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Regional „Der Mann im Spiegel“ – Pantomimen Bodecker und Neander im Soci Dresden
Nachrichten Kultur Regional „Der Mann im Spiegel“ – Pantomimen Bodecker und Neander im Soci Dresden
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13:08 03.03.2020
Ein Bühnenpaar der Gesten und Blicke: Wolfram von Bodecker und Alexander Neander. Quelle: Pr
Dresden

Fest steht: Man kennt sie. Wolfram von Bodecker und Alexander Neander sind für das Dresdner Publikum eine gesetzte Größe. Ihre Mischung aus Pantomime, schwarzem Theater und kleinen Zaubertricks ist beliebt und findet seit Jahren mit regelmäßigen Gastspielen im Societaetstheater großen Zuspruch. Es sind immer wieder diese kleinen Anekdoten, mit denen sie gewitzt und poetisch Zuschauer jeden Alters erreichen. Ihre Sprache erklärt sich von selbst.

Musik, genau so wortlos die Pantomime

Jetzt haben sie mit „Der Mann im Spiegel“ ein abendfüllendes Stück geschaffen, ein, wie es heißt, „visuelles Konzert“. Am Klavier sitzt Stephan Graf von Bothmer, ganz in der Manier eines Pianisten vergangener Zeiten, der spontan und gefühlvoll einem Stummfilm akustisch eine weitere Ebene der Dramaturgie verpasst. Genau daraus schöpft diese Arbeit, die mit einem Film in Schwarz-Weiß beginnt, ohne Ton, natürlich. Darin wird die Partitur eines Musikers verquickt mit fast schon verzweifelten amourösen Bestrebungen eines Flaneurs.

Was speziell klingt, bekommt sehr schnell allgemeingültigen Charakter. Wie erreichen wir einen anderen Menschen? Was macht uns liebenswert? Diese Fragen sind grundlegend, ganz so, wie die beiden Pantomimen bekanntermaßen arbeiten. Immer wieder sind es diese zutiefst menschlichen Aspekte, Wünsche, Hoffnungen und Träume, die eine grundlegende Verletzbarkeit des Menschen zeigen. Und hier ist es eben die Musik, die als Möglichkeit der Kommunikation eingesetzt wird. Schlussendlich ist sie genau so wortlos wie die Pantomime.

Die Idee des Spiegels, der optischen Reflexion als Metapher der inneren Bewegtheit, ist dabei so simpel wie schlüssig. Neu erfinden Bodecker und Neander nichts, denn das ist auch nicht nötig.

Es gibt Durststrecken

Das Bild des Spiegels ist in der Kunstgeschichte beliebt. Sei es Narziss, der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebt, sei es Oscar Wildes Dorian Gray, dessen gemaltes Porträt als Spiegelung seiner Persönlichkeit an Stelle des Menschen altert. Auch die Popkultur hat ihren Beitrag geleistet. Michael Jackson war es, der in „Man in the Mirror“ sang: „I’m starting with the man in the mirror / I’m asking him to change his ways“. Genau das will dieser Mann auf der Bühne. Er fordert sein Spiegelbild dazu auf, die Dinge zu verändern, das Leben in andere Bahnen zu lenken. Wer das tut, fordert das von sich selbst ein. Und der Kern der Forderung ist immer gleich: Es geht um Freiheit, um Befreiung, hin zu einer Art Selbstfindung. Dass genau das dem Mann auf der Bühne gelingt, ist der Sinn des Ganzen und überrascht nicht.

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Dramaturgisch zeigt sich allerdings, dass diese neue Form der längeren Erzählung schwächere Momente mit sich bringt. Es gibt Durststrecken, in denen die Entwicklung stockt. Da ist sogar eine Szene, in der von Bothmer ganz allein seine Klaviatur tanzen lässt. Bei leerer Bühne. Das geht nicht ganz auf.

Trotzdem funktioniert der Abend wie gewohnt durch die spezielle Kunstform. Man muss sich nur darauf einlassen. Das wird besonders dann deutlich, wenn man neben einer Besucherin mit Down-Syndrom sitzt, der dank herzlichem Einsatz ihrer Begleitung jede Szene in ihrer Bedeutung erläutert wird. Dann fragt man sich, ob das so tatsächlich notwendig ist oder ob nicht jeder Moment für jeden spricht, für die ganz eigene Reflexion. Diese Freiheit schließlich haben wir.

nächste Aufführungen: 5., 6., 7.März, Societaetstheater

www.societaetstheater.de

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