Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Kultur Weltweit Valentinstag: Mahlers gezeichnete Paare
Nachrichten Kultur Kultur Weltweit Valentinstag: Mahlers gezeichnete Paare
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:46 13.02.2019
Aus dem Cartoonband „Wir müssen reden!“ von Nicolas Mahler. Quelle: Nicolas Mahler/Edition Moderne
Hannover

Für frisch Verliebte ist der Valentinstag ein Freudentag, Ein Tag, an dem ein Mann seiner Frau noch Blumen schenkt. In späteren Jahren einer Beziehung haben Blumen oft andere Funktionen: Partner sagen einander etwas durch die Blume, verschenken Blumen der Entschuldigung, beschimpfen einander unverblümt – und wenn es ganz schlimm läuft, nimmt einer von beiden die Blumen in die Hand und schmeißt mit der Vase. An diesem Punkt von Beziehungen, an denen die Liebe Risse zeigt, setzen die Cartoons von Comiczeichner Nicolas Mahler in seinem neuen Band „Wir müssen reden!“ (Edition Moderne, 56 Seiten, 14,80 Euro) an.

Ein Mann liest im Treppenhaus einen dieser Ankündigungszettel, die die Mietshausmitbewohner normalerweise vor Lärm wegen der bevorstehenden Geburtstagsparty der bald 18-jährigen Tochter warnen. Bei Mahler steht auf dem Zettel aber: „Liebe Nachbarn! Wir haben eine Ehekrise! Es kann in den nächsten Tagen also etwas lauter werden. Bitte um Verständnis!“. Oder eine Szene im Museum. Ausgestellt sind die Werke „Nudelholz, eine Treppe hinabfliegend“, „Szene beim Italiener“ mit fliegenden Flaschen und Gläsern sowie die Skulptur „Eisiges Schweigen“. Kommentar eines Museumsbesuchers: „Die Ehe des Meisters muss furchtbar gewesen sein.“

In seinem Comic „Wir müssen reden!“ hat Nicolas Mahler Beziehungskrisen genau beobachtet.

Mahler hat nicht nur hintergründige Boshaftigkeiten gezeichnet, in denen sich so mancher Beziehungsgeschädigte wiederfinden kann. Auch vordergründige, im besten Sinne einfach nur witzige Szenen finden sich. Auftritt „Luke Skywalker, die späten Jahre“: Ein Mann im Jediritterumhang hält einer jungen Frau einen Blumenstrauß hin. Die entgegnet: „Du könntest mein Vater sein, Luke!“. Oder in einem anderen Bild hängt am Straßenrand der angeschlagene Zettel: „Hormonhaushaltshilfe gesucht!“

Der extrem vielseitige Autor Nicolas Mahler zeichnet zum Valentinstag

Mahler, 1969 in Wien geboren, hat mit seinen Literaturadaptionen von Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, Thomas Bernhards „Alte Meister“ und „Der Mann ohne Eigenschaften“ nach Robert Musil wunderbare Wege gefunden, Klassiker mit seinen Zeichnungen in Szene zu setzen. Die Figuren von Nicolas Mahler sind stets überzeichnet, grotesk und verschroben, aber damit auch immer voller Charakter.

Und er arbeitet in einem unglaublichen Tempo. In den vergangenen fünf Monaten sind neben „Wir müssen reden!“ zwei weitere Bücher erschienen: So hat er den manchmal etwas zu steifen kulturpessimistischen Sätzen von Konrad Paul Liessmann in dessen noch fast neuem kleinen Büchlein „Die kleine Unbildung“ (Zsolnay, 112 Seiten, 16 Euro) die nötigen auflockernden, erfrischenden, ergänzenden, erweiternden Zeichnungen hinzugefügt.

Brillanter Comic über Filmtrickspezialisten

Und in seinem unlängst erschienenen Buch „Das Ritual“ (Reprodukt, 64 Seiten, 14 Euro) lässt er einen japanischen Filmtrickmeister seine Karriere rekapitulieren. Dieser Special-Effect-Spezialist, unschwer als Eiji Tsuburaya zu identifizieren, arbeitet an den durchgeknallten Szenen in Actionstreifen wie etwa den Godzilla-Filmen. Allein die ironisierten Szenen aus diesen Filmen sind ein großes Vergnügen. Immer wieder zerstören leicht variierende Monster Tokio, erschaffen von einem gekränkten, rachsüchtigen Professor. Die Hauptfigur sinniert über seine Rolle in den Filmen („Um die Storys habe ich mich nie gekümmert. Ich hatte andere Aufgaben.“), über die fehlende Eitelkeit von Schauspielern in Gummiungeheuerkostümen und über das Leben („Natürlich war alles ziemlich sinnlos. Aber was ist das nicht?“). „Das Ritual“ liest sich wie ein Vorgespräch zu einem Porträt, wie ein Interview, auch weil der Filmtrickser am Ende sagt: „Jetzt müssten Sie doch genug Material für Ihre Geschichte haben.“ Es ist ein Buch, das für Comicfans ein Klassiker werden könnte.

Alle drei Bücher von und mit Nicolas Mahler sind schöne Alternativen zum Blumenstrauß am Valentinstag. Und sie verwelken nicht. Mit diesen Büchern kann man seinem Partner oder seiner Partnerin etwas durch die Blume sagen. Zumindest wenn man das Glück hat, dass diese wie eine Frau in einem Strip in „Wir müssen reden!“ sagt: „Was mich und meinen Mann verbindet, ist Humor“. Problematisch wird es, wenn man das Pech hat und antworten muss, was der Mann in dem Strip entgegnet: „Schön für Sie. Meine Ehe ist eher eine Satire.“

Von Kristian Teetz/RND

Sechs Jahre nach dem Kinoerfolg „Die Eiskönigin“ hat Disney einen ersten Teaser-Trailer zur Fortsetzung des animierten Märchens veröffentlicht. Wie geht es für Prinzessin Elsa, Anna und Olaf weiter?

13.02.2019

Tiere als Persönlichkeiten – dennoch hält sich die Verniedlichung in Grenzen: „Ailos Reise“ (Kinostart am 14. Februar) erzählt die bewegende Geschichte eines kleinen Rentiers und macht den Zuschauer nebenbei auf den Klimawandel aufmerksam.

13.02.2019

Von Tom Cruise auf unmöglicher Mission bis zum ultimativen Bösen im Klosterkeller, von einem zornigen irischen Historienwestern bis zu Johnny Depp als dreist-lüsternem Aristokratendichter oder einer fantastischen Iris Berben als Verhörprotokollantin auf Rachefeldzug: Dies und mehr in den DVD-Tipps von Matthias Halbig.

13.02.2019