Blick zurück spielte aber, wie gewohnt bei der Vorstellung der aktuellen Spielzeit, keine vordergründige Rolle.

Vielmehr warb Berger um das Kommende. Wobei der Prolog des Prologs der Saison 2018 schon Geschichte ist: Die St. Pauli-Ruine war Ende März Teil der Langen Nacht der Dresdner Theater. Gut besucht, wie Berger sagte. Trotzdem wird es vorerst bei diesem kurzen Vergnügen bleiben. 2020 mache der Termin eine Teilnahme unmöglich.

Das lenkt den Blick auf 2019, wo ein proppevoller Spielplan wartet. Rund 150 Veranstaltungen sind im Programm zu finden – und das Theater steht sozusagen gleich zehnfach im Rampenlicht. Zu den bekannten Inszenierungen „Der Bürger als Edelmann“ (Molière), „Mörderspiele“ (Smith), „Lysistrata“ (Aristophanes), „Ein Sommernachtstraum“ und „Der Widerspenstigen Zähmung“ (Shakespeare), „Siegfried“ und „Faust rockt!“ (Tauchen) gesellen sich drei Premieren.

Die Akustik bleibt ein Problem

Die Komödie „Endlich allein!“ von Lawrence Roman soll erstmals am 17. Mai zu erleben sein. Ein Ehepaar sucht sich selbst, nachdem die Kinder ausgezogen sind. Doch bevor die Suche Erfolg haben könnte, kehren die Kinder wieder zurück... Dazu gesellt sich das „Frankenstein-Projekt“, das für den 19. Juli terminiert ist. Obwohl die Details noch unklar sind, versprach Berger vorab mit einem Lächeln einen „Gruselschocker“, und zwar in großer Besetzung. Was dem Chef aber fast noch mehr am Herzen liegt, ist die erste Inszenierung mit und für Kinder. „Odyssee im Weltraum“, das am 27. Juni Premiere feiern soll, lässt 14 Kinder erstmals Theaterluft auf der Bühne der Kirchruine schnuppern. Daniela Krabbe hat die Leitung, gefördert wird das Vorhaben vom Dresdner Lions Club.

Womit das Thema Geld angeschnitten wäre. Eine fünfstellige Investitionszulage hat dafür gesorgt, dass die Pauli-Bühne nun zehn Meter breit (statt wie bislang nur sechs Meter) ist und damit dem Kirchraum angemessener. Die Akustik aber bleibt (noch) ein Problem. Berger hofft auf Besserung, ohne sich in planerischen Details ergehen zu wollen. Und er verkündet, trotz alter und neuer Aufgaben: „Wir sind fit für den Start.“

Verein sucht Verstärkung

Der soll am 20. April mit einem Konzert der Dresdner Band tricando erfolgen. Und ebnet den Weg in eine Jubiläumssaison, die 20. Und weil die St. Pauli-Ruine immer nur im Sommerhalbjahr bespielt werden kann, will Berger diesen Nachteil in einen Vorteil ummünzen – indem er die Saison als Festival tituliert und ebenso bewerben will.

Gefeiert wird in diesem Jahr jedenfalls mehrfach. Am 1. Mai lädt die Ruine am Königsbrücker Platz zum Familien-Theaterfest „20 Jahre Sommer“, das schon am Nachmittag beginnen soll und als „entspanntes Familien-Angebot“ firmiert. Ein gut einwöchiges Jubelfest zum Geburtstag (ab 21. Juni) steht dann im Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Schließlich folgt noch das 1. St. Pauli Chorfestival (17. & 18. August). Den 20 Jahren subkultureller Theatergeschichte soll eine entsprechende Ausstellung beikommen.

Das Angebot soll stärker auf Stadtteil- und Soziokultur gelenkt werden. Und man sei stärker auf der Suche nach Sponsoren, sagte Berger. Was unbedingt noch zu erwähnen bleibt: Der rund 100 Mitglieder zählende Verein, der das alles stemmt, sucht Verstärkung, ob nun für die St. Pauli-Ruine oder den Stadtteilclub St. Pauli Salon. Kontakt: mitmachen@pauliruine.de.

www.pauliruine.de

Von Torsten Klaus

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