Menü
Anmelden
Nachrichten So stehen die Fraktionen zu E-Fuels
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 03.10.2019

So stehen die Fraktionen zu E-Fuels

1-3 6 Bilder

Wie steht Ihre Partei zur Forderung, synthetische Kraftstoffe zu fördern?

„Die SPD-Bundestagsfraktion sieht in synthetischen Kraftstoffen großes Potenzial für den Klimaschutz sowie der deutschen Wirtschaft. Deutschland ist in der Erforschung synthetischer Kraftstoffe führend. Mit dem Klimapaket werden wir weitere Mittel für Förderung synthetischer Kraftstoffe bereitstellen.“

Worin sehen Sie Vor- und worin Nachteile?

„Synthetische Kraftstoffe können einen Beitrag leisten, insbesondere im Luftverkehr, im Schiffsverkehr sowie schwere Nutzfahrzeuge klimaschonend zu betreiben. E-Fuels helfen ferner, Deutschland unabhängiger von Energieimporten zu machen und Erneuerbare Energien zu speichern. Die Kraftstoffe könnten künftig etwa in windreichen Regionen an heimischen Küsten hergestellt werden. Hierzu laufen derzeit vielversprechende Pilotversuche. Dadurch ergeben sich völlig neue Wertschöpfungsketten insbesondere in strukturschwachen Regionen.
Derzeit sind entstehende E-Kraftstoffe jedoch vergleichsweise teuer. Es werden kaum ausreichend Kraftstoffe produziert, es braucht daher weitere Forschung und Entwicklung in diesem Bereich.

Finden Sie, dass dieser Thematik zu wenig Beachtung geschenkt wird?

In der Energiebranche werden synthetische Kraftstoffe seit einigen Jahren intensiv diskutiert. Immer mehr Verbraucher und andere Marktakteure werden nun auf die Thematik aufmerksam. In einigen Jahren kann es zu einem regelrechten Boom der E-Fuels kommen.

Quelle: Jan Woitas/ZB/dpa

Wie steht Ihre Partei zur Forderung, synthetische Kraftstoffe zu fördern?

Klar für die synthetischen Treibstoffe spricht sich die CDU/CSU-Bundestagsfraktion aus. Allein im September hat sie drei Beschlüsse zu dem Thema verabschiedet. Durch die Ergebnisse des Klimakabinetts sei zudem ein wichtiger Schritt in Richtung der neuen Technologie gemacht worden, sagt die umweltpolitische Sprecherin Marie-Luise Dött

Worin sehen Sie Vor- und worin Nachteile?

Die Vorteile von synthetischen Kraftstoffen lägen auf der Hand, sagt sie: „Sie können in den bisherigen Verbrennungsmotoren eingesetzt werden und emittieren weniger Treibhausgase“, sagt Dött. Vor allem Verkehrssektoren, in denen eine der Einsatz von Batterien nicht in naher Zukunft möglich sind, könnten dadurch umweltfreundlicher umgestaltet werden.
„Ein Nachteil ist derzeit der noch energieintensive Herstellungsprozess, der wiederum negative Auswirkungen auf die gesamte Klimabilanz der synthetischenKraftstoffe hat“, sagt Dött.

Finden Sie, dass dieser Thematik zu wenig Beachtung geschenkt wird?

Ja, aber mit den Entscheidungen des Klimakabinetts hat sich dies nun geändert. . „Darin wird unter anderem die Entwicklung von flüssigen und gasförmigen regenerativen Kraftstoffen aus Biomasse und deren großtechnische Erzeugung ausdrücklich unterstützt sowie die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Power-to-X-Kraftstoffe erwähnt.“

Quelle: dpa

Wie steht Ihre Partei zur Forderung, synthetische Kraftstoffe zu fördern?

Sehr positiv. Die AfD beschäftigt sich schon seit Beginn der Legislaturperiode mit dem Thema und hat die staatliche Förderung schon mehrfach gefordert. Man habe bereits umfangreich mit Investoren für synthetische Kraftstoffe gesprochen und sich von der möglichen Umsetzung der Technik überzeugt, sagt Spaniels.

Worin sehen Sie Vor- und worin Nachteile?

„Ein großer Vorteil wäre, dass über die Beimischung von synthetischen Kraftstoffen zu Benzin und Diesel sofort der gesamte vorhandene Fahrzeugbestand CO2-neutraler sein würde. So wäre auch der bisher noch hohe Herstellungspreis schrittweise tragbar, bis preisliche Vergünstigungen durch die fortschreitende Technik verfügbar sind. Doch im nächsten Schritt sollten auch synthetische Kraftstoffe als eigene Kraftstoffe verkauft werden. Damit wären die betankten Fahrzeuge komplett CO2-Emissions-neutral.

Finden Sie, dass dieser Thematik zu wenig Beachtung geschenkt wird?

In jedem Fall. Es wäre aus unserer Sicht zielführend, die hohe Förderung, die bisher nur der Elektromobilität dient, anteilig für die Schaffung von Produktionsanlagen von synthetischen Kraftstoffen zu verwenden.

Quelle: Sebastian Willnow/zb/dpa
1-3 6 Bilder