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Regional Coole Sprüche, eine gute Portion Sex und eine Handvoll Popsongs
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00:00 27.06.2017
Am Montagabend in Dresden im Stadion: Robbie Williams. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Rock DJ, Strong, Angels - wenn es darum geht, die besten Popsongs der letzten Jahre zu finden, dann liefert Robbie Williams einige Stücke, die den Geschmack von zwei, drei Generationen ganz gut treffen. Das ist sicherlich eine Motivation für über 20 000 Fans, sich ins Dresdner Dynamo Stadion zu bewegen.

Robbie Williams in Dresden: Am Montag rockte der Superstar vor Tausenden Fans das DDV-Stadion.

Doch Robbie Williams ist mehr, der Entertainer ist auch bekannt für eine bemerkenswerte Show, Musiker mit viel Taktgefühl und jeder Menge Sexappeal. Genauso stilecht betrat er auch die Dresdner Bühne. „God bless our Robbie“ bliesen die Boxen in den frühen Abend und erinnerten an eine der Hymnen Englands „Land of Hope and Glory“ – Text und Melodie, die vollmundig die Messlatte der Erwartungen hoch legte. Klar, dass alles auf den ersten Hithöhepunkt des Abends zusteuerte, der mit „Let me entertain you“ auch nicht lange auf sich warten ließ. Optisch war da bereits der Blick unter den Gladiatorenrock passiert und jedem, interessiert oder nicht, wurde der Tigerslip vor Augen geführt.

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Der Kick durch den verzierten Busen

Alles in allem die Steilvorlage für die frivole Randbegrünung des Konzerts. Angesprochen von einem Plakat mit der Bitte, die kleinen Brüste zu unterschreiben, schritt der Popstar in den Bühnengraben und bekam einen Stift gereicht. Nicht das Dekolleté sollte verziert werden. Vor laufender Kamera und übertragen auf großen Monitorwänden zog die Dame blank, hielt Robbie Williams ihren Busen entgegen und bat um das Autogramm an der richtigen Stelle. Ein kleiner Kick, der dem Konzert eine gewisse Note verpasste – gar nicht mal so überraschend, aber geeignet, um daraus einen Running Gag zu kreieren. Immer wieder suchte Robbie Williams nach anderen Unterschriftswilligen, und die Dame präsentierte ihren verzierten Busen am Rand der Bühne und posierte vor einigen teilungsfreudigen Fans, die ihre Likes in den Netzwerken auf ein neues Niveau beförderten.

„Sweet Caroline“ mit Williams‘ Vater

Für alle, die zumindest noch die Ohren frei hatten, folgten „Monsoon“, „Party like a Russian“ und „Motherfucker“. Hits und nackte Tatsachen – eben genau die Mischung, die Tausende anlockt. Und Robbie Williams beherrscht genau diese Klaviatur. Er kann auch aus beklemmend schlüpfrigen Situationen die Stimmung in eine professionell emotionale Richtung lenken, beispielsweise indem er den Neil Diamond Klassiker „Sweet Caroline“ anstimmt und seinen Vater mit auf die Bühne holt.

In aller Regel ist bei solchen Veranstaltungen immer etwas Vorsicht geboten, ob die Personen nicht allein durch Ähnlichkeiten für diese Rolle prädestiniert sind, aber ein flüchtiger Bildvergleich lässt die Zweifel schwinden. Und alle, die unter einem guten Popsong nicht nur die passende oberflächige Show verstehen, die wurden mit diesem Song zumindest milde gestimmt.

Stephan Wiegand