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Kultur Weltweit Ein Amerikaner in Germany – zum Tod des Schlagersängers Gus Backus
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16:27 22.02.2019
Schön war sie, die Prärie: Gus Backus 1965 als Gast der Sendung „Musik aus Studio B“. Quelle: imago/United Archives
München

Donald Edgar Backus aus New York hatte kannte die Seele der Wirtschaftswunderdeutschen genau: Arbeiten, heiraten, Haus bauen. Zwei Monate, nachdem der amerikanische Präsident John F. Kennedy sein Kommando „Mondlandung“ ausgegeben hatte, brachte er im Juli 1961 die Single „Der Mann im Mond“ auf den Markt. Im Oktober landete der Song auf Platz 1 der deutschen Singlehitparade. Im Text wurde versucht, sich das Leben des sich vor den Menschen fürchtenden Mondbewohners in bürgerlichen Details vorzustellen; „Hat er genau wie wir ne Mondscheinbraut, für die sich’s lohnt, dass man ein Häuschen baut?“

Gus Backus hatte schon Hits in den US-Charts gehabt

Der Schlagersänger Gus Backus, der am Freitag nach langer schwerer Krankheit im Alter von 81 Jahren bei sich zu Hause in Germering bei München starb, war 1957 als Soldat nach Deutschland gekommen. Der Hobbymusiker Backus hatte mit seiner Militärband The Dell-Vikings schon Hits in den amerikanischen Charts gehabt. Und konnte im Juni 1959 den Produzenten und Peter-Kraus-Entdecker Gerhard Mendelson nach Probeaufnahmen von seinen Qualitäten überzeugen.

Der erste richtige Hit war nach fünf Anläufen die deutsche Version des Richard-Preston-Songs „Running Bear“: „Brauner Bär und Weiße Taube“ - eine indianische Liebesgeschichte. Bis zum Ende der Sechzigerjahre war der Sänger mit dem amerikanischen Zungenschlag aus den deutschen Hitparaden nicht mehr wegzudenken. Sein erstes Album hieß 1962 denn auch „Ich hab‘ mein Herz in Germany verloren“.

Größter Hit bis heute: „Da sprach der alte Häuptling der Indianer“

Das war vier Jahre zuvor schon Bill Ramsey aus Ohio so ergangen. Und wie jener verlegte sich Backus vornehmlich auf Lieder mit (relativ bravem) Witz. Seine größten Hits waren die „Sauerkraut-Polka“, „Bohnen in die Ohren“, und natürlich das bis heute zu Karneval aufgelegte „Da sprach der alte Häuptling der Indianer“, eine Simplifizierung und Verfälschung amerikanischer Geschichte in Reimen: „Schön war sie / die Prärie / alles war / wunderbar / da kam an / Weißer Mann / wollte bauen / Eisenbahn / Da sprach der alte Häuptling der Indianer / wild ist der Westen / schwer ist der Beruf …“

Mal gab Backus seinem Deutsch eine österreichische Färbung („Heut‘ kommen d’Engerln auf Urlaub nach Wien“) mal eine bayerische („I such a Braut“). Und natürlich saugte ihn auch das deutsche Unterhaltungskino auf und besetzte ihn in mehr als 30 mehr oder weniger lustigen (Schlager-)Komödien wie „Unsere tollen Tanten“ (1961), wo er unter anderem mit den Kollegen Ramsey und dem damals noch kaum bekannten Udo Jürgens in einer Band spielte.

Seine Frau Heidelore heiratete Backus 2001 ein zweites Mal

Der Wahlteutone Backus hatte Geheimnisse. Seine Autobiografie hieß ernüchternd „Ich esse gar kein Sauerkraut“. Und darin schrieb er, es sei „ungeheuer anstrengend, unterhaltsam und witzig zu sein.“ Hinter den Kameras und Scheinwerferlichtern hatte der Sänger mit Alkohol – und Medikamentensucht zu kämpfen. Zwei Ehen scheiterten, er ging zurück nach Amerika, wo er sich als Arbeiter durchschlug. Nach dem Tod seiner dritten Frau kehrt er nach Deutschland zurück und heiratet seine zweite, die Balletttänzerin Heidelore, noch einmal.

Zum 80. Geburtstag wünschte er sich, „90 zu werden“. Das war ihm nicht vergönnt. Vielleicht sieht er jetzt ja bald Mary wieder, das Pferd aus seinem 1963er Hit „Mein Schimmel wartet im Himmel auf mich“.

Von Matthias Halbig / RND

Schlagersänger Gus Backus ist tot: Mit Hits wie „Da sprach der alte Häuptling der Indianer“ und „Der Mann im Mond“ sang er sich in die Herzen vieler Fans. Nun ist er nach langer, schwerer Krankheit gestorben.

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