Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Regional Arbeiten von Brian Curling im Kunstraum Pillnitz
Nachrichten Kultur Regional Arbeiten von Brian Curling im Kunstraum Pillnitz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:53 30.08.2019
Brian Curling: Synergies 2, Farbholzschnitt, 2018. Quelle: Repor: Herbert Boswank
Dresden

Der in Radebeul lebende Maler und Grafiker Brian Curling (geb. 1976 in Kentucky/USA) liebt die Weite von Landschaften und den Zauber der Natur. In einer Ausstellung im Kunstraum Pillnitz zeigt er eine Auswahl von Arbeiten seit 2011.

Regelmäßig besucht er Japan, um sich in der Technik aber auch im Geist des Holzschnitts zu vervollkommnen. Das fernöstliche Land vereint Natur und Hightech in ungeahnt-originelle Weise. Mitten in den Megametropolen Tokio und Kyoto findet man zahlreiche ZEN-Gärten, in denen heute noch die alte Philosophie und Naturverehrung praktiziert werden.

KentuckyNebraskaKairo und weiter

Curlings Holzschnitte vereinen naturalistische Darstellungen von Pflanzen und einen Minimalismus geometrischer Formen, der in der Moderne gewachsen ist: Oft sind seine Holzschnitte zweigeteilt in rechts und links oder oben und unten: Mit natürlichen Motiven bedruckte Seidenpapiere werden übereinandergelegt und mit Fäden geheftet. Ein Farbholzschnitt verbirgt zum Beispiel unter mehreren transparenten Schichten geheimnisvoll einen Blütenstand des Blauregens (Wisteria), eine Föhre streckt ihre Äste in den Bildraum (“Myriad Things“), während eine freie Fläche daneben mit konstruktiven Elementen versehen, den Blick auf sich zieht.

Brian Curling studierte 1994-1999 an der University of Kentucky Grafik/Buchkunst und Zeichnung, um 2001-2004 ein Meisterstudium an der University of Nebraska-Lincoln in diesen Fächern zu absolvieren. 2006-2010 hatte er eine Assistenz-Professur an der Amerikanischen Universität in Kairo. Viermal (in Kyoto/Japan 2011, an der Hochschule in Zittau 2013, in Tokyo/Japan 2013 und in Dublin/Irland 2018) war er „Artist in Residence“.

Im Farbholzschnitt „Mit den gleichen Augen“ beschwört Curling eine Tiefe des Sehens, die nur dem Künstler eigen ist. Wir haben zwar alle die gleiche Physiologie unserer Augen, aber der Schaffende sieht mehr und hat damit Recht (Edmund Husserl). Vor allem ist es ein anderer Ansatz, den der Künstler in seinem Gegenstand erkennt. Häufig halluziniert er Erscheinungen und sieht Dinge anders als der gewöhnliche Betrachter. Diese Anlage des verschärften Sehens nutzt der Künstler für seine obsessiven Wahrnehmungen der Wirklichkeit, die in der Realisierung schließlich zum Kunstwerk führen.

Tradition und Kultur, Natur und Technik

In der Ausstellung sind neben dem Holzschnitt vor allem Aquatinten, Mischtechniken und Tuschezeichnungen zu sehen. In den Aquatinten (“Black Kites“, 1-4, 2016=Schwarze Milane) arbeitet Curling mit dunklen, geheimnisvollen, flügelförmigen Flächen im kleinen Format. Seine Tuschen ähneln denen ein wenig, wenngleich in den „Elements 7/3/12, 2013) auch naturalistische Motive, wie Blütenpflanzen eingefügt sind. Die eher großformatigen Mischtechniken (die jüngsten Arbeiten vor Ort) leben von heftigen Farbschwüngen, deren Titel als Assoziationshilfen dienen (“Schwelle“, 2019). Zurückhaltend in der Farbigkeit atmen sie die Zartheit des Holzschnittes, verbunden mit der informellen Komposition aus Linien und Flächen seiner Malerei.

Brian Curling hat ein stimmiges Konzept entwickelt, in dem natürliche Erscheinungen mit Stilelementen moderner Kunst verbunden werden. Er „schaut durch das Gewohnte hindurch... unter dem die Schöpfung, das Wunder liegt“ (B. Gruner). Die natürliche Ordnung seiner Formen erfährt dabei eine Umformung durch eine in der Natur beobachtete und über die eigene Kunst reflektierte Wahrnehmung, die in ihrer Tiefe spirituell angelegt ist und versucht, „dahinter zu schauen“. Die reflexive Arbeit leistet er vor allem im Atelier, wenn die Erscheinungen geordnet und zusammengeschaut werden. Neben der großen handwerklichen Finesse besticht sein grafisches Werk vor allem durch eine eigene, kreative Philosophie, die Tradition und Kultur, Natur und Technik zusammenführt.

Bis 14. September. Kunstraum Pillnitz, Wilhelm-Wolf-Straße 1b, 01326 Dresden. Kontakt: 0176 25 15 54 41. Geöffnet: Samstag von 10-13 Uhr und nach Vereinbarung.

Von Heinz Weißflog

Nach acht Jahren Pause ist das Classic Open Air zurück auf dem Neumarkt. Zum Auftakt am heutigen Freitagabend gastiert Trompeter Till Brönner ab 20 Uhr mit seiner Band und seinem aktuellen Programm „The Good Life“ auf dem Neumarkt.

30.08.2019

Von der Bühne zur Hochschule: Axel Köhler tritt am 2. September sein Amt als Rektor der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden an. Bislang kennt man ihn als gefeierten Counter-Tenor, impulsiven Sänger-Darsteller, Intendant und Regisseur. Michael Ernst sprach mit dem Künstler über den neuerlichen Rollenwechsel.

30.08.2019

Die diesjährige Festivaledition von The Sound of Bronkow verströmt den Klang östlicher Ausgeruhtheit und startet am heutigen Freitag. Die zehnte Ausgabe des Minimusikfestivals versammelt 21 Bands an drei Tagen.

30.08.2019