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Regional AnnenMayKantereit überzeugen mit Poesie-Pop im Beatpol
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17:42 11.02.2019
AnnenMayKantereit im Beatpol, wo sich auch alles um „Herzstück und Alleinstellungsmerkmal“, Frontmann Henning May, drehte. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Die Geschichte hinter AnnenMayKantereit ist eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Eine Bilderbuchkarriere – quasi die klassische Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Story im Musikgeschäft. Als Straßenmusiker-Kollektiv wurde das Kölner Pop-Quartett vor Jahren zur Internet-Sensation. Das Debütalbum „Alles nix Konkretes“ landete daraufhin prompt auf Platz eins der Musikcharts. Heute spielt die Band in ausverkauften Hallen, sie ist der Headliner großer Festivals. Doch obwohl die Musiker ohne Probleme den Alten Schlachthof bis auf die letzte Ecke füllen könnten, wählten AnnenMayKantereit den Beatpol als Konzert-Location für ihre aktuelle Clubtour.

Unter der Stuckdecke des Konzertsaals spielen AnnenMayKantereit alte Hits wie „Pocahontas“ und „Oft gefragt“ für das junge Publikum. Im Gepäck haben die vier Herren aber auch Songs aus dem kürzlich erschienenen Album „Schlagschatten“, das sich in erster Linie durch ein vielseitigeres Klangbild von der Debütplatte abhebt: Tropische Beats und tanzbare Basslinien ergänzen mitunter den soften Sound, die Lieder wirken dadurch melodischer und ausbalancierter.

AnnenMayKantereit haben die Lücke auf dem Musikmarkt entdeckt

Herzstück und Alleinstellungsmerkmal von AnnenMayKantereit ist der schmächtige Frontsänger Henning May. Auch beim Liveauftritt weiß der 27-Jährige seine markante Reibeisenstimme passend zu den Texten mal mit purer Verzweiflung einzufärben, mal mit völliger Gleichgültigkeit. Die sanften Popsongs handeln von Heimat, Wein, Drogen, dem wilden Studentenleben und, natürlich, vom Liebesleiden.

AnnenMayKantereit haben die Zeichen der Zeit gedeutet und eine Lücke auf dem deutschen Musikmarkt erkannt. Die ungekannte Liebe zur Poesie und zur bittersüßen Melancholie machte sie zu Hoffnungsträgern einer ganzen Generation, die sich nicht mehr mit radiotauglichem Floskelpop zufriedengibt. Dieser ehrenvollen Position haben sich AnnenMayKantereit dankbar angenommen – sinnbildlich eröffnen sie ihr Konzert mit der Zeile „Die Vögel scheißen vom Himmel und ich schau dabei zu“.

Verstecken hinter klugen Sätzen

AnnenMayKantereit sind anders, und sie fühlen sich wohl damit. Wohlwissend jedoch, dass sich das Image der alternativen Indie-Pop-Band mit den besonderen Texten und unkonventionellen Arrangements ohne weiteres nicht wieder abschütteln lässt. So schleicht sich regelmäßig der üble Verdacht ein, die Band fährt ihre Schiene nur des Selbstzwecks wegen, nur, damit man weiterhin als unkonventionell gilt. „Ich versteck mich hinter klugen Sätzen“, heißt es etwa auf der neuen Platte. Das trifft so ziemlich den Nagel auf den Kopf, den zuvor schon dutzende Kritiker in die Wand geschlagen haben.

Obwohl AnnenMayKantereit im Rahmen ihres anderthalbstündigen Konzerts im Beatpol den Fokus auf ihre musikalische Performance legen, dafür nur selten mit dem Publikum interagieren, werden sich eingefleischte Fans auf ein baldiges Wiedersehen freuen: Schon im Sommer kommt die Band wieder nach Dresden, dann bespielen sie die große Bühne am Elbufer. Zumindest dem Erfolg von AnnenMayKantereit wird das zweifelsohne gerecht.

Von Junes Semmoudi

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