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Kultur Weltweit „Allein unter Schwestern“ – Rettet das Familienhotel!
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13:02 20.06.2018
Langsam tanzen ist besser: Kos (Julian Ras, l.), Isabel (Aiko Beemsterboer). Quelle: Foto: Drei-Freunde
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Hannover

Für den 12-jährigen Kos, der sich Hoffnung auf ein Probetraining bei Ajax Amsterdam machen kann, deutet alles auf einen perfekten Sommertag hin. Doch es kommt anders. Sein seit drei Jahren verwitweter Vater landet mit einem Herzinfarkt im Krankenhaus. Und nun fühlt sich Kos dafür verantwortlich, den Betrieb des familieneigenen Strandhotels aufrechtzuerhalten. Zumal ihm seine drei Schwestern zunächst keine große Hilfe sind.

Regisseurin Ineke Houtman überfrachtet ihren Film

Libbie (19) paukt für eine Prüfung, Briek (14) gefällt sich in ihrer rebellischen Punk-Attitüde und Pel ist mit ihren acht Jahren einfach noch zu jung, um sinnvoll mit anzupacken. Erst als ein Gläubiger vor der Tür steht und ultimativ 7000 Euro fordert, beginnen alle an einem Strang zu ziehen, um das Hotel zu retten. Die Siegprämie eines Miss-Beach-Wettbewerbs, auf den die süße Isabel ihren Schulschwarm Kos hinweist, könnte den Betrieb retten...

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Fußballträume, Krankheit, drohender Verlust des Zuhauses, geschwisterliche Reibereien, erste Liebe – Ineke Houtman und Autor Sjoerd Kuyper haben arg viel in die der Realität ohnehin enthobenen Geschichte hineingepackt. Angesichts sich ständig neu auftuender Probleme irritiert es denn auch ein wenig, dass die Regisseurin das Geschehen mit gleichförmiger Betulichkeit inszeniert hat.

Gesunder Humor fängt allzu dramatische Entwicklungen auf

Doch im Kern funktioniert der Film ganz gut. Houtman fängt dramatische Entwicklungen immer wieder mit einem gesunden Maß an Humor auf. Vor allem aber ist sie stets auf Augenhöhe mit ihren jugendlichen Charakteren. Und so findet auch Kos allmählich Zugang zur Gedanken- und Gefühlswelt seiner Schwestern. Nicht zuletzt, weil er den Mut hat, für die am Knöchel verletzte Briek – entsprechend zurechtgemacht – beim Miss-Beach-Contest einzuspringen.

Die familiären Bande werden nachvollziehbar gestärkt, die Emotionen stimmen, wenn sich Kos nicht mehr allein unter Schwestern fühlt. Und schließlich kann man sich auch dem Charme des von Julian Ras bravourös angeführten Jungdarsteller-Ensembles kaum entziehen.

Von Jörg Brandes / RND