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Kultur Weltweit Das ist der „Anglizismus des Jahres 2018“
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09:54 29.01.2019
Ein Mann betrachtet in Berlin die Internetseite der Initiative gegen Fake News „First Draft Coalition“. „Fake news“ war der Anglizismus des Jahres 2016. Quelle: dpa
Berlin

Der Begriff „Gendersternchen“ ist in Deutschland zum „Anglizismus des Jahres 2018“ gekürt worden. Unter anderem die sprunghafte Verbreitung des Wortes im öffentlichen Sprachgebrauch habe die Jury zu der Wahl bewogen, sagte der Sprachwissenschaftler und Juryvorsitzende, Anatol Stefanowitsch, am Dienstag in Berlin. Allein im Jahr 2018 habe die Häufigkeit des Begriffs – beflügelt durch hitzige Diskussionen um eine mögliche Aufnahme des „Gendersternchens“ in die amtliche Rechtschreibung – um mehr als das Zehnfache zugenommen, von unter 0,25 auf 2,5 Vorkommen pro zehn Millionen Wörter.

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Das sind die Plätze zwei und drei

Auf den Plätzen zwei und drei landeten die Begriffe „Framing“ und „nice“. Das Wort „Framing“ bezeichnet die Darstellung eines Themas aus einer bestimmten Perspektive mittels sprachlicher Bilder, mit dem Ziel, bestimmte politische Positionen zu diesem Thema überzeugend zu vermitteln. Das Wort „nice“ ist ein ursprünglich eher jugendsprachliches Synonym für „gut“ oder „toll“, das sich seit einigen Jahren im Sprachgebrauch auch junger Erwachsener findet, hieß es.

Die insgesamt sechsköpfige Jury würdigte den Angaben zufolge mit der Wahl des „Gendersternchens“ ausdrücklich auch die Rolle des Wortstamms „Gender“ und des daraus abgeleiteten Verbs „gendern“, dessen Häufigkeit in den vergangenen Jahren ebenfalls stetig zugenommen habe. Der Wortstamm „Gender“ bezeichnet den Sprachexperten zufolge „eine Perspektive auf Geschlecht als kulturell hergestellter und damit veränderbarer Kategorie“. Es ergänze so das Wort „Geschlecht“, das eher eine biologische Perspektive einnehme.

Von „Gender Star“ bis „Gendersternchen“

Das Verb „gendern“ findet sich demnach seit der Jahrtausendwende im Sprachgebrauch. „Gegendert“ werden könnten Texte, aber auch Institutionen oder Gesellschaftsbereiche, hieß es.

Weiter erklärte die Jury, der Begriff „Gendersternchen“ sei im allgemeinen Sprachgebrauch von 2013 an zunächst in Form von „Gender Star“ aufgetaucht. Obwohl das Wort aus englischen Wortbestandteilen zusammengesetzt sei, handele es sich dabei um eine genuin deutsche Wortschöpfung - einen sogenannten „Scheinanglizismus“.

Das sind die Sieger der letzten Jahre

2018: „Gendersternchen“ – Zeichen und zentraler Begriff im heftigen Streit über die sprachliche Gleichbehandlung aller Geschlechter.

2017:Influencer“ – für Menschen, die wegen großer Reichweite in sozialen Medien die öffentliche Meinung stark mitgestalten.

2016: „Fake News“ – für erfundene Nachrichten, politisch motivierte Falschmeldungen und für nicht ins eigene Weltbild passende Meldungen.

2015: „Refugees Welcome“ – als Reaktion auf fremdenfeindliche „Ausländer-raus-Parolen“ angesichts zunehmender Flüchtlingszahlen.

2014: „Blackfacing“ – umstrittene, rassistische Praxis, etwa im Theater, Schwarze darzustellen, indem man Weiße (stereotyp) schminkt.

2013: „-gate“ – Nachsilbe für Affären; Bezug zum Watergate-Skandal von 1972, der zum Rücktritt von US-Präsident Richard Nixon führte.

2012: „Crowdfunding“ – Möglichkeit, im Internet für ein Projekt in einer bestimmten Zeit aus Einzelbeiträgen Geld zu sammeln.

2011: „Shitstorm“ – Welle der Entrüstung über Institutionen oder Menschen, die über soziale Netzwerke und Blogs hoch schwappt.

2010: „leaken“ – das „Auslaufen“ geheimer Informationen durch undichte Stellen.

Von RND /epd / dpa

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