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Regional 50 Jahre Kulturpalast: Wer war Frida Kahlo?
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08:18 04.10.2019
Sozusagen im Frida-Kahlo-Look: Suzanne von Borsody. Quelle: Foto: Mirko Joerg Kellner
Dresden

Irgendetwas weiß doch jeder, wenn es um Frida Kahlo geht. Dass sie Malerin war, geboren in Mexiko, ihr aus Deutschland stammender Vater als Fotograf arbeitete, dass sie einen verheerende Unfall mit 18 Jahren erlitt, gleich zweimal den mexikanischen Maler Diego Rivera heiratete... Und besonders hat man ihre markanten Bilder vor Augen, darunter jede Menge Selbstbildnisse, die mehr als ein Drittel ihrer Arbeiten ausmachen. Zudem unzählige fotografische Porträts.

Festwoche „50 Jahre Kulturpalast

Wenn es also bei der „multimedialen“ Lesung im Kulturpalast, zu der speziell die Dresdner Philharmonie eingeladen hat, um den „Mythos Frida Kahlo“ geht, dann lässt sich das Publikum zum Auftakt der Festwoche„50 Jahre Kulturpalast am 1. Oktober nicht lange bitten. Wobei ganz besonders verlockend ist, dass die Schauspielerin Suzanne von Borsody, die sich ja schon länger mit Frida Kahlo befasst, auf ihre unverkennbar intensive Weise in dieses Mysterium eintaucht.

Botschaft des Schmerzes und der Liebe

Geboren wurde Frida Kahlo 1907, in jenem Jahr, als die deutsche Malerin Paula Modersohn-Becker mit gerade mal 31 Jahren an einer Embolie starb. Frida wurde nur 47 Jahre alt und sie hatte in ihrem kurzen Leben unvorstellbar zu leiden. Ein Leben in Schmerz und Liebe, aber sie ist eine Kämpferin, findet Kraft besonders auch in der Malerei. „Man hat mir gesagt, ich sei Surrealistin, aber ich bin es nicht. Ich habe nie Träume gemalt, sondern meine eigene Realität.“

Sprache, Bilder und Klänge erzählen vom Mythos Frida Kahlo

In der Textauswahl von Suzanne von Borsody, die sich vor allem auf Briefe und Tagebuchaufzeichnungen bezieht, entsteht ein assoziationsreiches, aus Sprache geformtes Bild von und mit Frida Kahlo. Mit sehr persönlichen Äußerungen und der Gabe, eben auch mit Worten beredt zu sein. Die Malerin ist intensiv, impulsiv, jubelt, verzagt. Wie eine Zauberin dringt Suzanne von Borsody mit ihrer so eigenen Stimme in diese Seele vor. Es ist schon etwas Besonderes (auch Herzenssache) Klang und Sinn von Sprache so offenbaren zu können. Das gelingt ihr auch mit ihren Hörbüchern immer wieder.

Wie aber schafft sie es, mit dieser nuancenreichen Stimme auch jeden im großen Saal des Kulturpalastes zu erreichen? Gewissermaßen stimmig zu sein im Zusammenklang mit dem Trio Azul – das sind Anibal Civilotti aus Argentinien, Omar Plasencia aus Venezuela und Kurt Holzkämper. Und dabei der permanent eingeblendeten, wechselnden Bildwelt von Frida Kahlo Raum zu lassen. Sicher, da braucht es schon eine gewisse Zeit, um alles zusammenzubringen, sich hineinzubegeben in diese Gefühlswelt. Aber irgendwann ist man dann mittendrin, verliert auch in der Pause nicht die Neugier auf mehr. Und ebenso wird im Zusammenklang mit dem Trio aus dem anfänglichen Nebeneinander immer mehr ein gemeinsames Erzählen, zumal dann, wenn die sprachliche Musikalität der Schauspielerin und das Spiel der Musiker mit lateinamerikanischem Flair wahrhaft zusammenkommen.

Die mexikanische Malerin Frida Kahlo. Quelle: epa/efe

Frida Kahlo wollte übrigens immer nach Paris reisen und endlich hatte sie es auch geschafft; André Breton eröffnete ihr 1939 die Möglichkeit einer Einzelausstellung. Wie das Ganze dann aber ausgegangen ist, was sie in dieser Stadt erfahren hat, davon bekommt man mit Suzanne von Borsody einen höchst lebendigen Eindruck, auch im Hinblick auf Künstlerinnen in der Stadt. Frida Kahlo meinte dazu: „Sie sind so verdammt intellektuell und faul, dass ich sie nicht mehr ausstehen kann… Ich würde lieber auf dem Boden auf dem Markt von Toluca sitzen und Tortillas verkaufen, als etwas mit diesen künstlerischen Schlampen von Paris zu tun zu haben.“

Wer war Frida Kahlo – von der Kindheit bis hin zum Krankenbett

Zum Schluss des Abends gibt es quasi den „Rücklauf“ der bis dahin im Kulturpalast gezeigten Bildwelt von und mit Frida Kahlo. Das Publikum erfährt nun das Leben und Schaffen dieser Frau in der „Bildschleife“ bis zurück zu den Anfängen. Und erlebt sie in Fotografien und ihren Werken von den letzten Aufnahmen in der Menge wie auf dem Krankenbett hin bis zur Kindheit, mit Vater, Mutter und den Geschwistern. Das ist berührend, zumal die so unglaublich beredten Porträtaufnahmen wechselnd mit der Folge von Selbstbildnissen viel von der Vergänglichkeit des Lebens und zugleich der Überlebenskraft des künstlerischen Werkes, ihrer Persönlichkeit erahnen lassen.

Was zählt, ist das Beispiel, hatte einst Ruth Berghaus über Palucca gesagt. Frida Kahlo ist das Beispiel.

Von Gabriele Gorgas

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