Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Regional Céline Rudolph mit neuer CD und einem Konzert in Dresden
Nachrichten Kultur Regional Céline Rudolph mit neuer CD und einem Konzert in Dresden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:08 24.09.2019
„Pearls“ hießt das neue Album. Quelle: Label
Dresden

Sie ist enorm fleißig. Auf die Besessenheit, die ihre CD namens „Obsession“ verriet, folgen nun Perlen, „Pearls“. Einen Vorgeschmack gab es bereits live in Dresdens Jazzclub Tonne. Nun liegt auch die Einspielung vor. Und die beginnt, wie denn auch sonst: perlend.

Lautmalereien und Klangspielchen

Ein sanfter Hauch, wie in Gedanken, strömt aus den Boxen. Bremst den Alltag ein, nimmt mit und lässt beim Zuhören ganz sachte abheben. Céline Rudolph erzählt auf ihrer jüngsten CD, die sie gemeinsam mit dem namhaften Schlagzeuger Jamire Williams in New York produziert hat, von Geschichten und Träumen. Beides ist nicht voneinander zu trennen. Eine Geschichte aus dem wahren Leben scheint aber zu sein, dass sie von ihrem achtjährigen Sohn zum titelgebenden Song angeregt worden ist. „Mama, dein Kopf ist voller Perlen!“, soll er gesagt haben.

Die perlenden Gedanken strömen in der Musik fort, im gesungenen Wort ebenso wie in nonverbalen Lautmalereien und Klangspielchen. Begleitet wird die Sängerin, die den Jazz gern im Stil einer Diseuse betreibt, neben dem schon erwähnten Jamire Williams von vorzüglichen Musikern wie Lionel Loueke an akustischer und elektrischer Gitarre, der bereits bei „Obsession“ mitgewirkt hat, vom Argentinier Leo Genovese an Fender Rhodes und Wurlitzer Piano sowie vom wunderbar unaufdringlich Fundamente setzenden Bassisten Burniss Travis.

Kreativität und stilistische Geschlossenheit

Die meisten ihrer Lieder schreibt die aus Berlin stammende und an der Dresdner Musikhochschule Jazzgesang lehrende „Perlenfischerin“ selbst. Auch die Texte. Das poetische Wort, wenn sie etwa von Zen-Meistern und Prinzessin Tam Tam schwärmt, oder mehr noch im französischen „Love Song“, der New Yorker Bar-Atmosphäre sehnsuchtsvoll mit einem staubigen Hauch Afrika verbindet, fließt geradezu homogen in Musik. Die wirkt manchmal wie eine umhüllende Wolke, leicht und veränderbar, aber doch konsistent. Dass einmal mehr der flirrende Nordwind „Le Vent du Nord“ durch diese Einspielung weht, erinnert an die Vorlieben von Céline Rudolph, die allzu gern Brasilien mit Europa, Afrika mit Nordamerika, Gedanken mit Geräuschen verbindet. Als wäre die Welt voller Perlen.

Die Aufnahme-Session in den NBC-Studios nahe des Times Square muss Spaß gemacht haben, denn die gegenseitige Inspiration, die Kreativität und die stilistische Geschlossenheit vermitteln sich auch auf dieser mit einem „perlenden“ Booklet und überraschenden Bonustracks ausgestatteten CD.

Die Filme und Filmchen zu diesen Titeln entstehen im Kopf. Ob Straßenszenen oder Wüstenwind, sie handeln von suchenden Menschen, deren Glück nur selten greifbar ist. Rar wie die kostbare Perle in einer Muschel.

Konzert: 27.9., 17 Uhr, Konzertsaal der Dresdner Musikhochschule

Céline Rudolph: „Pearls“, LC 2928

Von Aldo Lindhorst

Mitte Juli ist das dritte Solo-Album John van Deusens erschienen, mit dem der Amerikaner wieder eine neue Richtung einschlägt: zu melancholischem Power-Pop. Am heutigen Dienstag stellt er es im Societaetstheater Dresden vor.

24.09.2019

Vom Krimi-Klassiker bis zum Wettstreit der Reporter: Ab Mittwoch überrascht das Festival „Literatur Jetzt!“ mit ungewöhnlichen Präsentationsformen und etlichen Neuerungen. Erstmals sind auch Lesungen für Kinder dabei.

24.09.2019

Die stark emotionalisierende, aber wenig reflektierende Palästinensergeschichte „Ich werde nicht hassen“ feierte am Sonntag am Kleinen Haus des Dresdner Staatsschauspiels Premiere. Das Einpersonenstück stammt aus der Feder des palästinensischen Arztes Izzeldin Abuelaish.

24.09.2019