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Kultur Weltweit Leidenschaft fürs Kino: Bernd Eichinger wäre 70 geworden
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16:44 08.04.2019
„Filmsüchtig“: Bernd Eichinger. Quelle: dpa
München

Die Filmwelt war geschockt: Bernd Eichinger, der legendäre Filmproduzent – tot? Viele wollten die Nachricht, die am 25. Januar 2011 kursierte, gar nicht glauben. Doch aus dem Gerücht wurde traurige Gewissheit. Einen Tag zuvor war Eichinger in Los Angeles bei einem Essen mit Freunden und Familie in Hollywood gestorben. Im Alter von 61 Jahren erlag er einem Herzinfarkt.

Eichinger war ein Vollblut-Filmemacher, der mit ansteckender Leidenschaft viele erfolgreiche Werke ins Kino gebracht hatte wie den Mittelalterkrimi „Der Name der Rose“ oder das oscargekrönte Drama „Nirgendwo in Afrika“. Am Donnerstag wäre Eichinger 70 Jahre alt geworden. Bereits am Vorabend (10. April) beginnt ein Sonderprogramm im TV, mit dem der Privatsender Tele5 und das BR Fernsehen an den Münchner erinnern.

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Feines Gespür für Geschichten

Mehr als 70 Filme hatte Eichinger in 30 Jahren produziert, mit feinem Gespür für gute Geschichten, aber immer wieder auch umgetrieben von Zweifeln und Versagensängsten. Als „filmsüchtig“ beschrieb er sich selbst. „Er hat etwas Maßloses“, sagte mal der Regisseur Uli Edel, der mit Eichinger gut befreundet war. Kein Wunder, dass so manche Geschichten über Eichinger kursierten, der sich gern mit schönen Frauen umgab und oft in lautes, ansteckendes Lachen ausbrach.

Bernd ist nicht ersetzbar“, sagte die Schauspielerin Iris Berben kurz nach seinem Tod. Und Til Schweiger meinte, „er hinterlässt eine Riesenlücke“. Ähnlich sieht es Martin Moszkowicz. Er ist seit 2014 Chef der Münchner Traditions-Filmfirma Constantin, die Eichinger 1978 übernommen hatte und der er nach dem Ausscheiden 2006 als Produzent eng verbunden blieb. „Bernd Eichinger hatte als Produzent eine einmalige Mischung aus leidenschaftlicher Neugierde, schlachterprobtem Selbstvertrauen, kluger Teamfähigkeit und Furchtlosigkeit“, erinnert sich Moszkowicz anlässlich des 70. Geburtstags von Eichinger. „Am meisten fehlt aber die endlose Leidenschaft und die klare Zielsetzung, Menschen zu unterhalten.“

Eichinger auf vielen TV-Sendern

Einblicke in Eichingers Werk gibt es nun im Fernsehen. Am Mittwoch (10. April) startet der Privatsender Tele5 um 20.15 Uhr die Sonderreihe „D-Movies Spezial: Bernds Beste“ mit dem zweiteiligen Politthriller „Opernball“ von 1998, in dem auf den Wiener Opernball ein Giftgasanschlag verübt wird. Am Donnerstag (11. April) folgen die Literaturverfilmung „Das Geisterhaus“ (20.15 Uhr), das Drama „Letzte Ausfahrt Brooklyn“ (22.15 Uhr) und um 00.15 Uhr die Tragikomödie „Elementarteilchen“ nach dem Roman von Michel Houellebecq. Vor den Filmen geben Eichingers Witwe Katja und seine Tochter Nina kurze Einblicke in das Leben und Schaffen des Filmemachers.

Wer etwas über das Leben Eichingers erfahren will, ist am Mittwoch im BR Fernsehen richtig. Um 22.45 Uhr beginnt der Dokumentarfilm „Der Bernd“ von 2012. Regisseur Carlos Gerstenhauer hat Freunde und Weggefährten befragt, darunter Bruno Ganz, Til Schweiger, Doris Dörrie, Michael „Bully“ Herbig und die Hollywood-Schauspielerin Milla Jovovic. Um 00.30 Uhr folgt das Drama „3096 Tage“ über die Entführung von Natascha Kampusch, bei dem Eichinger noch am Drehbuch mitgeschrieben hatte. Den Abschluss bildet am Freitag (12. April) um 22.45 Uhr „Das Mädchen Rosemarie“, eine Neuverfilmung des Filmklassikers von 1958, die Eichinger selbst inszeniert hat.

Von Cordula Dieckmann/RND

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