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Regional Bunt soll es bleiben: Bilanz und Ausblick bei der Sächsischen Staatsoper
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14:19 04.03.2020
Intendant Peter Theiler und Staatskapell-Chefdirigent Christian Thieleman. Quelle: Daniel Koch/Semperoper Dresden
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Dresden

Peter Theiler, Intendant der Sächsischen Staatsoper Dresden, blickt auf ein künstlerisch und wirtschaftlich erfolgreiches Jahr zurück und stellt den Maßstab für die Zukunft klar: „Wir wollen auf Augenhöhe mit der Bayrischen Staatsoper, mit Paris, London und vergleichbaren Häusern arbeiten.“

Als er am Dienstag im Rundfoyer der Semperoper die Saison 2020/21, also seine dritte Dresdner Spielzeit präsentierte, war er nicht nur von Vertretern seines Leitungsteams umgeben, sondern auch von einer Auswahl neuer Stückplakate. Nach den prächtigen Übermalungen von Gerhard Richter für die laufende Saison bleibt es farbenprächtig und anspielungsreich auch in Zukunft. Der in Düsseldorf lebende Maler Cornelius Völker hat die Motive für die nächsten Premieren entworfen.

Nur deutsche und italienische Titel

Auch im Spielplan von Oper und Ballett wird es bunt bleiben, denn der – wegen der Anfang 2021 erfolgenden Wiederaufnahme von Wagners „Ring des Nibelungen“ – auf fünf Neuproduktionen geschrumpfte Premierenreigen umfasst frühes Barock ebenso wie mittleres 20. Jahrhundert, Publikums-Renner wie Ausnahmewerke und beschränkt sich ansonsten auf deutsche und italienische Titel.

Den Auftakt setzt der Italiener Gioachino Rossini mit dem auf Friedrich Schiller zurückgehenden, allerdings für die französische Sprache komponierten Schweiz-Klassiker „Guillaume Tell“ („Wilhelm Tell“) im September, inszeniert von Georg Schmiedleitner, der an Theilers vorheriger Wirkungsstätte Nürnberg bereits Wagners „Ring“ erarbeitet hatte. In Dresden kennt man ihn bisher nur durch die Übernahme von Bruno Madernas „Satyricon“ von den Osterfestspielen Salzburg. Die musikalische Leitung hat mit Giampaolo Bisanti ein gern gesehener Gast, zudem gibt es ein Wiederhören mit Venera Gimadieva als Mathilde. Den Titelpart wird Christoph Pohl gestalten.

Als zweite Neuproduktion kommt überraschenderweise Mozarts „Zauberflöte“ heraus, die sich noch im aktuellen Repertoire befindet und bis Anfang Juli in der Regie von Achim Freyer auf dem Spielplan steht. Ab Spätherbst kann diese weltweit als Publikumsliebling gefeierte Oper dann in einer neuen Sicht von Josef E. Köpplinger erlebt werden, der soeben Offenbachs „Großherzogin von Gerolstein“ inszeniert hatte. Am Pult der Staatskapelle wird dann mit dem Ersten Gastdirigenten Omer Meir Wellber ein probater Mozart-Experte stehen. Namhaft sind auch die teils in Mehrfachbesetzungen mitwirkenden Solisten: Nikola Hillebrand und Julia Sitkovetsky als Königin der Nacht, Tuuli Takala und Sofia Fomina als Pamina, Sebastian Wartig und Bernhard Hansky als Pamino sowie René Pape, Georg Zeppenfeld und Alexandros Stavrakakis als Sarastro. Ganze 33 Aufführungen sollen auf die Premiere folgen, schließlich gilt es, das gute Einspielergebnis von immerhin 17,3 Millionen Euro im Kalenderjahr 2019 und eine Gesamtauslastung von knapp 92 Prozent womöglich zu toppen.

Letzte große Arbeiten und ein Erstling

„Capriccio“, eine der nicht in Dresden uraufgeführten Richard-Strauss-Opern, bringt es hingegen nur auf drei Vorstellungen einschließlich Premiere. Dafür zeichnet das Inszenierungsteam der „Meistersinger“ um Christian Tielemann verantwortlich, Jens-Daniel Herzogs Inszenierung ist mit Gast- und Ensemble-Stars besetzt und soll in einer konzertanten Aufführung auch in Paris gezeigt werden. Zum Saisonabschluss kommt dann aus Frankreich die Autorin sowie Film- und Opernregisseurin Marie-Eve Signeyrole mit Giacomo Puccinis „Turandot“ zu ihrem Dresden-Debüt, das Ivan Repusic dirigieren wird.

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Während die vorgenannten Opern jeweils letzte große Arbeiten ihrer Schöpfer bzw. im Fall von Mozart ein Spätwerk für das Musiktheater gewesen sind, gelangt mit Claudio Monteverdis „L’Orfeo“ hingegen der Erstling des italienischen Barockkomponisten und womöglich auch der Gattung Oper überhaupt auf die Dresdner Bühne. Rolando Villazón singt den Titelpart dieser von Wolfgang Katschner geleiteten und von Nikolaus Habjan inszenierten Produktion.

Auf Semper Zwei wird mit der Kammeroper „Weiße Rose“ sowohl der Dresdner Komponist Udo Zimmermann als auch der Widerstand der Geschwister Scholl geehrt. Der Schweizer Regisseur Grögler führt Regie, Johannes Wulff-Woesten dirigiert. Manfred Weiß als Künstlerischer Leiter von Spielstätte und Junger Szene offerierte auch eine Sichtung der ostdeutschen Blues-Bewegung unter dem anspielungsreichen Titel „Blues Brothers“ sowie die Dresdner Erstaufführungen von Aribert Reimanns „Gespenstersonate“ und Martin Smolkas „Das schlaue Gretchen“.

Ballettdirektor Aaron S. Watkin blickt seiner bereits 15. Spielzeit in Dresden entgegen und betont: „Ich bin sehr dankbar, dass ich meine künstlerischen Intentionen über diesen Zeitraum hier entwickeln durfte.“ Die neuen Vorhaben der Company sind „Peer Gynt“ von Johan Ingers sowie ein großer Abend unter dem Titel „Playlist (EP)“ mit Choreografien von George Balanchine, William Forsythe und Crystal Pite.

Auf DNN-Nachfrage teilte Peter Theiler mit, dass es für den Semperopernball vorerst noch eine vertragliche Bindung über zwei Jahre mit dem ausrichtenden Verein gebe. Er habe sie vorsorglich gekündigt, sehe die Semperoper derzeit aber nicht als Veranstalter eines eigenen Balls.

Weiterlesen: Semperoper will neuen Vertrag für Ball im eigenen Haus

Vorverkaufsstart 11. März 10 Uhr. Für die „Ring“-Zyklen gelten besondere Bedingungen (ausschließlich schriftlich zwischen 20. und 24. April).

Von Michael Ernst

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