Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Kultur Weltweit „Weil du nur einmal lebst“ – Mit den Toten Hosen auf Tour
Nachrichten Kultur Kultur Weltweit „Weil du nur einmal lebst“ – Mit den Toten Hosen auf Tour
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 27.03.2019
Ein Mann für die Scheinwerfer: Campino, Sänger der Toten Hosen, redet hinter der Bühne schon mal Tacheles mit seinen Co-Hosen. Quelle: Foto: NFP
Anzeige
Hannover

Auch aus ewigen Kindern werden Leute. Früher waren die Toten Hosen Outlaws, die kackfreche Opel-Gang, aufrechte Punks unter Buckelnden - immer breit grinsend den Mittelfinger Richtung Establishment gestreckt.

Hinter den Hosen steht ein Unternehmen mit Verantwortung

Heute ist das anders, die größten Kritiker der Elche sind selber welche geworden. In „Weil du nur einmal lebst“ – der Hosen-Doku von Regisseurin Cordula Kablitz-Post erscheint die Band klug, witzig, laut und – erwachsen. Hinter den Hosen steht ein Unternehmen mit Verantwortung für die eigene Belegschaft und die ganze Gesellschaft obendrein.

Anzeige

Aus 190 Stunden Material, gefilmt während der jüngsten Tournee der Düsseldorfer, ist das unterhaltsame Porträt einer Rockgruppe in ihrer erfolgreichsten Phase entstanden. Die Rock’n’Rotzlöffel der frühen Achtzigerjahre haben spätestens 2012, seit dem Ohrwurm „Tage wie diese“, die Mainstream-Millionen umschlungen.

Gitarrist Breiti weist auf die Endlichkeit der Toten Hosen hin

Aber es ist auch die Spätphase der Band, und Gitarrist Michael Breitkopf lässt durchblicken, dass die Hosen endlich sind und enden werden. Möglichst, bevor sie alte Hüte sind. Daran erinnert auch Sänger Campinos Hörsturz, der die Tour-Karawane für mehr als einen Monat stoppt.

Dann zieht sie aber doch weiter, und die Punks zeigen bei den Konzerten die Arbeitshaltung von Wirtschaftswunderkindern – alles geben, hart „robotten“, wie es in ihrem Song „Hier kommt Alex“ heißt. Eine tiefe Krise wie im Metallica-Film „Some Kind Of Monster“ ist nicht auszumachen, die Hosen sind schon mal launisch, aber Freunde, Familie, „some Kind of Liebling“. Wer nach diesem Film nicht Fan ist, wird’s nimmermehr.

Von Matthias Halbig