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Kultur Weltweit Die Jury in Cannes: Geht es am Ende nicht doch nur um die Ergebnisse?
Nachrichten Kultur Kultur Weltweit Die Jury in Cannes: Geht es am Ende nicht doch nur um die Ergebnisse?
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07:32 15.05.2019
Die Wächter der Palme: Robin Campillo, (Hinten, von lins nach rechts), Alice Rohrwacher, Kelly Reichardt, Enki Bilal, Alejandro Gonzalez Inarritu (vorne, von links nach rechts), Vorsitzender der diesjährigen Jury, Elle Fanning, Pawel Pawlikowski und Maimouna N'Diaye. Quelle: Vianney Le Caer/Invision/AP/dpa
Cannes

Was haben der fünffache mexikanische Oscar-Preisträger Alejandro González Iñárritu („Birdman“, „The Revenant“), der französische Comiczeichner Enki Bilal und die senegalesische Komikerin Maimouna N’Diaye gemeinsam? Wenig vermutlich, aber die nächsten gut eineinhalb Wochen doch ziemlich viel: Sie entscheiden über die Goldene Palme in Cannes, zusammen mit der US-Schauspielerin Elle Fanning sowie den Regisseuren Pawel Pawlikowski (Polen), Yorgos Lanthimos (Griechenland), Robin Campillo (Frankreich), Kelly Reichardt (USA) und Alice Rohrwacher (Italien).

Das klingt nach einem zwar fachkundigen, aber doch ziemlich zusammengewürfelten Haufen, der am 25. Mai zu einer alle glücklich machenden Palmen-Verteilung schreiten soll. Nach der Preisvergabe werden die Kommentatoren wie stets aufs Ergebnis starren – das ist bei Filmfestivals nicht anders als beim Fußball. Kino in Cannes ist auch Ergebniskunst. Kaum einer wird danach noch fragen, wie das Resultat wohl zustande gekommen ist.

Elle Fanning will für die Cannes-Jury jugendliche Impulse geben

Wie schön, dass die neunköpfige Jury zum Festivalstart Einblicke in ihre Arbeitsauffassung gibt. Und siehe da: Deren Mitglieder wissen auch nicht recht, wie sie Äpfel und Birnen unter einen Hut bringen soll. Jury-Präsident Iñárritu kann nach eigenen Worten nicht einmal seine Familie organisieren, wie dann bitte eine Jury? Es gehe darum, die Filme in Cannes nicht nur zu schauen, sondern sie zu „erfahren“ - so wie bei einem reichhaltigen Dinner, bei dem viele Teller auf dem Tisch stehen und das Zusammenspiel der Gerichte die Geschmacksnerven immer wieder neu kitzelt.

Mehr zum Thema: Cannes 2019: Die Akkreditierung – Warum die Farbe des Ausweises alles entscheidet

Die gerade 21 Jahre alte Fanning muss noch den „Schock“ verdauen, überhaupt in dieses illustre Gremium geraten zu sein, will aber einen jugendlichen Impuls geben. Die Senegalesin N’Diaye möchte sich dem Kontinent Afrika würdig erweisen, und der Grieche Lanthimos („The Favourite“) ist froh, bei einem Festival mal nicht das Gewicht eines eigenen Films auf seinen Schultern zu spüren.

Große Namen und Geschlecht spielen für Jury-Präsident Iñárritu keine Rolle

Am Ende sollen, so der Jury-Präsident, allein die Filme selbst im Vordergrund stehen. Von großen Namen will er sich nicht beeindrucken lassen, auch das Geschlecht der Regisseure spiele keine Rolle. Er freue sich auf eine alle kulturellen Grenzen überschreitende Reise. Nur vor einem Moment scheint sich Iñárritu zu grauen: Wenn seine Jury einem Film die Goldene Palme gibt – und 20 anderen nicht.

Von Stefan Stosch / RND

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