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Regional DNN-Kunstauktion nach einem Jahr Pause mit knapp 50.000 Euro Gesamterlös
Nachrichten Kultur Regional DNN-Kunstauktion nach einem Jahr Pause mit knapp 50.000 Euro Gesamterlös
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07:33 14.11.2019
Auktionator Gisbert Porstmann bei der Versteigerung von Hubertus Giebes „Die Zeit“, das Bild ging für 2400 Euro an den Bieter. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Zum 23. Male hat – nach einem Jahr umbaubedingter Pause – die DNN-Kunstauktion in den angestammten Räumen der Ostsächsischen Sparkasse Dresden am Güntzplatz stattgefunden. Der Gesamterlös liegt bei 49 900 Euro – davon fließen 17 096 Euro in den Spendentopf der DNN-Benefizaktion „Dresdner helfen Dresdnern“, der andere Teil geht an die Künstler und den Freundeskreis Städtische Galerie Dresden – Atelierbegegnungen e.V..

Die erste Position, zwei glasierte Tonfiguren von Nadine Wölk mit dem Titel „Best Buddies III“, fand erst nach etwas Zögern Angebote und schließlich für 400 Euro bei 350 Euro Einstieg einen neuen Besitzer. Doch rasch stieg die Fieberkurve merklich an. Position zwei, „Blue Sky II.15 [High Noon I]“ (Parker auf Papier), ein weiteres Werk der Dresdner Künstlerin, wechselte für stattliche 1600 Euro ins Publikum. Den Einstiegspreis von 500 Euro trieb dabei auch ein Gebot in die Höhe, das schriftlich eingegangen war. Es sollte nicht das letzte schriftliche Gebot an diesem Abend sein, das Auktionator Gisbert Porstmann gegen Bieterkarten im Saal ausspielen konnte.

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1300 Euro für ein „weißes Blatt“

Porstmann lief bisweilen zu Höchstform in Sachen Infotainment auf, etwa bei dem Versuch, Carsten Nicolais „Known pulsar thanks to P.S. and J.D.“ (Siebdruck) unters kunstaffine Volk zu bringen. „Ich muss Ihnen hier ein weißes Blatt schmackhaft machen“, erläuterte der Direktor der Museen der Stadt Dresden die Herausforderung. Denn Nicolais Werk ist phosphoreszierend und leuchtend nur in der Dunkelheit zu sehen.

23. Kunstauktion der Dresdner Neuesten Nachrichten

Diese nun war im Saal der Ostsächsischen Sparkasse Dresden – seit jeher Unterstützer der DNN-Kunstauktion – nicht herzustellen. Also sahen Auktionator und Publikum auf einen weißen Bogen, der letztlich auch dank Porstmanns überzeugender Darstellung für 1300 Euro (Einstiegspreis: 350 Euro) versteigert wurde.

Zu den besonders begehrten Werken zählten Hubertus Giebes „Das Zelt“ (2400 Euro bei 500 Euro Einstiegsgebot), die 80-Zentimeter-„Stele“ von Johannes Makolies (1400/300 Euro) oder Matthias Garffs „Insektenkasten Juni II“ mit Kronkorken-Tierchen (1900/500 Euro).

Höchstes Gebot: 2800 Euro für Michael Klipphahns „Nails“

„König“ der DNN-Kunstauktion aber war erneut Michael Klipphahn, der selbst im Publikum saß. Wie schon 2017 provozierte eines seiner Werke das höchste Gebot und toppte dabei sogar den vorhergehenden Erfolg: Legte 2017 ein Interessent 2600 Euro für die Rückenpartie einer Frau mit Bikinistreifen namens „Tan“ (Öl auf Holz) hin, fiel nun das Spitzengebot von 2800 Euro für „Nails“ (Öl auf Holz), ein Bildnis zweier Hände, gleichzeitig das Plakatmotiv der diesjährigen DNN-Kunstauktion

Die größte Wertsteigerung erlebte Christiane Latendorfs „Schwan am Abend“ (Scherenschnitt/Zeichnung). Die Versechsfachung auf 240 Euro ist wohl auch dem niedrigen Einstiegspreis von 40 Euro zu danken. Einige wenige Werke blieben ohne Mindestgebot, andere wurden als Paket ersteigert. So gingen Stephanie Lünings „Positive/Negative No. I“ und „No. II“ (Wasserfarbe + Seifenlauge auf Papier) oder Veit Hofmanns „Welt eines Vogels“ und „Exotischer Vogel“ (Öl auf Papier bzw. Holz) an je einen Käufer.

„Es könnte auch der nächste Picasso sein“

Die von den DNN in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Städtische Galerie Dresden – Atelierbegegnung e.V. und der Ostsächsischen Sparkasse Dresden organisierte Auktion konnte auch mit einer Neuerung aufwarten: Unter dem Titel „On The Way“ wurden erstmals 21 Werke aktueller Meisterschüler der Hochschule für Bildende Künste Dresden mit kleinem Einstiegspreis angeboten. „Lassen Sie sich darauf ein. Es könnte auch der nächste Picasso sein“, warb DNN-Chefredakteur Dirk Birgel und traf auf offene Ohren. Bis auf zwei gingen diese Werke mindestens zum Aufrufgebot, zum Teil aber auch deutlich darüber weg.

Newcomerin Viktoria Kurnicki provozierte gar durch das Angebot, ihre Installation „(an-)einander leiden“ (UV-Farbe, Text geplottet, UV Taschenlampe, Metallkette) selbst anzubringen, gegen Ende der Auktion noch einen kleinen Bieterwettstreit. Deutlich nach 22 Uhr wurde als letztes Werk Frank Zitzmanns „LKW-silk 1“ (Siebdruck) –aufgerufen.

Das Ergebnis von 49 900 Euro kann sich sehen lassen, der Zweck, „in der Vorweihnachtszeit etwas Gutes tun“, wie es Joachim Hoof, Vorstandsvorsitzender der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, treffend zusammenfasste, wurde klar erreicht.

Von Franziska Kästner