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Regional Die Dresdner Konzertreihe „Offenes Palais“ beginnt das Jahr 2020 „augusteisch“
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14:03 09.01.2020
Johanna Seitz, Klaus Voigt, Anne Schumann und Elisabeth Seitz (v.l.) gestalten den Auftaktabend 2020. Quelle: PR
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Dresden

Bewährtes muss man nicht über Bord werfen, um eine Konzertreihe zu verjüngen, und doch sind nach 20 und mehr Jahren einige Veränderungen ganz normal, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Als die gemeinsam vom Musiker Thomas Friedlaender und dem Kunsthistoriker Marius Winzeler initiierte Reihe „Offenes Palais“ im Herbst 2000 startete, war sie mit ihrer Verbindung aus Kammermusik und kunstgeschichtlichen Vorträgen erfrischend neu in Dresdens Konzertlandschaft und hat sich ihre Besonderheit bis heute bewahrt.

Neu dabei: Der Verein „Erkenne Dich selbst im Fremden“

Für 17 Jahre war man unter dem Dach des Fördervereins Palais im Großen Garten e.V. als Träger gut aufgehoben, und der Effekt war ein gegenseitiger: Die Konzerte brachten regelmäßig Publikum ins Haus und das Palais als baulicher Torso und noch immer unerledigte Baustelle blieb im Gespräch.

Dass die Beschäftigung mit der Geschichte und vor allem mit der Zukunft des für Dresden einzigartigen Bauwerks die eigentliche Aufgabe des Fördervereins ist und bleiben muss, die Rolle des Konzertveranstalters jedoch nur eine Nebenrolle sein konnte (auch wenn man sich über die Jahre mit allem Organisatorischen rund um die Konzerte bemerkenswert ins Zeug legte), dies mag einer der Punkte gewesen sein, an dem es im letzten Jahr zu Differenzen mit dem „Offenen Palais“ kam.

Die Trennung wurde also im Dezember 2019 beschlossen, und die Konzertreihe „Offenes Palais“ soll nun gemeinsam mit dem Dresdner Verein „Erkenne Dich selbst im Fremden“ fortgeführt werden. Inhaltlich geht man da in verwandte Richtungen, wie ein Blick hinter die Kulissen des Vereins verrät, der sich in und um Dresden um interkulturelle musikalische Kontakte bemüht und von Musikern getragen wird.

Interessante, ungewöhnliche und spannende Inhalte

Friedlaender und Winzeler hatten ihr „Offenes Palais“ in den letzten Jahren ganz ähnlich von der reinen Kammermusikreihe für Alte Musik zu einem Platz des Austausches mit anderen Genres und Weltgegenden entwickelt, so dass ihre Arbeit sich gerade in diesem Punkt mit der des Vereins ideal ergänzen dürfte. Essentiell für das Fortbestehen der Konzertreihe bleibt selbstredend die Zusammenarbeit mit dem Freistaat Sachsen als Eigentümer des Hauses sowie mit der Stadt Dresden und dem Verein „Mitteldeutsche Barockmusik“ als wichtigen Förderern.

Nächste Konzerte beim „Offenen Palais“

Freitag, 14.30 und 19.30 Uhr, Palais Großer Garten, musikalische Schätze aus der Wunderkammer August des Starken, Julla von Landsberg (Sopran), Anne Schumann (Violine), Elisabeth Seitz (Hackbrett), Johanna Seitz (Harfe), Klaus Voigt (Viola da spalla)

Freitag, 7. Februar, 14.30 und 19.30 Uhr, Palais Großer Garten, virtuose Flötenmusik – eine musikalische Reise von Frankreich nach Deutschland,Trio Flautissimo Leipzig

Sonnabend, 7. März, 15 Uhr, Christophorus-Kirche Dresden-Wilschdorf, unterwegs mit dem Hl. Christophorus – Kunstbetrachtung: Dr. Marius Winzeler, Chominciamento di Gioia – Instrumentalmusik des Mittelalters: ensemble quidni

Freitag, 27. März, 14.30 und 19.30 Uhr, Palais Großer Garten, Die Jahre im Zoo – Lesung: Durs Grünbein, Kleine Hymnen – zeitgenössische Musik: Anna Katharina Schumann, Thomas Friedlaender

Freitag, 24. April, 14.30 und 19.30 Uhr, Palais Großer Garten, Von Bingen nach Bagdad – Die Musik der Hildegard von Bingen im Dialog mit der orientalischen Welt: Maria Jonas, Bassem Hawar, Thomas Friedlaender

www.offenes-palais.de

www.erkenne-dich-selbst-im-fremden.de

Das seit Jahren treue Stammpublikum muss sich zunächst an den neuen Termin gewöhnen, was für Neulinge und Neugierige ein Leichtes sein dürfte: Der Freitag ist ab sofort der Tag des „Offenen Palais“, an der Doppelung der Veranstaltung mit je einem Konzert am Nachmittag und am Abend ändert sich aber nichts. Mit dem ersten Programm am 10. Januar wird bereits auf das sächsische Jubiläum des Jahres par excellence – den 350. Geburtstag von Kurfürst August dem Starken – vorausgeblickt und nach musikalischen Schätzen aus der kurfürstlichen Wunderkammer geforscht. Historisch etwas früher angesiedelt, doch nicht weniger international ist die musikalische Reise von Frankreich nach Deutschland, die im Februar ansteht, und im März geht das „Offene Palais“ erstmals selbst auf Reisen. In Wilschdorf erklingt dann in Dresdens ältester Kirche ganz passend Musik des Mittelalters.

Den Frühling schließlich begleiten zwei Programme, die der erneuerten Ausrichtung der Konzertreihe und der Zusammenarbeit mit dem „Erkenne Dich selbst im Fremden e.V.“ Rechnung tragen werden: Zu einer Lesung des Schriftstellers Durs Grünbein gibt es zeitgenössische Musik, und das Konzert im April überbrückt die Grenzen von Orient und Okzident klingend. Eines jedoch bleibt unverändert beim „Offenen Palais“: Interessante, ungewöhnliche und spannende Inhalte sind auch künftig Programm.

Von Hartmut Schütz

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