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13:24 08.11.2019
Szene aus „Land des Honigs“. Quelle: Filmstills
Dresden

In der Bibel wird im 2. Buch Mose von einem Land gesprochen, in dem „Milch und Honig fließen“, was auf Kanaan abzielt. Nun ist bei den 7. Osteuropäischen Filmtagen, die ab morgen bis zum 17. November im Kino in der Fabrik in der Tharandter Straße 33 über die Bühne bzw. Filmleinwand gehen, am Sonnabend, 15 Uhr, der Film „Land des Honigs“ zu sehen, der zeigt, dass in Mazedonien viel Honig fließt.

23 Filme aus Osteuropa zu sehen

Im Fokus steht eine sonnengegerbte Frau, die im nordmazedonischen Gebirge als Imkerin eine wilde Bienenzucht betreut. Daneben versorgt sie ihre gelähmte Mutter. Das harte, trotz aller Plackerei durchaus idyllische Leben ändert sich, als sich in der Nachbarschaft eine nomadische Großfamilie niederlässt, in der man Honig lediglich als profitables Verkaufsgut sieht. Die traditionelle Imkerweisheit, den Bienen die Hälfte des produzierten Honigs zu überlassen, schert die Neuankömmlinge wenig.

Szene aus „Gott existiert - ihr Name ist Petrunya Quelle: Filmstills

Am Eröffnungstag haben die Betreiber des Kinos in der Fabrik noch einen zweiten Film aus Nord-Mazedonien im Angebot. Offiziell eröffnet wird das Festival am Sonnabend, 20 Uhr mit dem Film „Gott existiert, ihr Name ist Petrunya“, eine satirische Auseinandersetzung über Religion, Machismo und die Rolle der Frau in dem kleinen Balkanstaat.

Abseits der Klischees von Kriegsrhetorik und Nationalismus

Alles in allem sind 23 Filme aus Osteuropa zu sehen (darunter auch zwei Kinderfilme), Fans des mittel- und osteuropäischen Kinos können also in die vielfältige Filmlandschaft der Region eintauchen – abseits der Klischees von Kriegsrhetorik und Nationalismus. Ein Highlight bei diesem anderen Blick auf den Osten des Kontinents ist mit Sicherheit „Klerus“ (polnisch: „Kler“), in dem Regisseur Smarzowski selbstherrliche, sündigende Priester zeigt, die von einer Karriere im Vatikan träumen, eine riesige Kirche bauen, den Zölibat brechen oder Kinder missbrauchen. Der Film sorgte für heftige Debatten in Polen, war aber in unserem Nachbarland ein absoluter Kinohit.

Zudem gibt es einen tschechischen Schwerpunkt und eine Reihe mit Filmen über das Erwachsenwerden, wobei letztere nicht zuletzt dank der Unterstützung und Übersetzung des Instituts für Slawistik mit deutschen Untertiteln gezeigt werden können. Diese Filme haben keinen deutschen Verleih und sind, wenn überhaupt, nur im Rahmen von Festivals wie diesem zu sehen.

Zweimal Essen und Film vereint

Auch Dokfilm-Fans kommen auf ihre Kosten. Den Film über Václav Havel, den kämpferischer Bürgerrechtler, der nach dem Sturz des kommunistischen Regimes Präsident der Tschechoslowakei wurde, zeigt man in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Dokumentarfilmfestival Elbe Dock. Für kulinarische Liebhaber werden sogar zweimal Essen und Film vereint: einmal russisches Frühstück mit „Moskau glaubt den Tränen nicht“ und einmal tschechische Küche zu der im Nachbarland erfolgreich laufenden Krimiserie „Rédl“.

Kartenvorbestellung (empfohlen) unter Tel. 0351/4244860 Eintritt: 7 Euro / 6 Euro ermäßigt (außer Sonderveranstaltungen), Rabattkarte „5 Filme für 25 Euro“ (gilt nicht für Sonderveranstaltungen)

www.kif-dresden.de

Von Christian Ruf

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