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Regional 50 Jahre Philharmonisches Kammerorchester – Uraufführung zum Jubiläum
Nachrichten Kultur Regional 50 Jahre Philharmonisches Kammerorchester – Uraufführung zum Jubiläum
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09:39 26.09.2019
Das Philharmonische Kammerorchester Dresden. Quelle: Oliver Killig
Dresden

„Die Tradition wertschätzen und offen sein für das Neue“ lautet das Motto des Philharmonischen Kammerorchesters Dresden, das auf 50 erfolgreiche Jahre seines Bestehens zurückblicken kann. Und folgerichtig hat sich Wolfgang Hentrich, Konzertmeister der Dresdner Philharmonie und seit 2002 Künstlerischer Leiter des Kammerorchesters, mit seinen Musikern zum Jubiläum eine Uraufführung gewünscht.

Wurzeln bis in die 20er/30er Jahre

Dieses besondere Geschenk – das Auftragswerk „Present“ des israelischen Komponisten Shir-Ran Yinon – erklingt am Sonnabend, 19.30 Uhr bei einem Festkonzert im Kulturpalast in Verbindung mit Meisterwerken des Barock und der Romantik und einem Orgelkonzert mit der Palastorganistin Iveta Apkalna.

Quelle: Markenfotografie

„Es ist äußerst selten, dass das Kammerorchester eines großen deutschen Spitzenorchesters sein 50-jähriges Bestehen feiern kann. Entsprechend wurde das Programm mit Bedacht gewählt: Es soll diese fünf Jahrzehnte widerspiegeln, so gut das in einem einzelnen Konzert überhaupt möglich ist“, sagt Hentrich. Neben der Uraufführung sind unter seiner Leitung Bachs Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur BWV 1048, Händels Concerto grosso h-Moll op. 6 Nr. 12 und Tschaikowskis berühmte Serenade für Streicher C-Dur op. 48 sowie das Konzert Nr. 3 für Orgel und Streichorchester (2003) des französischen Komponisten libanesischer Herkunft Naji Hakim zu erleben.

Gegründet im Jahr 1969 durch Dresdner Philharmoniker um Konzertmeister Günter Siering, hat sich das Kammerorchester einen festen Platz im Musikleben Dresdens und darüber hinaus erarbeitet. Es gehört zu den traditionsreichsten Kammerensembles der Stadt, denn seine Wurzeln reichen noch weiter, bis in die 20er/30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, zurück und sind mit Musikernamen wie Joseph Gustav Mraczek (1923/24 Künstlerischer Leiter der Dresdner Philharmonie) und Fritz Busch (GMD der Sächsischen Staatsoper und „Hausfreund“ der Philharmonie), mit Paul Arons Abenden „Neue Musik“ oder mit den legendären Collum-Konzerten und zahlreichen Zwinger-Serenaden verbunden.

Einladungen nach Japan, Spanien und in die Schweiz

Nach dem Zweiten Weltkrieg war es der spätere Chefdirigent der Philharmonie Horst Förster, der für drei Jahre wieder mit einem aus Orchestermitgliedern bestehenden Kammerorchester arbeitete, bis es 1969 schließlich zur Neugründung als Philharmonisches Kammerorchester kam. Nach nahezu zwei erfolgreichen Jahrzehnten unter Günter Siering führten dessen verdienstvolles Wirken Konzertmeister Ralf-Carsten Brömsel sowie der Solotrompeter Mathias Schmutzler in den 1990er Jahren fort. Auch durch die Wiederaufbaukonzerte für die Dresdner Frauenkirche wurde das künstlerische Profil des Ensembles geprägt.

Unter der Leitung von Wolfgang Hentrich musiziert das Philharmonische Kammerorchester seit 2002 in neuer Besetzung und pflegt neben dem traditionellen Erbe auch Werke der klassischen Moderne und das zeitgenössische Schaffen, konzipiert eigene themenbezogene Konzerte und setzt die bewährte Zusammenarbeit mit der Philharmonie und dem Dresdner Kreuzchor fort. Musizierfreude, ein besonderer Klangsinn und eine ideenreiche Programmgestaltung begeisterten auch die Besucher der „Dresdner Abende“.

Darüber hinaus gab es erfolgreiche Auftritte u.a. mit Marek Janowski, Rudolf Buchbinder, Ludwig Güttler, Hakan Hårdenberger, Andreas Scholl, Peter Bruns, Vadim Gluzman, Ivan Ženatý, Kolja Lessing, Peteris Vasks und Bejun Mehta, mit den Bach-Chören London und Bern sowie den Dresdner Chören Vocal Konzert Dresden unter Peter Kopp und chorus 116 unter Milko Kersten. Einladungen nach Japan, Spanien und in die Schweiz sowie zu großen Festivals beweisen das hervorragende Renommee des Klangkörpers. Zudem widmen sich die Musiker mit persönlichem Engagement Programmen für Kinder und Jugendliche und sind regelmäßig in Dresdner Schulen zu Gast.

Soziales Engagement bei den DNN-Benefizkonzerten

Wolfgang Hentrichs einmal geäußerter Wunsch, das Philharmonische Kammerorchester möge stets „mit einem für das Publikum fühlbaren Engagement“ spielen, schwingt seit Jahren im doppelten Sinne mit, wenn sich die Musiker in ihrer Heimatstadt auch sozial engagieren, wie bei den DNN-Benefizkonzerten, die jährlich im Advent als Höhepunkt der Spendenaktion „Dresdner helfen Dresdnern“ veranstaltet werden und auf „sehr kulturvolle Art auf die Situation schlechter gestellter Menschen aufmerksam machen“, so Hentrich.

„Der Publikumszuspruch ist groß, es kommen auch Zuhörer, die zur Philharmonie sonst nicht gehen. Auf diese Weise immer wieder Menschen motivieren zu können, etwas von sich für andere zu geben, ist doch wunderbar. Und das scheint allen meinen Kollegen vom Philharmonischen Kammerorchester genauso zu gehen“ – äußerte der Konzertmeister in einem DNN-Interview 2015.

Auch in seinem Jubiläumsjahr setzt sich das Orchester für die Spendenaktion ein und wird gut zwei Woche vor Jahresende erneut im DNN-Benefizkonzert zu hören sein: am 15. Dezember, einem Adventssonntag, im Konzertsaal der Dresdner Hochschule für Musik.

Festkonzert „50 Jahre Philharmonisches Kammerorchester“: Sonnabend, 19.30 Uhr Kulturpalast. Karten zu 18 Euro (Schüler und Studierende 9 Euro) im Kulturpalast und an der Abendkasse.

www.dresdnerphilharmonie.de

Von Silke Fraikin

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