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Kultur Weltweit Gleeson, Fassbender und das Gangsterleben
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00:00 03.08.2017
Bieten einander die Stirn: Chad (Michael Fassbender, l.) will nicht, dass sein Sohn Tyson auf die schiefe Bahn gerät. Für den Patriarchen Colby (Brendan Gleeson) ist das Verrat. Quelle: Koch Media
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Den kleinen Jungen ans Steuer lassen – klar geht das. Ihm die Augen dabei von hinten zuhalten. Blind und quer über den Acker mit dem Auto Hasen jagen. Großartig! So fühlt sich Freiheit bei den Cutlers an. Der alte Colby (Brendan Gleeson) lebt mit Clan und Entourage in einer Wohnwagenburg am Rande der Gesellschaft. Seinen Sohn Chad (Michael Fassbender) hat er schon ins Verbrechen gezogen.

Eine Aufstiegschance für den kleinen Tyson

Der aber will auf keinen Fall erlauben, dass auch sein Söhnchen Tyson (Georgie Smith) dorthin abrutscht. Raus aus dem Morast – der Kleine soll Bildung und damit eine Chance haben. Dass Tyson zuhause sein Wissen über die Evolution ausbreitet, macht Colby sauer. Evolution ist eine Lüge, Wissenschaft eine Blase, Schule schiete und die Welt eine Scheibe. Basta! Col und wie er die Welt sieht.

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Adam Smith, britischer Video- und TV-Regisseur, führt uns mit „Das Gesetz der Familie“ in die Welt irischer Gypsies in England, in die uns schon Guy Ritchie in „Snatch“ blicken ließ. Er zeigt uns nomadische Extremexistenzen, Banditen, die wohlhabende Landsitze berauben und die ihr Treiben sogar mit der Heiligen Schrift rechtfertigen. „Als Jesus von der Polizei hingerichtet wurde“, interpretiert Colby das Neue Testament recht frei, „gab er trotzdem nicht auf“.

Väter und Söhne – immer schwierig

Es ist Tempo in dem Film, wann immer die Gaspedale von Autos durchgetreten werden. Und wenn Colby und Chad die Schädel aneinander drücken wie wütende Widder, sind Gleeson und Fassbender in ihrem Element, bekommt man eine Ahnung, dass auch der restliche Film viel energetischer, böser, tragischer, sinistrer hätte werden können. Geworden ist er eher zurückhaltend, was dem blassen Drehbuch geschuldet ist: Väter und Söhne – immer schwierig. Andere Generationen, andere Prioritäten. Naja, mehr wäre ... mehr gewesen.

Von Matthias Halbig / RND

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