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Kultur Weltweit „Destroyer“ – Nicole Kidman als gebrochene Superheldin
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13:59 27.02.2019
Traumatisiert, trotzdem kampfbereit: Die Polizistin Erin Bell (Nicole Kidman) will eine alte Rechnung begleichen. Quelle: Foto: Concorde
Hannover

Zu Beginn füllen ihre Augen die ganze Leinwand aus. Strahlend blau, vollkommen leer, fast schon tot wirken sie. Wenn die Kamera auf das ganze Gesicht zurück zoomt, wird der Anblick nicht besser: Sonnenverbrannte Haut.

Nicole Kidman ist beeindruckend als „Dirty Cop“

Verdorrte Tränensäcke. Ausgemergelte Wangen. Man braucht eine Zeit, bis man erkennt, dass irgendwo dahinter das wohlbekannte Gesicht von Nicole Kidman steckt. In Karyn Kusamas „Destroyer“ spielt sie eine Figur, die normalerweise Kollegen wie Harvey Keitel, Bruce Willis oder Nicolas Cage vorbehalten ist. Sie ist ein „Dirty Cop“ - eine Ordnungshüterin, die moralisch und körperlich gründlich auf den Hund gekommen ist.

Im „Los Angeles Police Department“ gilt Erin zugleich als Legende und Relikt. Wenn sie außerdienstlich wie ein Zombie zum Tatort torkelt, üben sich die Kollegen im Fremdschämen. Aber es ist nicht nur der Alkohol, der sich in Erin tief hinein gesogen hat. Es sind traumatische Erlebnisse und Schuldgefühle, die sie seit einem verpatzten Einsatz vor sechzehn Jahren förmlich aufzufressen scheinen. Und nun tauchen eine Leiche mit drei tätowierten Kreisen im Nacken und ein violett gefärbter 100-Dollar-Schein auf, die die alte Geschichte wieder aufrollen.

Sofort nimmt Erin Witterung auf und folgt mit der schwankenden Zielstrebigkeit einer gebrochenen Superheldin den Spuren in die Vergangenheit. Damals wurden sie und ihr Kollege Chris (Sebastian Stan) in eine Bankräuberbande eingeschleust. Als deren Chef Silas (Toby Kebbell) einen millionenschweren Coup plante, beschlossen Erin und Chris selbst einen Anteil abzuzweigen, bevor sie die Täter auffliegen lassen wollten.

Ein Noir-Thriller, der tief in die düstere Seele seiner Heldin hinabsteigt

Aber der Überfall endete in einem mörderischen Desaster, das Erin ihr Leben lang verfolgt. Nun ist Silas wieder aus der Versenkung aufgetaucht und die abgewrackte Polizistin setzt alles daran ihn zur Strecke zu bringen. Gründlich vermasselt hat Erin auch ihre Beziehung zur 16jährigen Tochter, die auf gefährliche Abwege kommt, aber schon lange nicht mehr auf die ruppigen Erziehungsversuche der Mutter eingeht.

Als klassischen Noir-Thriller, der tief in die düstere Seele seiner Heldin hinabsteigt, hat Kusama („Girlfight“) ihren neuen Film „Destroyer“ angelegt. Dabei arbeitet sie paradoxerweise mit hellen, fast schon überbelichteten Bildern, die immer wirken als wäre die Kamera gerade aus einer dunklen Bar hinaus ins grelle Tageslicht gewankt.

Nicole Kidman trägt den Film als gebeutelte Zentralfigur souverän

Nicole Kidman gelingt es, ihrer Polizistin, die gleichermaßen Jägerin und Verfolgte der eigenen Vergangenheit ist, durch die entstellende Maske hindurch eine befremdliche Intensität zu verleihen.

Sie trägt den Film als gebeutelte Zentralfigur souverän durch eine Traumabewältigungs-Dramaturgie, die häppchenweise und allzu geradlinig in Rückblenden die Vergangenheit entschlüsselt. Trotzdem überzeugt Kusamas Film letztlich als interessante Genre-Variation, in der Härte und Sensibilität gleichermaßen ihren Raum bekommen.

Von Martin Schwickert / RND

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