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Regional Christian Thielemanns Vertragsverlängerung noch immer nicht fix
Nachrichten Kultur Regional Christian Thielemanns Vertragsverlängerung noch immer nicht fix
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11:54 21.11.2017
Christian Thielemann und die Sächsische Staatskapelle Dresden in der Semperoper.
Christian Thielemann und die Sächsische Staatskapelle Dresden in der Semperoper.  Quelle: Martin Förster dpa
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 Gut Ding will Weile haben. Sagt der Volksmund, und der hat ja Geduld. Aber das Warten um die Vertragsverlängerung von Christian Thielemann als Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle gebiert – keine Ungeheuer, sondern Spekulationen und Gerüchte.

Höchste Zeit also, noch einmal bei der zuständigen Staatsministerin Eva-Maria Stange (SPD) nachzufragen. Denn der aktuell bis 2019 laufende Vertrag sollte ursprünglich zur vergangenen Sommerpause in die Verlängerung gehen. Beschlossene Sache war er aber selbst zum Beginn der laufenden Spielzeit und ist es auch heute noch nicht. Da sich die Fragezeichen verdichten, wirkt die Erklärung der sächsischen Kunstministerin beruhigend: „Ja, die Vertragsverhandlungen haben sich länger hingezogen, als ich mir das gewünscht hätte. Und wir haben den Vertrag auch noch nicht unterzeichnet, aber wir sind mit den Verhandlungen am Ende, und ich denke, es kann sich jetzt nur noch um Tage handeln, dass wir dann auch wirklich eine Zustimmung bekommen und damit dann auch die Vertragsverhandlungen beendet sind.“

Im Gespräch mit den DNN sagte die Ministerin, ihrerseits sei „alles ausverhandelt“, und sie hoffe, „dass wir‘s jetzt endgültig erreichen.“ Befragt nach den strittigen Punkten, verwies die Politikerin darauf, dass Vertragsverhandlungen stets bilaterale Angelegenheiten seien, über deren Details Stillschweigen herrsche. „Am Ende werden wir einen Vertrag haben, mit dem alle gut leben können, sowohl wir von staatlicher Seite, Herr Thielemann, aber auch die Öffentlichkeit.“

Im Vorfeld der direkten Verhandlungen seien Orchestervorstand und Orchester von Seiten des Ministeriums befragt worden und hätten sich positiv zu einer weiteren Vertragszeit von Christian Thielemann geäußert. „Das ist für uns die Grundlage der Vertragsverhandlungen gewesen, obwohl es ja kein Muss ist,“ so Eva-Maria Stange. Was heißt, das Orchester sei nicht zwingend einzubeziehen, „aber für uns war das schon wichtig gewesen und somit Grundlage für die Verhandlungen.“

Zwischenzeitlich habe allerdings der Orchestervorstand „noch einige Vorstellungen gehabt, die berücksichtigt werden sollten“. Viele dieser Punkte seien der Ministerin zufolge bereits berücksichtigt, sie betonte jedoch, „wir sind Vertragsverhandler, nicht der Orchestervorstand.“

Aufgrund der monatelangen Verzögerungen einer alle Seiten zufriedenstellenden Lösung dürfte es in den Gesprächen und Nachverhandlungen schon nicht mehr nur um freie Tage auf Gastspielen gehen. Analogien zu Jamaika-Verhandlungen drängen sich auf, ob sie so ganz von der Hand zu weisen sind, werden die nächsten Tage beweisen.

Von MICHAEL ERNST