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Kultur Weltweit Isabelle Huppert als vergessene Sängerin
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06:00 05.07.2017
Singen in Signalfarbe: Laura (Isabelle Huppert) landete damals beim ESC knapp auf dem zweiten Platz. Nach all den Jahren hat sie’s noch drauf. Quelle: fabrizio maltese
Hannover

Unter ihrem Künstlernamen „Laura“ schrappte sie als Zweite beim Grand Prix Eurovision de la Chanson einst knapp am Lorbeer vorbei. Heute legt Liliane (Isabelle Huppert) in einer Fabrik Lorbeerblätter auf Pasteten. 30 Jahre nach ihrem Beinahe-Erfolg ist die Sängerin ziemlich in Vergessenheit geraten. Aber eben nicht bei jedem.

Der Manager befeuert Lauras Comeback

Der Vater des 22-jährigen Jean ist immer noch glühender Laura-Fan. Das hat etwas auf seinen Sohn (Kévin Azaïs) abgefärbt, der als Praktikant in der Fabrik anfängt. Auf ihre Ähnlichkeit mit Laura angesprochen, streitet Liliane zunächst alles ab, lässt sich von dem jungen Mann dann aber zu einem Auftritt bei einer Feier seines Boxclubs breitschlagen. Irgendwann steuert sie auf den Ausscheidungswettbewerb zum aktuellen Eurovision Song Contest zu – mit Jean als Manager und Lover an ihrer Seite.

In Paul Verhoevens „Elle“ war sie zuletzt ein kühl zurückschlagendes intellektuelles Vergewaltigungsopfer, in „Ein Chanson für dich“ ist sie nun ein einfacher gestricktes ehemaliges Schlagersternchen, das zu einem Comeback-Versuch erst überredet werden muss. Es spricht einmal mehr für Isabelle Hupperts variationsreiche Schauspielkunst, dass man ihr beide Rollen gleichermaßen abnimmt. Ein darstellerisches Glanzstück ist etwa ihr Clubheim-Auftritt, bei dem sie mit verhalten ausholenden Gesten zugleich Lilianes Unsicherheit und Lauras Konzert-Erfahrung perfekt zum Ausdruck bringt. Schön auch, dass der Altersunterschied des sich findenden Paars kaum thematisiert wird.

Rot, rot, rot, sind alle von Defurnes Farben

Dennoch ergibt sich in dieser Hinsicht ein Problem: Kévin Azaïs’ Jean, der noch bei seinen Eltern wohnt, ist einfach zu sehr als Jüngelchen angelegt, um eine berufliche und private Partnerschaft mit der reifen Frau glaubhaft zu machen. Zudem erscheint die Geschichte reichlich unterkomplex. Dafür tendiert Regisseur Bavo Defurne zum Überdeutlichen. Zum Beispiel in der Szene, in der Liliane Jean daheim erstmals zum Dinner erwartet: Rotes Kleid, rote Rosen, und auf den Tellern leuchten die Hummer in der gleichen Farbe. Ist ja gut, wir haben verstanden.

Von Jörg Brandes/RND

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