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Kultur Weltweit Medienaufseher kritisiert Krimiflut bei ARD und ZDF
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12:08 22.02.2019
Kritik an ARD und ZDF: Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, Siegfried Schneider. Quelle: Sven Hoppe/dpa
Berlin

Der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Siegfried Schneider, wirft ARD und ZDF eine Fixierung auf Zuschauerquoten vor. „Im Sinne der Chancengleichheit im dualen System müssen die Öffentlich-Rechtlichen ihren Erfolg weniger an Einschaltquoten und mehr an der Relevanz ihrer Inhalte messen“, schreibt Schneider in einem Gastbeitrag für den Berliner „Tagesspiegel“.

Im Sport auch über Breitensport und Randsportarten berichten

Unterhaltung oder Sport dürften nicht bloß Mittel zum Zweck höherer Quoten sein. „Nur ein Beispiel dafür ist die Inflation von Krimis von ARD und ZDF, die keinen Mehrwert zu den Angeboten privater Sender bieten.“ Das öffentlich-rechtliche Angebot in seiner heutigen Form verzerre vielfach den Wettbewerb und beeinträchtige damit auch die Medienvielfalt, kritisierte der Medienhüter.

Schneider fordert eine präzisere Fassung des Auftrags der Öffentlich-Rechtlichen. Zielführend seien unter anderem Größenordnungen für die Bereiche Information, Kultur, Bildung und Unterhaltung. Der BLM-Präsident schlägt eine Orientierung an den Reformen des Schweizer Rundfunks vor, wo 50 Prozent der Gebühren in Informationsangebote fließen sollen. „Für Sport sollte ein Gesamtetat festgelegt und eingehalten werden“, schlägt Schneider vor. Davon sollten nicht ausschließlich Mainstream-Angebote finanziert, sondern auch über Randsportarten und vor allem den Breitensport berichtet werden.

Schneider will Rundfunkbeitrag an Inflationsrate koppeln

Der BLM-Präsident befürwortet zudem das sogenannte Indexmodell, nach dem der Rundfunkbeitrag an die Inflationsrate gekoppelt und regelmäßig Jahre automatisch erhöht würde. „Die Anknüpfung an einen solchen Wert ist objektiv, transparent und entspricht dem Ziel der relativen Beitragsstabilität“, schreibt Schneider. Bislang müssen sich alle 16 Bundesländer darauf einigen, wie viel die Bürger für die Öffentlich-Rechtlichen bezahlen.

Die Bundesländer beraten derzeit unter anderem darüber, wie die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks künftig aussehen soll. Zur Debatte steht die Einführung des Indexmodells. Auch über die künftige Ausgestaltung des Auftrags der Öffentlich-Rechtlichen beraten die Ministerpräsidenten. Eine Gruppe von Landesregierungen unterschiedlicher politischer Couleur hatte im Frühjahr 2018 auf Initiative von Schleswig-Holstein ein Papier vorgelegt. Darin empfehlen sie nicht nur das Indexmodell, sondern auch, den Programmauftrag für ARD, ZDF und Deutschlandradio auf Information, Kultur und Bildung zu konzentrieren.

Von RND/epd

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