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Kultur Weltweit Gefälschte Hitler-Bilder? Polizei analysiert beschlagnahmte Aquarelle
Nachrichten Kultur Kultur Weltweit Gefälschte Hitler-Bilder? Polizei analysiert beschlagnahmte Aquarelle
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15:41 25.01.2019
Diese drei Aquarelle sollen angeblich von Adolf Hitler stammen und zwischen 1910 und 1911 gemalt wollen sein. Quelle: Gregor Fischer/dpa
Berlin

Bei der Auktion in Berlin am Donnerstagabend, die eigentlich von 13 bis 20.30 Uhr in Pankow hätte gehen sollen, standen 544 Lose zur Auktion. Ein Totenbrett aus Afrika, ein Schild aus Marokko, Chinavasen und Gemälde. Doch vor allem drei Lose hatten schon zuvor für Furore gesorgt: Denn bei dieser Abendauktion sollten drei Aquarelle eines Künstlers unter den Hammer kommen, der nicht wegen seiner Kunstfertigkeit jedem ein Namen ist, sondern, weil er für das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert verantwortlich war: Adolf Hitler.

Unter der Lose mit den Nummern 286, 287 und 288 waren drei Aquarelle gelistet, die mit A. Hitler unterzeichnet waren. Beim Los mit der Nummer 286, „Rheinlandschaft“, laut der Webseite des Auktionshaus datiert auf 1911, lag der Startpreis bei 4000 Euro – und es soll ein Gutachten zur Authentizität vom 7. Februar 2018 vorliegen. Die beiden anderen Bilder, die auch auf der Webseite des Auktionshauses geführt werden, tragen die Namen „Alpenlandschaft“ und „Niederthal, Vent“ und wurden angeblich von 1910 und 1911 gemalt. Die Bilder sollen laut Auktionshaus aus einer Kölner Familiensammlung stammen.

Die Polizei spricht von einem „begründeten Verdacht“

Doch gerade diese Authentizität wurde vom Landeskriminalamt Berlin (LKA) angezweifelt. In einem knappen Tweet teilte die Polizei Berlin mit, dass die Beamten noch während der Auktion drei Aquarelle, die angeblich von Hitler stammen sollen, beschlagnahmt haben. Der Verdacht: Versuchter Betrug und Urkundenfälschung. Noch vor der Auktion haben Polizeibeamte laut der „Bild“ im Auktionshaus Kopien der Gutachten mitgenommen.

Diese Aquarelle sollen von Adolf Hitler stammen – doch das Landeskriminalamt hat da starken Zweifel und ermittelt wegen Betrugs.

Nach einer Strafanzeige am Mittwoch, die online gestellt wurde, ist die Polizei auf die möglichen Fälschungen aufmerksam geworden, teilt ein Pressesprecher der Behörden dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) auf Anfrage mit. „Es besteht der begründete Verdacht, dass es sich bei den drei Bildern um Fälschungen handelt“, so der Pressesprecher weiter. Nun werde das Fachkommissariat für Kunstdelikte kriminaltechnisch und kunstwissenschaftlich untersuchen, ob es sich bei den Bildern trotz eines Gutachtens, das die Echtheit der Bilder bestätigt, um Fälschungen handelt. Auch die Echtheit der Signatur wird überprüft. Wann die Analyse fertig wird, sei offen.

Auktionshaus: Ist nur Zeuge

Das Auktionshaus verwies am Freitag darauf, in dem Verfahren lediglich Zeuge zu sein und zur Herausgabe der Bilder verpflichtet gewesen zu sein. Gebe es bei Versteigerungsobjekten „auch nur den kleinsten Hinweis auf eine Fälschung“, werde ein Verkauf stets abgelehnt. „Im konkreten Fall liegt uns ein Gutachten zur Echtheit der Werke vor“, hieß es in einer Erklärung.

Vor seiner politischen Laufbahn versuchte Adolf Hitler sein Lebensunterhalt als Kunstmaler in Wien und München zu verdienen.

Von RND/goe/dpa

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