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Regional Choreografie – ein Spiel am Festspielhaus Hellerau
Nachrichten Kultur Regional Choreografie – ein Spiel am Festspielhaus Hellerau
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14:03 20.09.2019
Dimitri Chamblas und Boris Charmatz zeigten ihr Können im Festspielhaus Hellerau. Quelle: Christophe Raynaud de Lage
Dresden

Es ist wie das Spiel zweier in Körper und Geist verbundener Brüder, Freunde, die bis zur Erschöpfung ihre Kräfte, Möglichkeiten messen und dabei auf fast quadratischer, begrenzter Bühnenfläche inmitten des Publikums Zustände, Geschehnisse, Begebenheiten assoziieren, die wir doch irgendwie nur erahnen können. Und dennoch ist deutlich zu spüren, wie stark diese beiden Tänzer-Choreografen aus Frankreich miteinander verwurzelt sind in ihrer Körpersprache, wie sie sich nahe kommen im Erfahrenen, Erlebten, in allem, was sie ausmacht und verbindet.

Die beiden Tänzer – ein in jeder Weise spannendes Geschehen – können nicht aus ihrer Haut; es gibt kein Entfliehen. Sie sind auf Gedeih und Verderb beieinander in diesem imaginären Raum im Raum, sind Teil eines Ganzen, wie die Zuschauer auch. Sie beobachten, verharren oder meditieren auf ihre Weise, suchen Halt im Vertrauten wie in geübten Variationen, sind drangvoll, verhalten, ausgelassen, geben sich gegenseitig Halt. Was auch geschieht in diesen Momenten, man kann darin lesen wie in einem Buch, ist einbezogen in eine berührende Intimität und Intensität.

Ohne Wenn und Aber passend gewählt

Die bereits 1993 entstandene, über Jahrzehnte immer wieder erneut aufgenommene Choreografie „A bras-le-corps“ ist ohne Wenn und Aber passend gewählt für das derzeit stattfindende Festival „Appia Stage Reloaded“ im Festspielhaus Hellerau. Was wohl nicht zwingend erklärt werden muss. Man spürt es oder spürt es nicht. Denn auch dann, wenn der rekonstruierte Große Saal als einzigartiger Licht- und Bewegungs-Raum, 1912 geschaffen für die Bildungsanstalt von Emile Jaques-Dalcroze, nun bei den beiden Aufführungsabenden quasi in einschränkender Weise genutzt wird (selbst die Appia-Podeste verschwinden im Hintergrund), bleibt das stimmig. Und die Raumsituation des ursprünglichen Saals verträgt sich durchaus mit der verändernden Version bei diesem Gastspiel. Deutlich weniger allerdings mit dem überlauten musikalischen Einspiel. Da würde sich Emile Jaques-Dalcroze ganz gewiss „im Grabe herumdrehen“, wenn er es hätte hören müssen.

Warum gerade diese Tanz-Produktion just zu diesem Zeitpunkt nach Hellerau eingeladen wurde? Darauf gibt es diverse Antworten. Doch es reicht einfach schon zu sagen, dass es eine großartige, quasi zeitlose Choreografie ist mit ganz wunderbaren Künstlern. Und vor vielen Jahren gab es im Festspielhaus beispielsweise auch eine spannende Tagung zu „Theater ohne Fluchtpunkt“. Woran sich bei diesem speziellen Stück, bei dieser Thematik, bei diesem Raum wohl mancher noch erinnern wird. Damals war der ursprüngliche Saal mehr nur von den historischen Überlieferungen her bekannt. Während er justament in unseren Tagen, also hier und jetzt (wie auch bereits bei dem Festival 2017) tatsächlich und leibhaftig als Rekonstruktion zu erleben ist.

Interesse für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Wer es also bislang noch nicht geschafft hat, der sollte sich bis zu diesem Wochenende wahrhaft sputen. Danach wird der leider nur für kurze Zeit wieder erweckte große Licht-Saal von Appia und Salzmann auf absehbar lange Zeit so nicht mehr zu erleben sein. Weil ein derartiger Kraftakt nun mal die Ausnahme über Jahre bleiben wird. Und mangelnde Neugier, zumal bei solchen Besonderheiten, zahlt sich eher selten aus. Die es aber noch schaffen oder schon geschafft haben seit dem bestens besuchten Tag des offenen Denkmals werden ihr Interesse für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des berühmten Tessenow-Bauwerks ganz gewiss nicht bereuen.

Von Gabriele Gorgas

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