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Kultur Weltweit Billy Joel wird 70 – Der „Piano Man“ feiert im Madison Square Garden
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13:14 08.05.2019
Geburtstag als Arbeitstag: Billy Joel, Sänger und Pianist aus den USA, tritt zum 70. Geburtstag am 9. Mai im New Yorker Madison Square Garden auf. Quelle: Evan Agostini/Invision/AP/dpa
New York

Im Song, der Billy Joels wohl größter Klassiker ist, erzählt er von sich in jungen Jahren. Der „Piano Man“ im gleichnamigen Stück spielt Wunschkonzert für die halbaufmerksamen und gefühlsduseligen Gäste einer abendlichen Bar. Das Lied selbst ist eine wonnige Melancholie im Dreivierteltakt, und wenn dieser sehr lange Walzer in Joels Konzerten mit dem „Oh la la la di da da / la la / di da da da dum“ die Kurve in den Refrain nimmt, singt gemeinhin der gesamte Madison Square Garden mit: „Sing us a song, you’re the piano man / sing us a song tonight.“

Billy Joel feiert seinen 70. Geburtstag mit einem Konzert in New York

Die 20 000 in der Arena kennen jede Zeile dieses traditionell letzten Liedes vor den Zugaben, Billy Joel ist für immer ihr Mann am Klavier. Und sie werden ihn auch wieder begleiten, wenn er heute abend seinen 70. Geburtstag mit einem Auftritt im „Garden“ feiert.

Diese Konzerte sind fest gebucht, immer ausverkauft, einmal im Monat gibt der gebürtige New Yorker seit Januar 2014 seiner Heimatstadt die Ehre. Zwischendurch spielt er zwar auch mal woanders, in Baltimore oder London oder Dublin, aber sein „New York State of Mind“ –Titel eines seiner Evergreens - ist vorrangig und ungebrochen. Dabei ist Joel ein Popstar im Dreiviertelruhestand – seit 26 Jahren hat es kein neues Album mehr von ihm gegeben.

„River of Dreams“ war 1993 das bislang letzte Album von Billy Joel

„River of Dreams“ hieß 1993 sein letztes Liederbuch, seitdem träumen die Fans von neuen Stücken des Mannes mit dem unglaublichen Gespür für Hits, die niemals einer Formel folgten, die immer besonders waren, in denen er Jazz, Blues, Soul, Folk und Rock’n’Roll zu Pop verwob: „Movin‘ Out“, „Big Shot“, „Honesty“, „Just The Way You Are“, „She’s Always A Woman“, „Until The Night“, „Say Goodbye To Hollywood“, „Allentown“, „Uptown Girl“, „A Matter of Trust“, „Leningrad“, „All About Soul“ – das ist noch nicht mal ein Drittel seiner zeitlosen Singles aus seinen 23 Chartsjahren.

Einer Hitserie, die 1997 mit einem Platz 9 in den US-Charts endete – mit einer Coverversion von Bob Dylans Ballade „To Make You Feel My Love“.

Dass Joel 1949 in der Bronx geboren wurde, war die Folge einer Tragödie. Der Antisemitismus in Hitlerdeutschland hatte seinen Großvater, den jüdischen Unternehmer Karl Amson Joel 1938 dazu gebracht, seine Geschäfte aufzugeben und in die USA auszuwandern. Seinen florierenden Textilversandhandel musste er dem „arischen“ Geschäftsmann Josef Neckermann abtreten.

Billy Joel hat sich mit den Neckermann-Erben getroffen

Billy Joel hat sich später mit dessen Erben getroffen, es herrschte eine gewisse Betroffenheit und Sprachlosigkeit , doch macht der Sohn eines Deutschen und einer Britin die Enkel nicht für die Sünden und Verbrechen der Vorfahren verantwortlich. Ist er in Deutschland, besucht er seinen Halbbruder Alexander in Hamburg, wie er dem „Stern“ in einem seiner seltenen Interviews verriet. Und er spielt gerne in der Heimat seines Vaters. Dann beginnt er – so im Vorjahr im Hamburger Volksparkstadion – mit ein wenig Beethoven: „Freude schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium …“.

Eine Verbeugung vor der klassischen Musik, auf die er stand, bevor ihn 1964 der Rock’n‘Roll mitriss. Als 15-Jähriger begann Joels Bandkarriere, nachdem die Beatles mit der „British Invasion“ das Pop-Amerika über Nacht umgekrempelt hatten. Heute ist er trotz der vielen Jahre jenseits der Hitparaden der wohl erfolgreichste Poppianist der Welt (sechs Grammys, 85 Millionen verkaufte Alben) - neben dem Briten Elton John, mit dem er auch wiederholt auf „Face to Face“-Tour ging.

Vielleicht schreibt Billy Joel ein Sequel zu „We didn’t start the Fire“

Das mit den heißersehnten neuen Liedern wird eher schwierig werden, denn sein Songwriting, das im Ergebnis stets so leicht erscheint, war immer harte Arbeit für Joel: „Das Klavier war für mich an manchen Tagen wie ein schwarzes Ungeheuer mit 88 Zähnen, das nach meinen Fingern beißt“, war dazu 2018 im „Stern“ zu lesen.

Außerdem ist Joel viel zu gern Familienvater – 2015 und 2017 wurde er Vater zweier Töchter, die er hingebungsvoll liebt.

Vielleicht schreibt er uns ja wenigstens eine Fortsetzung zu „We didn’t start the Fire“ von 1989, seiner rasant gesungenen Vierminutenchronik der Nachkriegsweltgeschichte bis zum Berliner Mauerfall. Schließlich ist viel passiert, seit Joel seinen 40. Geburtstag feierte.

Von Matthias Halbig/RND

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