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Regional 40 Jahre Ensemble Modern mit Gastspiel in Dresden
Nachrichten Kultur Regional 40 Jahre Ensemble Modern mit Gastspiel in Dresden
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19:50 08.01.2020
Das ensemble modern umfasst 20 Musiker. Quelle: Vincent Stefan
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Frankfurt a.M.

Das Ensemble Modern (EM) in Frankfurt am Main feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Zum Auftakt des Jubiläumsjahrs 2020 haben die Solisten des EM in der Kölner Philharmonie am Montag Stücke von Hans Zender, Enno Poppe und Vito Zuraj zu Gehör gebracht, außerdem wurden Werke uraufgeführt, die bei der in Berlin lebenden Komponistin Elena Mendoza, dem Amerikaner Anthony Cheung und dem Spanier Blai Soler in Auftrag gegeben wurden. Wiederholt wird das Programm dann am 13. Januar in der Alten Oper Frankfurt.

20 Solisten, alle gleichberechtigt

Der Klangkörper für zeitgenössische Musik wird bis Dezember sieben Projekte verwirklichen, sagte Geschäftsführer Christian Fausch dem epd. Der sogenannte Jubiläumszyklus umfasse insgesamt 14 Konzerte an Spielorten wie der Alten Oper Frankfurt, der Berliner, Essener und Kölner Philharmonie, der Elbphilharmonie Hamburg und dem Concertgebouw Amsterdam. Der Festakt „40 Jahre Ensemble Modern“ soll am 9. Dezember 2020 in der Alten Oper Frankfurt stattfinden.

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Das Ensemble, das bereits mehrfach auch in Dresden gastiert hat, will in seinem Jubiläumsjahr exemplarisch die ganze Bandbreite seines künstlerischen Schaffens zeigen, so Fausch. „Mit den Projekten, die den Puls unserer Zeit aufnehmen beziehungsweise den Blick in die Zukunft richten, unterstreicht das Ensemble seinen Anspruch, die Musikgeschichte auch künftig aktiv mitzugestalten.“ Ermöglicht wird das Programm von der Kulturstiftung des Bundes. Die finanzielle Unterstützung sei eine „tiefe Verbeugung vor dem einzigartigen Ensemble, das sich immer wieder radikal erneuert hat“, erklärte der Verwaltungsdirektor der Stiftung, Alexander Farenholtz.

Das EM vereint derzeit 20 Solisten aus Belgien, Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Indien, Israel, Japan, den USA und der Schweiz. Es ist bekannt für seine basisdemokratische Arbeitsweise. Alle Musikerinnen und Musiker sind gleichberechtigt, es gibt weder einen Dirigenten noch eine künstlerische Leitung. Über Projekte, Partnerschaften und finanzielle Belange wird gemeinsam entschieden. Gefördert wird das Ensemble von der Kulturstiftung des Bundes, dem hessischen Kunstministerium und der Stadt Frankfurt.

„riss“ im Festspielhaus Hellerau

Im Frühjahr 2020 gastiert das EM mit dem Zyklus „Les espaces acoustique“ von Gérard Grisey in der Berliner Philharmonie (31. März), der Elbphilharmonie Hamburg (29. April) und der Kölner Philharmonie (1. Mai). Es kooperiert dabei mit der Jungen Deutschen Philharmonie und dem Dirigenten Sylvain Cambreling, dem früheren Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt. Am 8. April ist das renommierte Spezialensemble mit „riss“, einem dreiteiligen Werk von Mark Andre, wieder im Festspielhaus Hellerau zu erleben.

Mit „Schwarz auf Weiß“ von Heiner Goebbels kehrt am 15. und 16. Mai ein Klassiker des EM zurück in Frankfurts Bockenheimer Depot, den Ort der Uraufführung. 1995/96 entwickelte der Komponist und Regisseur das Musiktheater speziell für das Frankfurter Ensemble, wobei die Solisten zugleich als Darsteller agieren und den Bühnenraum erobern.

Die zentrale Bedeutung des Gesamtwerks von Anton Webern (1883-1945) für das EM soll unter Leitung des Komponisten und Dirigenten Enno Poppe im Konzertprojekt „Blick zurück nach vorn“ zum Ausdruck gebracht werden. Der musikalische Dialog von heutigen Komponisten mit dem Österreicher Webern ist im Concertgebouw Amsterdam (28. November) und der Kölner Philharmonie (1. Dezember) angekündigt.

Die US-Amerikanerin Ashley Fure entwickelt für das EM in Zusammenarbeit mit der Regisseurin Lilleth Glimcher das Werk „Together Games“, das am 19. Juni in Amsterdam und im Herbst in Straßburg uraufgeführt wird. Bei Afro-Modernism in Contemporary Music in der Essener Philharmonie (7. November) und der Alten Oper Frankfurt (13. November) rückt das EM die Vielfalt des Schaffens von schwarzen Komponisten in den Fokus.

Zusammen mit den Bregenzer Festspielen gibt das Ensemble Modern zudem in seinem Jubiläumsjahr bei der deutsch-österreichischen Komponistin Brigitta Muntendorf ein abendfüllendes Musiktheater in Auftrag, wie Geschäftsführer Fausch ergänzte. Es werde am 19. August 2021 bei den Bregenzer Festspielen uraufgeführt.

Von epd

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