Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Kultur Weltweit Trauer um Rutger Hauer – „Blade Runner“-Star stirbt mit 75 Jahren
Nachrichten Kultur Kultur Weltweit Trauer um Rutger Hauer – „Blade Runner“-Star stirbt mit 75 Jahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 24.07.2019
Die Rolle machte ihn weltberühmt: Rutger Hauer (l., mit Harrison Ford) als Kunstmensch im Kultfilm „Blade Runner“. Quelle: picture alliance / Everett Colle
Amsterdam

Unermesslich war die Melancholie in den Worten des Sterbenden, der eben noch ein Wesen von unbändiger Kraft war. Die Zeit des Kunstmenschen Roy Batty in Ridley Scotts Film „Blade Runner“ war abgelaufen. Und noch heute befällt einen Gänsehaut bei den Worten, die er an seinen Verfolger richtete: „Ich habe Dinge gesehen, die ihr Menschen niemals glauben würdet. Gigantische Schiffe, die brannten, draußen vor der Schulter des Orion. Und ich habe C-Beams gesehen, glitzernd im Dunkeln, nahe dem Tannhäuser Tor. All diese Momente werden verloren sein in der Zeit, so wie Tränen im Regen. Zeit zu sterben.“

Mit dem Replikanten Roy Batty wurde RutgerHauer zum Weltstar

Schon am 19. Juli (wie jetzt erst bekannt wurde) ist der Mann, der diese Zeilen unvergesslich machte, nach kurzer Krankheit im Alter von 75 Jahren zuhause in Holland gestorben. Mit dem Sci-Fi-Epos „Blade Runner“ über Künstliche Intelligenz wurde der 1944 in Breukelen geborene niederländische Schauspieler Rutger Hauer zum Weltstar. Aufmerksam war das Kinovolk schon 1973 auf ihn geworden, als er in Paul Verhoevens „Türkische Früchte“ mitspielte. 1975 war er in dem Brit-Thriller „Die Wilby-Verschwörung“ neben Michael Caine zu sehen gewesen.

Schiffsjunge, Elektriker, Zimmermann. Hauer arbetete in vielen Berufen, belegte nebenher Schauspielkurse in der Abendschule. Mit einer Tingeltruppe war er fünf Jahre unterwegs, bevor er 1969 die Hauptrolle in der erfolgreichen Historienserie „Floris von Rosemund“ erhielt.

Nach „Blade Runner“ stand Hollywood für Hauer offen – als Hauptdarsteller in B-Movies oder Charakterdarsteller in großen Streifen. 1986 war er „Hitcher – der Highway-Killer“, im Jahr danach spielte er in Jack Golds KZ-Drama „Flucht aus Sobibor“ einen der Aufständischen, eine Rolle, die ihm 1988 den Golden Globe (für die beste Nebenrolle in einem Fernsehfilm) einbrachte.

Zuletzt drehte Hauer an einer „Weihnachtsgeschichte“

Zuletzt war er in „The Sisters Brothers“ zu sehen, Jacques Audiards höchst vergnüglichem Versuch im Westernfach. In Vorbereitung ist Lee Tamahoris Antikendrama „Emperor“ und als ihn der Tod ereilte, liefen die Dreharbeiten zu einer Miniserie über Charles Dickens „Weihnachtsgeschichte“ über den Geizhals Scrooge. Dort war er als unheimlicher Geist der kommendenWeihnacht eingeplant.

Von Matthias Halbig/RND

Eigentlich wollte der britische Komiker Michael Palin mit seiner Lesereise durch Großbritannien touren. Nun musste der 79-Jährige nach einer Routineuntersuchung beim Arzt die Tour verschieben.

24.07.2019

Filmregisseur Quentin Tarantino (56) denkt darüber nach, seine Karriere nach dem nächsten Film zu beenden. Warum ihm die Lust vergangen ist.

24.07.2019

Bibliotheken sind in den USA nicht nur Tempel für die Freunde von Literatur. Sie bieten auch Platz für die Verlorenen der Gesellschaft. In Emilio Estevez’ „Ein ganz gewöhnlicher Held“ (Kinostart am 25. Juli) besetzen Obdachlose eine Bibliothek. Das hat Folgen.

24.07.2019