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Kultur Weltweit So kam es wirklich zum Rammstein-Konzert in Rostock
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15:25 26.06.2019
Till Lindemann, Sänger der Band Rammstein, steht auf der Bühne. Quelle: Axel Heimken/dpa
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Rostock

Das Olympiastadion in München, die Arena auf Schalke in Gelsenkirchen oder auch „De Kuip“ in Rotterdam: „Rammstein“ sind auf Europa-Tournee – und füllen die ganz großen Stadien des Kontinents. Dass sie aber auch im vergleichsweise kleinen Ostseestadion (29.000 Plätze) aufgetreten sind – das hat Rostock ein Stück weit Marteria zu verdanken.

Till Lindemann war 2018 beim Marteria-Konzert im Ostseestadion und begeistert von der Stimmung bei uns“, sagt Robert Marien, Vorstandschef des FC Hansa. Die Gänsehaut-Atmosphäre – sie habe den letzten Ausschlag für Rostock gegeben. 2020 allerdings werden wohl trotzdem keine großen Stars in die Arena kommen.

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Depeche Mode haben abgesagt

„Noch haben wir für kommendes Jahr keine Riesennamen, die im Ostseestadion auftreten werden“, sagt Marien. „Ein, zwei Sachen haben sich leider zerschlagen.“ Nach Informationen der Ostsee-Zeitung war der FC Hansa als Eigentümer des Stadions mit der britischen Band „Depeche Mode“ in Verhandlungen: „Ja, wir waren uns fast einig“, sagt Marien. Aber quasi in letzter Sekunde kam der Deal doch nicht zustande. „Das ist sehr schade.“

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Rostocks Problem: „Es sind nur 150 Kilometer Luftlinie bis nach Hamburg. Und so viele Weltstars sind nun einmal nicht zeitgleich in der Open-Air-Saison auf Tour.“ Für Hansa sind die Konzerte aber ein gutes Geschäft: Bis zu 250.000 Euro könnte allein das Rammstein-Konzert dem Club einbringen. Konzerte seien für den Fußballverein, der finanziell nach wie vor nicht „auf Rosen gebettet“ ist, ein enormes Potenzial. Und spätestens seit dem Marteria-Auftritt ist das Stadion nicht mehr „nur“ als Fußball-, sondern auch als Konzerttempel bekannt.

Ostseestadion soll Dauergenehmigung bekommen

2020 plant der FC Hansa mit „einigen kleineren, aber tollen Musik-Events“, sagt der Vorstandschef. Das Adventssingen in Kooperation mit dem Volkstheater sei eine dieser Veranstaltungen. Auch mit den Festspielen MV sei der Verein in Gesprächen. „Und wir reden mit unseren Partnern, ob wir gemeinsam ein Mini-Festival mit zwei, drei Stars auf die Beine stellen.“ 2021 sollen dann auch wieder die ganz großen Namen an die Ostsee kommen.

Direkt nach der Wende kam Grönemeyer, 1995 und 1996 gaben sich Rod Stewart und Tina Turner die Klinke in die Hand. 2003 verkündete Dieter Bohlen im Ostseestadion das Ende von Modern Talking. 2018 kam Marteria zum Heimspiel und direkt im Anschluss Marius Müller-Westernhagen. Am 16. Juni dann die Bombastik-Show von Rammstein.

Bis zur Dauergenehmigung habe der Verein aber noch einige Hausaufgaben zu erledigen: „Wir wollen eine dauerhafte Genehmigung dafür, Konzerte im Ostseestadion zu veranstalten“, so Marien. Bisher muss der Verein mit den Veranstaltern jedes Mal einen eigenen, neuen Bauantrag stellen. „Allein für das Rammstein-Konzert umfasst der am Ende mehr als 1000 Seiten Papier“, verrät Marien. Und: Die finale Genehmigung kam erst drei Tage vor dem Auftritt.

Mehr als 1000 Seiten umfasst der Bauantrag für das „Rammstein“-Konzert in Rostock. Ein gigantischer Verwaltungsaufwand. Quelle: FC Hansa Rostock

Aus dem Rathaus heißt es dazu: „Ja, das Konzert war lange in der Schwebe. Vor allem wegen der Pyrotechnik.“ Den riesigen Aufwand wolle sich der Verein sparen – und eine Dauergenehmigung einholen. „Das macht es leichter für alle Beteiligten.“ Denn die Veranstalter hätten Rostock nach Helene Fischer (2015), Westernhagen, Marteria (beide 2018) und Rammstein längst auf dem Radar. Marien: „Wir haben gezeigt, dass wir große Konzerte können – und dass wir auch schnell 30.000 Tickets verkaufen können.“

Rammstein „überzeugten“ sich selbst

Mit dem regionalen Rammstein-Veranstalter Aust Kulturmanagement aus Dresden hatte der FC Hansa schon eineinhalb Jahre vor dem Auftritt erste Gespräche geführt. „Nach dem Westernhagen-Konzert waren wir uns schon zu 95 Prozent einig“, so Marien. Und dann habe sich Till Lindemann persönlich von der Stimmung in seiner Heimat überzeugt. Beim legendären Marteria-Auftritt. „Auch der Veranstalter war ebenfalls hier und hat das Marteria-Konzert sehr genossen. Das waren die letzten noch fehlenden Prozente.“ Und: Rostock passte ins „Routing“ der Tour.

„Das Routing ist extrem wichtig, der Reiseplan der Bands.“ Die Hansestadt habe da einen echten Standort-Vorteil: „Wir liegen zwischen Skandinavien und Deutschlands Metropolen. Das passt für Weltstars meist sehr gut.“

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Von Andreas Meyer/RND